Fattoria Nittardi

Die Toskana in ihrer Gesamtheit kann sich über viele tüchtige Produzenten freuen, die trotz oft sehr großer Betriebe Jahr für Jahr ordentliche, ja oft große Weine abliefern. In der Ur-Region des Chianti, dem Chianti-Classico Gebiet, tummeln sich außerdem viele bekannte und vor allem traditionsreiche Weingüter. Viele davon können auf eine jahrhundertealte Geschichte zurückschauen; man schaue nur auf die Familienweingüter Antinori oder Frescobaldi, die beide mehrere Jahrhunderte Weinerfahrung aufweisen. Bei der Fattoria Nittardi ist es das Land, das bereits 1183 als „Nectar Dei“ in historischen Dokumenten erwähnt wird. Damals stand auf dem Gebiet noch ein Festungsturm, ein Hinweis darauf, dass das Land bereits bewohnt und auch bewirtschaftet wurde. Im 16. Jahrhundert gehörte das Anwesen „Nittardi“ dem Renaissance-Künstler Michelangelo Buonarotti, dessen künstlerisches Erbe noch heute in der Fattoria fortwirkt. 1549 war Michelangelo gerade mit den Malereien in der Sixtinischen Kapelle beschäftigt, als er einen Nittardi-Wein als Geschenk für den damaligen Papst Julius II. nach Rom schickte. Auch heute wird noch, oder wieder - die Umstände sind nicht genau geklärt - jedes Jahr eine Flasche „Nectar Dei“ in den Vatikan versendet. Über die Jahrhunderte kam es zu vielen Besitzerwechseln, bis 1982 der Frankfurter Herausgeber und Gallerist Peter Femfert und seine Frau Stefania Canali, eine Historikerin aus Venedig, das Anwesen kauften. Sie begannen die Weinberge neu zu bepflanzen, eine Dekade nach dem Kauf modernisierten sie die alten Keller komplett, wobei allerdings die historischen Gebäude alle erhalten blieben. Heute ist auch Sohn Léon Femfert voll im Betrieb tätig.

Die Rebflächen um den Stammsitz Nittardi sind in fünf Parzellen mit je neun Hektar aufgeteilt. In ihnen wachsen auf den typischen „Galestro“- Böden, einem Boden aus Schiefer und Steinen, hauptsächlich Sangiovese und ein klein wenig Merlot. Die Weinberge liegen auf einer Höhe von 400-500 Metern über dem Meeresspiegel. Etwas weiter südlich, aber immer noch im Chianti Classico Gebiet, liegen die Weinberge von Villa Rosa, in denen an alten Rebstöcken Sangiovese und Canaiolo Nero wachsen. Die Pflanzen profitieren hier von den großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht, was die Traubenreifung positiv beeinflusst.
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bewirtschaftete Fläche:29+37 Hektar
Webseitewww.nittardi.com
Anschrift: Loc, Nittardi, I 53011 Castellina in Chianti

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