Weingut Karl Haidle

Weingut Karl Haidle Von groß nach klein erklärt sich die Lage des im Remstal ansässigen Weingutes Karl Haidle am Besten: Im Süden Deutschlands im Bundesland Baden-Württemberg liegt das Weinbaugebiet Württemberg. Es streckt sich relativ zentral innerhalb des Bundeslandes von der Tauber im Norden (nordöstlich von Heilbronn), den Neckarlauf hinunter bis ins Obere Neckartal zur Ortschaft Metzingen im Süden. Das Remstal grenzt im Westen an den Stuttgarter Raum. Südlich der Rems liegt der Ort Kernen/Stetten, in dem sich das Weingut Karl Haidle befindet. Die Landschaft ist malerisch, viele Städter nutzen die Gegend als Naherholungsgebiet und Ausflugsziel. Der Weinbau ist überall in der Landschaft präsent, kein Wunder, denn die Hanglagen mit ihren Keuperböden sind seit Jahrhunderten entsprechend bewirtschaftet. Schon aus dem Jahre 1379 findet sich ein historischer Beleg, der die Bedeutung des Weinbaus für den Ort Stetten betont. Das Klima ist relativ warm, die oft sonnigen Herbsttage lassen die Rotweine gut gedeihen.

Unterhalb des Yburg (ehemals Eibenberg), die um 1300 erbaut wurde, liegen die Weinberge des Weingutes Karl Haidle. Der besagte Karl stammte aus einer Winzerfamilie. Er fing 1949 mit einem halben Hektar Reben an, seinen Wein selbst zu vermarkten. Der Lohn seiner Arbeit reichte gerade so für den Lebensunterhalt. Bei der Vermarktung seiner Weine half ihm auch seine Popularität als Sportler. Der erfolgreiche Turner drängte seinen Sohn Hans, etwas ebs rechts (etwas ordentliches) zu lernen und schickte ihn zur kaufmännischen Ausbildung in ein Feinkostgeschäft. Doch der Junior interessierte sich nicht so sehr für das Kaufmännische. Er wollte schon als kleiner Junge nur Winzer werden.

So geschah es, dass seine Lehre in eine Küferlehre umgewandelt wurde, die ihm weit besser lag. Durch einen Unfall, bei dem sich sein Vater einen Fuß brach, musste Hans zurück nach Hause und ist seither geblieben. Der Grund dafür war, dass der Vater sehr früh starb und Hans mit gerade mal 23 Jahren das Weingut übernahm. Seinen ersten eigenen Jahrgang vinifizierte er 1968 von einem Hektar Reben. Danach machte er sich daran, die Rebflächen zu erweitern, kaufte und pachtete in den darauf folgenden Jahren immer mehr Fläche dazu. Heute steht das Weingut bei etwa 23 Hektar Gesamtrebfläche in den Stettener Lagen Pulvermächer, Häder, Mönchberg und der Schnaiter Burghalde.

Während aus der Pulvermächer Gemarkung die schlanken, reintönigen Rieslinge stammen, sind die Lagen Mönchberg und Burghalde für die Spätburgunder und Lemberger berühmt. Um seine theoretischen Kenntnisse zu erweitern, machte Hans Haidle später eine Ausbildung zum Kellermeister – eine Ochsentour, denn er führte ja weiterhin seinen Betrieb. Weder Vater noch Sohn waren je Mitglied in einer Genossenschaft, die Weine werden heute noch zu etwa 75% direkt vermarktet. Hans war es auch, der seine Weine sehr früh trocken ausbaute, in einer Zeit, in der dies überhaupt nicht populär war. Er legte den Grundstock für den Erfolg der Haidle-Weine und prägte die heutige Handschrift maßgeblich mit. Seit 1995 ist das Gut Mitglied im VDP (Verband der deutschen Prädikatsweingütern).

Der nächste Generationenwechsel vom Vater an den Sohn sollte wesentlich harmonischer von statten gehen als bei Karl und Hans damals. Sohn Moritz Haidle hat in Geisenheim studiert und Praktika im In- und Ausland absolviert. Seit 2012 arbeitete er mit seinem Vater im elterlichen Weingut, drei Jahre später vinifizierte er weitgehend selbstständig seinen ersten eigenen Jahrgang. Im Jahr 2017 fand außerdem ein großes Projekt seinen Abschluss. Bereits vor vielen Jahren wurden die Weichen für eine Bio-Zertifikation gestellt, ab 2014 konkret darauf hingearbeitet. Der 2017er Jahrgang war der erste, der nach den Richtlinien der Zertifikation hergestellt wurde.
Darüber hinaus leistete das Vater/Sohn Gespann in den vergangenen Jahren Großes: Sie gewannen dreimal hintereinander (2013,2014,2015) den deutschen Rotweinpreis für ihren Lemberger GG. Was in Zukunft folgt, wird spannend, auf genügend Vielfalt im Weingarten kann Moritz jedenfalls zurückgreifen. Bei den Weißen führt der Riesling mit 40% das Feld an. Außerdem werden noch kleinere Mengen von Grau-und Weißburgunder, Chardonnay, Kerner, Müller-Thurgau und Gewürztraminer angebaut. Die wichtigsten Sorten bei den Roten ist der Lemberger mit 15%, Spätburgunder 10% und Trollinger 10%. Dornfelder, Acolon, Zweigelt, Cabernet franc und Cabernet Sauvignon dienen ihm dabei seine Cuvées abzurunden. Moritz hat die Leitung mittlerweile vollständig übernommen, dabei wird er weiterhin von seinen Eltern und seiner Schwester Bärbel unterstützt.
Gerhard Eichelmann Deutschlands Weine 2022
*Karl Haidle begann 1949 mit damals einem halben Hektar Reben mit der Selbstvermarktung. Hans Haidle, der den Betrieb 1968 mit damals eineinhalb Hektar übernahm, hat zusammen mit Ehefrau Susanne die Rebfläche vergrößert und das Weingut als Spitzen-Betrieb in Württemberg etabliert. Inzwischen hat Sohn Moritz den Betrieb übernommen, der in Geisenheim studierte, Praktika im Inland, aber auch in Australien, Kalifornien und Burgund absolvierte. Die Weinberge liegen alle im Remstal, vor allem in Stetten, wo das Weingut seinen Sitz hat. Moritz Haidle ist vor allem in den Stettener Lagen Pulvermächer, Häder und Mönchberg vertreten, in der Schnaiter Burghalde sowie in Strümpfelbach. Der Boden im Pulvermächer, wo das Weingut seine Spitzenrieslinge erzeugt, ist von Kieselsandstein geprägt. Im Mönchberg, einer der wärmsten Lagen im Remstal, baut Moritz Haidle überwiegend rote Sorten an, ebenso in der Burghalde in Schnait. Wichtigste Rebsorte ist Riesling, der inzwischen die Hälfte der Weinberge einnimmt. Dazu gibt es an weißen Sorten Grauburgunder, Weißburgunder, Chardonnay, sowie ein wenig Kerner. Wichtigste rote Rebsorte ist Lemberger, dazu gibt es etwas Spätburgunder, Trollinger, Weigelt sowie Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. An der Spitze des Sortiments stehen die Großen Gewächse: Der Riesling aus dem Pulvermächer, der Spätburgunder aus der Burghalde und die beiden Lemberger aus Gehrnhalde und Berge. Wenn es der Jahrgang erlaubt, werden auch edelsüße Rieslinge erzeugt. Moritz Haidle hat erstmals 2014 den Keller allein "geschmissen", hat keinen angestellten Kellermeister mehr, hat alle Weine, so es möglich war, spontanvergoren. Die Rieslinge vergärt er wieder in den alten, traditionellen Holzfässern und lässt sie deutlich länger auf der Hefe. Bei den Rotweinen strebt er einen etwas dezenteren Holzeinsatz und niedrigere Alkoholwerte an. Er rückt vor allem die Rebsorten Riesling und Lemberger in den Fokus, Letzteren würde er lieber Blaufränkisch nennen. Seit 2014 werden die Weinberge zertifiziert biologisch bewirtschaftet, seit 2020 zertifiziert biodynamisch (Demeter).
Kollektion
Die Großen Gewächse vom Lemberger sind in diesem Jahr die eindeutigen Stars im Programm von Moritz Haidle. Bis 2013 gab es nur ein Großes Gewächs aus dem Stettener Mönchberg, aber seit 2014 erzeugt Moritz Haidle zwei - aus den Gewannen Gehrhalde und Berge, die räumlich getrennt sind und an unterschiedlichen Hängen wachsen. Seit dem ersten Jahrgang 2014 liefern sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen - im Jahrgang 2019 sehen wir beide gleichauf. Der Wein aus der südlich von Stetten gelegenen reinen Südlage Berge zeigt viel Intensität und Frucht im Bouquet, Johannisbeeren, auch Herzkirschen, ist frisch, klar und präzise dann im Mund, enorm druckvoll, strukturiert und jugendlich, besitzt viel Frische, braucht aber auch noch Zeit. Der Wein aus der westlich von Stetten gelegenen Gehrnhalde stammt von 40 Jahre alten Reben, mit die ältesten Lemberger-Reben im Remstal. Er zeigt ebenfalls intensive reife Frucht im Bouquet, aber das ist typisch für die Rotweine von Moritz Haidle, zeigt Herzkirschen, ist herrlich eindringlich und reintönig, ist frisch im Mund, klar, präzise und zupackend, besitzt gute Struktur und Tannine, dezent mineralische Noten. Auch der Erste Lage-Lemberger vom Häder ist hervorragend, zeigt gute Konzentration, reintönige Frucht, ist klar, frisch, zupackend, besitzt Struktur und Grip; sehr gut ist auch der frische, lebhafte Gutswein "Bunter Mergel". Eine sichere Bank ist der immer hervorragende Ypsilon, die Cuvée aus Lemberger, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon, die ebenfalls aus der Gewanne Berge kommt, herrlich viel Frucht im Bouquet zeigt, rote und dunkle Früchte, füllig und komplex im Mund ist, harmonisch und lang. Im weißem Segment hat Moritz Haidle ausschließlich Riesling präsentiert. An der Spitze der Kollektion steht das Große Gewächs aus dem Pulvermächer, das feine Würze und Frucht zeigt, gute Konzentration, dezent rauchige Noten, gute Konzentration, gute Struktur und Substanz besitzt, Harmonie und Länge. Neu im Programm ist der Erste Lage-Wein aus der Gewanne Stäudlen, die südwestlich an die Gehrnhalde anschließt. Der Wein zeigt rauchig-würzige Noten und gute Konzentration im herrlich eindringlichen Bouquet, besitzt Fülle, Saft und Kraft, viel Substanz und Frucht. Auch der Häder-Riesling überzeugt, besitzt viel Fülle, Substanz und reife Frucht, der Ortsriesling ist rauchig, zupackend, der Gutsriesling lebhaft und klar, was auch für den Pfeffer genannten Kabinett gilt, der Kabinett aus dem Pulvermächer ist deutlich fülliger und saftiger. Ganz starke Kollektion! *

Vinum Weinguide Deutschland 2022
*Wir waren sehr gespannt, ob Moritz Haidle als der große Württemberger Aufsteiger des vergangenen Jahres seinen Triumph mit dem Weltklasse-Lemberger aus der Lage Gernhalde wiederholen könnte. Doch diese Sorge sollte sich als völlig unbegründet erweisen. Denn ungeachtet seiner unkomplizierten, offenen und vielleicht für einen Spitzenwinzer eher unkonventionellen Art darf man Haidle nicht unterschätzen: Der Mann verfolgt ein Plan, und zwar mit fester Zielstrebigkeit und Konsequenz! So ist es auch kein Wunder, dass die Lemberger-Serie erneut begeistert. Schon der Bunte Mergel für unter zehn Euro gefällt mit Lebhaftigkeit und Süffigkeit. Der Häder hat elegante Tiefe und wäre für sich genommen schon einem echten Großen Gewächs würdig. Die tatsächlichen Großen Gewächse gehören wiederum zum Besten, was diese Sorte auch international zu bieten hat. Die Berge ist mit klassischer, aber hochfeiner Brombeerfrucht und supersamtigem Tannin ausgestattet. Der Gernhalde verfügt über eine zusätzliche Dimension. Bei aller Fülle ist er von geradezu schwebender Größe und vereint Konzentration mit dennoch wunderbar aufgefächerte Transparenz und subtiler Frische im Kern.
Die mineralische DNA des Pulvermächers
Die andere Seite von Haidle heißt Riesling. Der als "Ritzling" bezeichnete Gutswein (Moritz Haidle ist in der Hip-Hop- und Sprayerszene als "Ritz" bekannt) ist eine für diese Preisklasse auffallend herzhaft-charaktervolle Persönlichkeit trotz des niedrigen Alkoholgehalts. Der Schilfsandstein zeigt blitzende Brillanz und fordernd-hefigen Duft, dahinter aber delikate helle Frucht. Etwas stoffiger und erdiger ist der Häder. Kühle Mineralität und nobler Schliff kennzeichnen den Stäudlen. Bemerkenswert ist Haidles Konsequenz beim Großen Gewächs, das er nun erst nach einem Jahr Kellerreife mit bewusstem Verzicht auf Primärfrucht zugunsten der mineralischen DNA des Pulvermächers veröffentlicht. Ein Wein wie das Laserschwert eines Yediritters mit salziger Länge und strenger Noblesse - und eigentlich immer noch zu jung. Doch auch im fruchtigen Bereich hat Haidle mittlerweile eine treue Fanbase, die er mit dem Pfeffer Kabinett, belebend und heiter, sowie dem Pulvermächer Kabinett mit punktgenauer Präzision und blitzendem Säurespiel verwöhnt. *

Falstaff Wein Guide Deutschland 2022
*Moritz Haidle war Falstaff Newcomer des Jahres 2019. Das ist lange genug her, um stilistische Akzentverschiebungen für normal zu halten. In der Tat sind die Rotweine nach wie vor vollfruchtig und sie haben immer noch eine "Eleganz mit Ernsthaftigkeit", so eine unserer Verkosterinnen. Aber sie scheinen uns auch ein My weicher als früher. Wie zum Ausgleich hat Haidle den wohl bissigsten Riesling seiner bisherigen Laufbahn erzeugt und prompt findet sich der Pulvermächer 2019 in der bundesweiten Rieslingspitze wieder. Neu seit 2020: ein Demeter-Zertifikat.*

Falstaff Wein Guide Deutschland 2021
*Moritz Haidle geht unbeirrt seinen Weg: Es ist bewundernswert, mit welcher Konsequenz der junge Winzer seine ganz eigene Handschrift entwickelt hat, die immer auf Weine abzielt, die Charakter und Herkunft zeigen - und die auch anecken dürfen. Haidle, seit Sommer 2019 im Präsidium des VDP, konzentriert sich inzwischen auf Riesling, Spätburgunder und Lemberger. Der "Ritzling" ist ein patenter Einstiegswein, mit dem Riesling "Schilfsandstein" beginnt schon die Klasse des terroirwürzigen Luxus, die in den packenden, mineralisch aufgeladenen Lembergern gipfelt. Da bleibt einem die Puste weg.*

Gault & Millau Weinguide Baden & Württemberg 2021
*Hans Haidle hat sich mit großen Rotweinen höchste Anerkennung erarbeitet. Die Lemberger und Cuvées des Guts sind bis heute Messlattenweine. Sohn Moritz Haidle schreibt diese Geschichte fort. Seit 2014 in der Verantwortung für das Gut, hat er entscheidende Weichen gestellt. Sein erster großer Schritt war die Umstellung auf biologischen Weinbau. Besonders in den Fokus genommen hat Moritz in den vergangenen Jahren den Riesling. Für diese Sorte ist die Lage Pulvermächer prädestiniert. Hier wacht die Y-Burg über Riesling-Reben, die alten Steinterrassen direkt unterhalb der Burg sind die wertvollsten Parzellen. Sie speichern Wärme besonders gut, die Stöcke sind bis zu 50 Jahre alt. Entsprechend Substanzreich und tiefgründig gerät auch Jahr für Jahr das Große Gewächs vom Riesling. Doch auch in weniger exklusiven Regionen kann Moritz Haidle mit Riesling punkten. Da sticht der „Ritzling“ heraus, ein trockener, lebhafter Wein, abgeleitet von „Ritz“, dem Künstlernamen, unter dem Moritz Haidle als DJ und Graffiti-Sprayer unterwegs ist. Jeder Jahrgang trägt ein neu im Graffiti-Stil gestaltetes Etikett.*

Gerhard Eichelmann Deutschlands Weine 2020
*Karl Haidle begann 1949 mit damals einem halben Hektar Reben mit der Selbstvermarktung. Hans Haidle, der den Betrieb 1968 mit damals eineinhalb Hektar übernahm, hat zusammen mit Ehefrau Susanne die Rebfläche vergrößert und das Weingut als Spitzen-Betrieb in Württemberg etabliert. Inzwischen hat Sohn Moritz den Betrieb übernommen, der in Geisenheim studierte, Praktika im Inland, aber auch in Australien, Kalifornien und Burgund absolvierte. Die Weinberge liegen alle im Remstal, vor allem in Stetten, wo das Weingut seinen Sitz hat. Moritz Haidle ist vor allem in den Stettener Lagen Pulvermächer, Häder und Mönchberg vertreten, in der Schnaiter Burghalde sowie in Strümpfelbach. Der Boden im Pulvermächer, wo das Weingut seine Spitzenrieslinge erzeugt, ist von Keuper-Verwitterungsgestein geprägt. Im Mönchberg, einer der wärmsten Lagen im Remstal, baut Moritz Haidle überwiegend rote Sorten an, ebenso in der Burghalde in Schnait. Wichtigste Rebsorte ist der Riesling, der die Hälfte der Weinberge einnimmt. Dazu gibt es an weißen Sorten Grauburgunder, Weißburgunder, Chardonnay, ein wenig Kerner, Müller-Thurgau und Gewürztraminer, Wichtigste rote Sorten sind Lemberger und Spätburgunder, aber es gibt auch Trollinger sowie ein wenig Dornfelder, Zweigelt und Acolon, auch Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon, die für Cuvées genutzt werden. An der Spitze des Sortiments stehen die Großen Gewächse: Der Riesling aus dem Pulvermächer, der Spätburgunder aus der Burghalde und der Lemberger aus dem Mönchberg, zu denen sich mit dem Jahrgang 2012 erstmals auch ein Weißburgunder aus dem Mönchberg gesellte. Mit dem Jahrgang 2014 gab es eine weitere Neuerung: Aus dem Mönchberg-Lemberger wurden zwei, da Moritz Haidle sich entschied, die Weine aus den Teillagen Gehrnhalde und Berge gesondert auszubauen. Auf gleicher Ebene sind die „Passion“ genannten Weine angesiedelt, Barriqueweine von Chardonnay, Zweigelt und Dornfelder, sowie die rote Spitzencuvée Ypsilon, die erstmals 1997 erzeugt wurde und in der Lemberger die Hauptrolle spielt, hinzu kommen in unterschiedlichen Anteilen Zweigelt oder Acolon, in den letzten Jahren auch Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Wenn es der Jahrgang erlaubt, werden auch edelsüße Rieslinge erzeugt. Moritz Haidle hat erstmals 2014 den Keller allein „geschmissen“, hat keinen angestellten Kellermeister mehr, hat alle Weine, so es möglich war, spontanvergoren. Die Rieslinge vergärt er wieder in den alten, traditionellen Holzfässern und lässt sie deutlich länger auf der Hefe. Bei den Rotweinen strebt er einen etwas dezenteren Holzeinsatz und niedrigere Alkoholwerte an. Er rückt vor allem die Rebsorten Riesling und Lemberger in den Fokus, Letzteren würde er lieber Blaufränkisch nennen. Seit 2014 werden die Weinberge zertifiziert biologisch bewirtschaftet.
Kollektion
Die neue Kollektion hat ihre stärken im roten Segment. Wobei sich auch der weiße Teil der Kollektion, ausschließlich Riesling, stark und stimmig präsentiert. Der Gutsriesling ist frisch, klar und zupackend, der Schilfsandstein-Riesling etwas würziger und druckvoller, der dezent gelbfruchtige Häder-Wein besitzt Fülle, Saft und Substanz. Das Große Gewächs aus dem Pulvermächer zeigt, gute Konzentration, reife Frucht, gelbe Früchte, ist füllig und saftig, besitzt gute Substanz und feinen Nachhall, ist noch sehr jugendlich - dass er gut reift, davon konnten wir im vergangenen Jahr berichten. Der Pfeffer genannte Kabinett ist klar und lebhaft, der würzige Pulvermächer-Kabinett ist noch etwas saftiger, weist aber klaren Kabinett-Charakter auf, die duftig-würzige Auslese ist klar und zupackend; die zur Verkostung vorgesehene Trockenbeerenauslese war dann doch noch nicht abgefüllt. Stark und stimmig präsentiert sich das Lemberger-Quartett. Der Gutswein Bunter Mergel ist reintönig, frisch und zupackend, der Wein aus dem Häder besitzt intensive Frucht und gute Konzentration, Fülle und Kraft, gute Struktur und Grip. Viel Intensität zeigt die Gehrnhalde im Bouquet, ist klar und präzise im Mund, besitzt feine Säure und Grip; auch der Berge-Lemberger setzt ganz auf intensive Frucht, er besitzt Fülle und Kraft, viel Substanz und jugendliche Tannine. Der Burghalde-Spätburgunder zeigt rauchige Noten, dezenten Toast, besitzt viel Frucht, Kraft und Präzision. Zu guter Letzt konnten wir wieder den Ypsilon verkosten, eine bestechend komplexe und harmonische Cuvée mit viel Länge.*

Falstaff Wein Guide Deutschland 2020
*Es ist erst wenige Monate her, dass Moritz Haidle vom Falstaff zum "Newcomer des Jahres 2019" gekürt wurde. Eine Auszeichnung, die natürlich auch Erwartungen weckt. Denen kann Moritz Haidle mit seiner aktuellen Kollektion vollauf gerecht werden, vor allem im Spitzensegment. Zeigt mancher Basiswein jahrgangsgemäß etwas mehr Harmonie und Süße, so spielen die Großen Gewächse in der obersten Kategorie mit: Der druckvoll mineralische Riesling Pulvermächer zählt zu den besten in Württemberg, die beiden Lemberger sind Famos - vor allem der enorm konzentrierte Mönchberg Berge.*

Vinum Weinguide Deutschland 2020
*Moritz Haidle ist mit Vollgas auf der Überholspur und geht seinen Weg mit charaktervollen Lembergern und Rieslingen konsequent weiter. Vor allem bei Letzterem will er dabei aber keinesfalls Everybody's Darling sein - ganz im Gegenteil: Seine Rieslinge sind mit kühler Rasse und prägnanter Mineralität durchaus fordernd. Ein Paradebeispiel hierfür ist der Pulvermächer Großes Gewächs, der weitgehend auf vordergründige Primärfrucht verzichtet und durch stahliges Rückgrat und laserfeine Präzision beeindruckt. Bemerkenswert ist dieses Jahr aber auch der Schilfsandstein mit mineralischer Brillanz. Mit gleich zwei klassischen Kabinett-Rieslingen unterstreicht Haidle die wachsende Beliebtheit dieser Weine in der Region. Der Häder hat stimmige Balance mit subtiler Fruchtsüße, merklich feiner mit eleganter Dichte bei dennoch niedrigem Alkohol ist der Pulvermächer. Mit geradezu rheinischer Finesse ausgestattet brilliert die Auslese. Bei den beeindruckenden Großen Gewächsen vom Lemberger zeigt sich der Berge mit ungemein saftiger Brombeerfrucht und feiner Frische im Kern, die großartige Gehrnhalde ist merklich komplexer und zeigt balancierte Größe.*

Gault & Millau Weinguide Deutschland 2020
*Im vergangenen Jahr wollten wir Moritz Haidle schon einen Oscar verleihen - läge es in unserer Hand, er würde ihn bekommen! Der junge Winzer versteht es, das gewachsene Traditionsweingut in der dritten Generation optimal in die Zukunft zu führen. Provinzialität kann man ihm ganz gewiss nicht vorwerfen, sammelte er neben seinem Studium in Geisenheim doch auch Erfahrungen in Kalifornien und Frankreich. Nun strafft er sein Weinsortiment immer weiter und konzentriert sich hauptsächlich auf die klassischen Sorten Riesling, Spätburgunder und Lemberger. Bei der weißen Paradesorte Riesling spielt Haidle in allen Qualitätsstufen. Das fängt an mit seinem „Ritzling“ (nach Moritz´ Spitznamen „Ritz“), der mit seiner knackig-frischen Art eine regelrechte Einstiegsdroge ist. Und immer spontan vergoren, was praktisch auf alle Weine Haidles zutrifft. Diesen jungen Riesling hatte er nicht zuletzt deshalb kreiert, weil er auch junge Weintrinker ansprechen will. Die Verbindung zur jungen Generation ist aber sowieso da, denn neben dem Weinmachen legt Moritz auch schon mal als DJ im Club auf - und er hat sich mit seinen Graffitis einen Namen gemacht. Am besten schauen Sie sich seinen Film „Endless Summer by Karl Haidle“ auf seiner Homepage oder auf Youtube an. Der Film ist jung, animiert und zeigt, wie genial sich alles verbinden lässt. Aber zurück zum „Ritzling“, dessen Graffiti-Etikett Moritz jedes Jahr neu gestaltet: Er wirkt kernig frisch, an Stachelbeeren und grüne Äpfel erinnernd. Der 2018er Stettener Häder Riesling Erste Lage hingegen transportiert viel mehr kräuterige Aromen, darunter frischer Estragon und Minze. Ein Teil reifte im Holzfass und verleiht dem Wein Rundungen und etwas leicht Rauchiges. Mit alldem, aber mit noch mehr Frucht, Vielschichtigkeit und Mineralität präsentiert sich das Große Gewächs Riesling Pulvermächer. Auffällig in diesem Jahr ist, dass alle Weißweine ein bisschen phenolisch wirken, was ihnen ebenfalls einen ganz eigenen Charakter verleiht. Ein echtes Schnäppchen ist die faszinierend klare Riesling Auslese - mit feinen Honig- und Mirabellenaromen sehr hochwertig. Rund 40 Prozent der insgesamt 25 Hektar Rebflächen sind mit Riesling bestock.
Vater Hans Haidle, der auch unglaublich viele Winzer aus ganz Deutschland ausgebildet hat, war einer der Pioniere für große deutsche Rotweine - und darüber hinaus für Cuvées, wie sein legendärer Ypsilon bezeugt. Moritz legt großen Wert darauf, beim Spätburgunder die Feinheit und Finesse und beim Lemberger die beerige, pfeffrige und maskuline Art herauszuarbeiten. Sensationell ist, wie die Rotweine vor Mineralität nur so strotzen! Entsprechend kommt keiner der Weine fett oder zu opulent daher - ganz im Gegenteil präsentieren sie sich ausnahmslos geschliffen, mit saftiger Frucht und großem Potenzial für die Zukunft.
Man spürt Moritz Haidles tiefe Verbundenheit mit seinen Weinen. Die eindrucksvollen terrassierten Steillagen werden biologisch bearbeitet, gemäß einem alten Grundsatz, der auch für die Haidles oberste Maxime ist: „Gute Weine werden im Weinberg gemacht und nicht im Keller.“ Im Juni 2019 wurde Moritz Haidle ins Präsidium des VDP Deutschland gewählt, wozu man nur allerseits gratulieren kann.*

Gegründet: 1949
bewirtschaftete Fläche: 23ha
Auszeichnungen: VdP, Deutsches Barrique-Forum
Kellermeister: Hans & Moritz Haidle
Besitzer: Hans Haidle
Webseite: www.weingut-karl-haidle.de
Anschrift: Hindenburgstr. 21, DE 71394 Kernen

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