Weingut Knipser

Nördlich von Mannheim kreuzt die A6 den Rhein in westlicher Richtung. Schlägt man diese ein, so kann man bald die Berge des Pfälzer Waldes am Horizont entdecken. Kurz davor findet man dann das Dörfchen Laumersheim. Mit etwa 2000 Sonnenstunden im Jahr ist die Region eine der sonnigsten in Deutschland. Der Pfälzerwald wirkt wie ein Bollwerk gegen Regenwolken, die meisten bleiben schon dort hängen und regnen sich ab. So kommt es, dass die Pfalz nur etwa 500 mm Regen im Jahr abbekommt, im Vergleich dazu ist das Bordelais mit bis zu 900 mm/Jahr sehr nass. Allerdings können die Sommer in der Pfalz sehr heiß und schwül sein, was manchmal eine Prüfung für Mensch und Tier ist.

Laumersheim liegt am nördlichen Ende der Deutschen Weinstraße; entlang welcher viele gute und einige Spitzenweingüter des Anbaugebietes liegen. Zu den letzteren gehört mit Sicherheit auch das Weingut Knipser, dessen Rebflächen sich von der Freinsheimer Höhe im Süden bis an den Rand des nördlich gelegenen Nachbardorfes Dirmstein erstrecken. Der ehedem aus Meran stammende Knipser-Urvater, der letztendlich den Pfälzer Stamm der Knipsers gründete, war Johann Georg Knipser, der 1615 von Südtirol in die Rheinpfalz auswanderte. Seit 1876 sind die Knipsers in Laumersheim ansässig. Wie noch heute für die Region typisch, wurde der Hof zunächst als landwirtschaftlicher Gemischtbetrieb bewirtschaftet. Neben dem Obst- und Ackerbau wurde auch Weinbau betrieben, die Weine fassweise verkauft. 1948 begann Heinz Knipser, früher als viele seiner Kollegen, mit der Flaschenabfüllung und der Direktvermarktung. Aber es dauerte noch bis in die 1980er Jahre, bis Werner Knipser endgültig komplett auf Weinbau umstellte.

Der Aufstieg an die Weltspitze konnte beginnen. Mitte der 80er Jahre begannen Volker und Werner Knipser, die das Weingut immer noch zusammen führen, mit dem Ausbau in Barriques, gleichzeitig wurde der Rotweinanteil im Weinberg erhöht. 1993 wurden die Knipsers in den renommierten Kreis der VdP-Weingüter aufgenommen. Die Zukunft des Weingutes steht schon auf festen Füßen, denn seit 2005 ist Werners Sohn Stephan Miteigentümer des Weingutes. Auch die jüngere Schwester Sabine engagiert sich seit 2009 im Familienbetrieb, unterbrochen nur von einem Auslandsaufenthalt.

Das besondere an der Familie ist, dass sie mit einer nonchalenten Art daherkommen und es den Anschein hat, als würden sie ihre Spitzenerzeugnisse einfach so aus demèmel schütteln. Rot wie Weiß, Basis wie Premium – die Weine von Knipser werden in allen Weinführern gleichermaßen gelobt. Eine der wichtigsten Rieslinglagen ist der Dirmsteiner Mandelpfad. Dessen Herzstück ist das sogenannte Himmelrech, welches die Knipsers seit 2001 bewirtschaften. In dieser Lage dominieren mächtiger Löß und Kalk, der Hang ist südlich exponiert, sehr geschützt und hitzig. Er bringt Rieslinge mit verschwenderischer Fruchtfülle hervor, aber auch Cabernet Sauvignon und Merlot finden hier optimale Wachstumsbedingungen. Auf 56 Hektar Anbaufläche herrscht Löß vor, mit einer mehr oder weniger dicken Auflage aus Kalkmergel, die an manchen Stellen nur 20cm, an anderen mehrere Meter dick ist. Gelesen wird von Hand, die Knipsers legen außerdem Wert auf eine konsequente Ertragsreduzierung durch eine grüne Lese. Die Rotweine werden nach Bordelaiser Vorbild immer in Barriquefässern gelagert, der Spätburgunder reift in 30-50% neuen Fässern, Dornfelder und Cabernet Sauvignon in bis zu 100% neuen Fässern. Der Cuvee X wird von Eichelmann als die: perfekte Pfälzer Interpretation eines Top-Bordeaux bezeichnet.
Gerhard Eichelmann Deutschlands Weine 2022
*Werner und Volker Knipser haben Laumersheim bekannt gemacht. Für Rotwein zunächst, aber seit vielen Jahren erzeugen sie regelmäßig auch faszinierende Chardonnay, Grauburgunder und Rieslinge, die zur Spitze in der Pfalz und in Deutschland zählen. Daneben gibt es insbesondere noch Weißburgunder, Sauvignon Blanc, Gewürztraminer und Silvaner. Als Spezialitäten bauen sie früher in der Pfalz und in Deutschland weit verbreitete, aber mittlerweile komplett verschwundene Sorten wie Gelber Orleans oder Blauer Arbst an, dazu kommen seit einigen Jahren kleine Flächen mit Marsanne und Viognier. An roten Sorten gibt es neben Spätburgunder, Sankt Laurent und Dornfelder schon recht lange auch internationale Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Syrah. Seit 2005 ist auch Werner Knipsers Sohn Stephan im Betrieb tätig, den er mittlerweile leitet.
Kollektion
In diesem Jahr wird wieder einmal deutlich, wie sehr der teuerste Spätburgunder der Familie Knipser, der RdP, auf die Reife angelegt ist, er zeigt zwar schon ein sehr komplexes Bouquet mit Aromen von Schwarzkirsche, feinen Röstnoten, etwas Menthol und Gewürznelke, am Gaumen besitzt er eine feine Säure und kräutrige Frische, aber auch noch sehr straffe, jugendliche Tannine, die den Wein noch etwas im Zaum halten - bis er im September 2024 in den Verkauf kommt, dürfte er sich noch deutlich steigern. Der Spätburgunder Kirschgarten ist hingegen schon viel offener und nachhaltiger als der RdP, er zeigt Schwarzkirsche, dezentes Holz, etwas Waldboden und Gummiabrieb im eindringlichen Bouquet, ist am Gaumen sehr präsent und elegant mit viel klarer Frucht, jugendlicher Struktur und frischer Säure, der Mandelpfad zeigt ein ähnliches Bouquet mit Schwarzkirsche, Kräutern und etwas Gummi, besitzt am Gaumen ebenfalls noch eine jugendliche Struktur und herbe Kirschfrucht, ist elegant und etwas komplexer und nachhaltiger als der im Großen Garten, der im Bouquet Noten von Schwarzkirsche, Krokant und Waldboden vereint und am Gaumen gute Konzentration und viel klare Frucht besitzt. Auch die beiden Syrah und die zwei roten Cuvées aus dem Jahrgang 2018 sind hervorragend, der Syrah zeigt dunkle Frucht, Kräuter und etwas Schokolade im Bouquet, besitzt am Gaumen leicht pfeffrige Noten und kräutrige Frische, ist sehr kraftvoll und nachhaltig, der Syrah Réserve zeigt ein deutlich feineres differenzierteres Bouquet mit Aromen von Pflaumen, dunklen Beeren, Schokolade, Waldboden und Gummiabrieb, besitzt am Gaumen reife Tannine, viel Frucht, ist kraftvoll, aber elegant, pfeffrig und sehr nachhaltig. Die Cuvée X ist im Bouquet herrlich eindringlich mit Noten von dunklen Beeren, Kräutern, Menthol und dezenter grüner Paprika, am Gaumen besitzt der Wein perfekt eingebundenes Holz, viel dunkle Frucht, kühle Frische und reife Tannine, ist sehr nachhaltig, noch beeindruckender ist die Cuvée XR, die im fein aufgefächerten Bouquet Aromen von Brombeeren, schwarzen Johannisbeeren, Himbeeren, Tannenadeln und etwas warmen Gummi zeigt und am Gaumen sehr elegant ist und eine mächtige Struktur mit reifen, aber noch ganz jugendlichen Tanninen und viel Potenzial besitzt. Bei den beiden Chardonnay ist der Vierstern, der erst ab September 2024 verkauft wird, noch sehr deutlich vom Holz geprägt, neben Röstnoten besitzt er auch Noten von Salzzitrone und eine frische Säure, ist aber noch sehr verhalten und öffnet sich auch mit Luft kaum, der Dreistern ist präsenter, zeigt ein feines Bouquet mit Noten von Mostbirne, Zitrusfrüchten und etwas Brotkruste, am Gaumen besitzt er feinen Schmelz, ist animierend, elegant und sehr nachhaltig. Die drei weißen Großen Gewächse kommen jetzt nach zwei Jahre nach der Ernte in den Verkauf, der Steinbuckel-Riesling ist leicht mineralisch, animierend und elegant, besitzt salzige Länge, der Mandelpfad ist etwas verhaltener, besitzt animierende Zitruswürze und Frische und der Kirschgarten-Weißburgunder besitzt Kraft, viel klare Frucht und eine feine Säure. Bei der Basis gefällt uns der lachsroséfarbene, florale und leicht nussige Grauburgunder am besten, der Kraft und Schmelz besitzt. *

Vinum Weinguide Deutschland 2022
*Bei Knipser ist es immer die Frage, was denn diesmal aus der Menge heraussticht. Die Antwort ist nicht einfach, zu homogen das Niveau. Da sind die Einsteiger für um die zehn Euro, die man im Sommer aufschraubt und die den perfekten Nachmittagskick zum Runterfahren bringen: der rassige Clarette Rosé, alles andere als ein Fruchtbolzen, aber ein knackiger, unbeschwerter Spaßmacher. Oder der klare, eben nicht überparfümierte Sauvignon Blanc, Oder Everybody´s Darling, der Chardonnay & Weißburgunder, rund und extrem süffig.

Es ist ein sehr junges und vor allem sehr weibliches Team, das unter der Führung von Stephan Knipser arbeitet. "Derzeit haben wir drei junge Frauen als Azubis und zwei, die mit mir im Keller sind", sagt er, der stolz darauf ist, selbst bei ihrem großen Erfolg der vergangenen Jahre immer noch weiter nach vorne zu schauen. Aus Frankreich hatten sie sich für Chardonnay und Pinot Noir spezielle Klone beschafft, die nun mehr und mehr in den Ertrag kommen, was auch für die Riesling-Klone gilt, die sie selbst aufwendig in einer Selection Massale gezüchtet haben. "Wir machen die Weine bewusst knochentrocken, alle Rieslinge sind inzwischen wieder im Holz, meist in Viertel- oder Halbstückfässern", lernen wir, "das gibt einen sehr runden Geschmack und lässt die Weine einfach besser nachreifen auf der Flasche." Reifung ist ein wichtiges Thema bei Knipser, denn die Top-Weine werden in aller Regel erst im Alter von vier bis fünf Jahren auf den Markt gebracht. Aktuell ergötzen wir uns an den jungen Großen Gewächsen aus Riesling und Weißburgunder, die strahlend und eindringlich wirken, sehr dicht nachhallen und dabei nichts von ihrem Druck verlieren. Vor allem der Steinbuckel ist hier wieder führend. Die Pinot Noir haben eine Gelassenheit, die vor zehn Jahren bei Knipser undenkbar gewesen wären.

Und dann kommen die internationalen Weine, wie wir sie nennen möchten. Die beiden Cuvées X und XR. Beide gemacht aus Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Merlot, sind sie mega konzentriert und stoffig. Perfekte Profiteure des Jahrgangs 2018. Umgehauen hat uns dann der Syrah Réserve, der sich an der Rhône aber auch sowas von gar nicht verstecken muss. *

Falstaff Wein Guide Deutschland 2022
*Schon vor Jahren predigte Werner Knipser, dass man Weinen Zeit zur Reife geben müsse. Da ist es nur konsequent, wenn er im eigenen Betrieb vorangeht und aktuell bei gleich mehreren Weinen den Jahrgang 2015 in den Verkauf bringt. Die Weine dieser "Reserve"-Linie sind wahre Kulturdenkmäler: Der Spätburgunder "RdP" ragt mit seiner noblen Gerbstoffdichte und seiner Kalkprägung heraus, der Vier-Sterne-Chardonnay ist ein Brocken, der die meisten Corton Charlemagne in den Schatten stellt. Werner, Volker und Stefan Knipser verstehen es, immer wieder zu überraschen!*

Gerhard Eichelmann Deutschlands Weine 2020
*Werner und Volker Knipser haben Laumersheim bekannt gemacht. Für Rotwein zunächst, aber in den letzten Jahren erzeugen sie regelmäßig auch faszinierende Chardonnay, Grauburgunder und Rieslinge, die zur Spitze in der Pfalz und in Deutschland zählen. Daneben gibt es insbesondere noch Weißburgunder, Sauvignon Blanc, Gewürztraminer und Silvaner. Als Spezialitäten bauen sie früher in der Pfalz und in Deutschland weit verbreitete Sorten wie Gelber Orleans oder Blauer Arbst an, die inzwischen ganz aus deutschen Weinbergen verschwunden sind. An roten Sorten gibt es neben Spätburgunder, Sankt Laurent und Dornfelder schon recht lange auch internationale Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Syrah. Seit 2005 ist auch Werner Knipsers Sohn Stephan im Betrieb tätig.
Kollektion
In der Spitze so stark wie noch nie - so das knappe Fazit über die aktuelle Kollektion der Knipsers. Aber es geht auch ausführlicher: Allen voran waren wir vom Spätburgunder aus dem Kirschgarten fasziniert, der ein tiefes, vielschichtiges Bouquet zeigt, mit Aromen von Schwarzkirsche, Hagebutte, Waldboden und sehr dezenter röstiger Würze, dann am Gaumen ebenfalls viel klare Frucht besitzt, dazu feine Frische, gute Struktur und sehr nachhaltig ist, einer der großen Spätburgunder des Jahrgangs 2017 in Deutschland. Der RdP steht ihm kaum nach, ist noch mehr auf die Reife angelegt und könnte dann den Kirschgarten sogar noch übertreffen, er zeigt ein sehr feines Bouquet, rote Früchte, Johannisbeere, Himbeere, Hagebutte, etwas Krokant und Waldboden, ist am Gaumen noch ganz jugendlich, sehr elegant und nachhaltig, der Reserve ist ebenfalls sehr komplex, zeigt neben Waldboden und Krokantwürze auch etwas mineralische Noten, Eisen, besitzt jugendliche, aber reife Tannine, ist ausgewogen und harmonisch, der Mandelpfad zeigt Sauerkirsche, kräutrige Noten und dezente röstige Würze, ist kraftvoll und lang, der Große Garten ist zunächst sehr verhalten, braucht viel Luft, zeigt dann dunkle Frucht, Schwarzkirsche, etwas Pflaume, besitzt am Gaumen, Kraft, Struktur und Konzentration, gibt aber von allen Spätburgunder noch am wenigsten preis. Auch die 2016er Syrahs sind beide faszinierend komplex und besitzen kühle, kräutrige Würze, die normale Version zeigt dunkle Frucht, Eukalyptus, etwas Gummiabrieb und Krokant im Bouquet, besitzt eine noch jugendliche Struktur, ist kraftvoll und elegant, die Reserve, die im September 2022 in den Verkauf kommen wird, ist noch etwas verhaltener im Bouquet, zeigt feine Röstnoten und etwas Waldboden, besitzt dann am Gaumen rote und dunkle Frucht, Brombeere, pfeffrige Würze, etwas Menthol, ebenfalls noch ganz jugendliche Tannine, ist kraftvoll und sehr nachhaltig. Die beiden Basis-Spätburgunder aus 2015 zeigen klare, dunkle Kirschfrucht und feine Krokantnoten, der Kalkmergel besitzt kräutrige Würze, ist elegant und lang. Die beiden Großen Gewächse vom Riesling bewerten wir gleich, auch wenn sie sich deutlich unterscheiden, der Mandelpfad zeigt deutliche Frucht im Bouquet, Ananas, Aprikose, grünen Apfel, ist auch am Gaumen schon sehr offen und präsent, besitzt etwas Fülle und ein animierendes Säurespiel, der Steinbuckel ist dagegen noch leicht verschlossen, zeigt nur etwas kräutrige Würze, besitzt dann im Mund herbe Zitruswürze, Grapefruit, salzige Noten und ist sehr nachhaltig. Der Weißburgunder aus dem Kirschgarten zeigt klare Frucht, Birne, etwas Pfirsich, und sehr dezentes Holz, ist am Gaumen noch sehr jung, besitzt feine kräutrige Würze und ein frisches Säurespiel, vom Chardonnay konnten wir in diesem Jahr nur die 3-Sterne-Version verkosten, die ein eindringliches Bouquet zeigt, mit Noten von Pfirsich, gelbem Apfel, Zitruswürze und feinem, dezentem Holz und die im Mund eine präsente, lebendige Säure und gute Länge besitzt. Die weißen Basisweine und der Clarette sind sehr fruchtbetont, hier sticht der in diesem Jahr leicht zwiebelschalenfarbene Grauburgunder heraus, der klare Frucht, Birne, Melone, und florale und nussige Würze zeigt, leicht cremig, frisch und lang ist.*

Vinum Weinguide Deutschland 2020
*Bei Knipsers hat sich personaltechnisch einiges geändert im vergangenen Jahr. Nachdem Sven Ohlinger und Philipp Seeger ja mit Dambach nun ihr eigenes Projekt haben und nur mehr vereinzelt bei Knipser arbeiten, sorgt die neue, junge Kellermeisterin Amrei Pelzer, von Stephan Knipser über den grünen Tee gelobt, mit großem Einsatz für viel Drive im Keller. Tom Benns, zuvor Ewiigkeiten bei Bürklin-Wolf im Verkauf tätigt, kümmert sich nun verstärkt um das bis dato nicht wirklich bearbeitete Exportgeschäft. Vor allem mit Pinot Noir sieht Stephan große Chancen, sich in der ganzen Welt zu etablieren, bedenke man doch die großartige Qualitätsexplosion der vergangenen Jahre. Wir geben ihm ausdrücklich und mit Freuden recht. Die Entwicklung der Pinots bei Knipser von tigerhafter Kraft zu vibrierenden Eleganz kann nicht geleugnet werden. Insofern geht man tollen Zeiten entgegen.
Keine Probleme mit den Mengen
Der Jahrgang 2018 hat sich bei Knipser nicht in übergroßen Mengen niedergeschlagen, weil hier ohnehin sehr viel vorab selektioniert wird. "Jede einzelne Beere kam kerngesund und mit perfekter Reife auf den Hof, insofern sind wir überaus zufrieden", so Stephan Knipser. Wie kaum anders zu erwarten von einem Betrieb dieses Levels, führte dies zu phantastischen Weinen. Die weißen Großen Gewächse zeigen sich keinen Deut schwächer als 2017. Ganz stark auch wieder die internationalen Rebsorten, ob als Syrah und Syrah Réserve oder als Cuvée X. Solche Weine sind eine Benchmark für die deutschen Kollegen. Übrigens kommen viele der gehobenen Weine erst vier bis fünf Jahre nach der Lese in den Handel. Wir sind darin übereingekommen, sie später noch einmal zu verkosten, damit der Leser dann auch aktuelle Bewertungen hat. Um das Thema Pinot Noir nochmals kurz aufzugreifen: Der RdP (Réserve du Patron) steht naturgemäß an der Spitze einer beeindruckenden roten Armada.*

Gault & Millau Weinguide Deutschland 2020
*Ein Besuch bei Knipsers ist immer ein ganz besonderes Vergnügen, findet man dort neben dem vielleicht facettenreichsten Weinsortiment Deutschlands doch auch noch genügend andere Gründe, die dieses Erlebnis ganz besonders und unvergesslich machen. Da ist zum einen der vollkommen entspannte und absolut unprätentiöse Umgang mit der Kundschaft. Egal ob Freund oder Fremder, ob Weinkenner oder Einsteiger, jeder wird mit derselben ungekünstelten Offenheit und Heiterkeit begrüßt und gleich auch davon angesteckt. Niemals sind die vinologischen Ausführungen belehrend oder gar abgehoben, sondern immer äußerst informativ bis hin zu wirklich spannend. Jeder Wein hat seine persönliche Note und auch Anekdote. Die Dramaturgie einer solchen Weinprobe ist so hinreißend und überraschend wie ein großes Menü in einem Dreisternerestaurant. In dem enorm breit gefächerten Knipser´schen Programm gibt es keine kleinen Weine, Enttäuschungen sowieso nicht. Alle Weine sind durchgängig saftig, lebendig, harmonisch balanciert und strahlen mit viel Zug und Trinkfluss dieselbe Lebensfreude aus wie ihre sympathischen Erzeuger. Zweifelsohne sind, ganz speziell bei den großen Rotweinen, auch ernste Töne dabei, niemals aber so, dass man ins grüblerische Nachdenken verfiele, um nach dem Sinn der Geschmackskomposition zu suchen, frei nach dem Motto: Was will der Weinkünstler uns damit sagen!? Nein, die Weine bestechen allesamt durch eine große Schlüssigkeit, sie sind das, was große Weinkunst eben auch ausmacht, nämlich selbsterklärend und dadurch einprägsam. Alle Weine besitzen eine echte Eigenständigkeit, auf Augenhöhe mit dem Besten, was die Weinwelt so zu bieten hat, allerdings niemals nachahmend oder gar kopierend, sondern immer mit klarer Knipser-Kante.
Diese spürt man ganz besonders bei den Großen Gewächsen vom Riesling, ebenso wie bei den Reserve-Weinen vom Spätburgunder. Bei den beiden Letzteren stand diesmal nicht das Burgund Pate, sondern hier haben die Knipsers eine ganz eigene Stilistik mit viel Würze, seidiger Dichte und großer Tiefe entwickelt, wie es dieser anspruchsvollen und spleenigen Rebsorte nur ganz selten zu eigen ist.ènlich wie Paul und Sebastian Fürst in Bürgstadt und die Malterdinger Hubers hat Knipser-Family hier etwas geschaffen, was inzwischen Weinfreunden auf der ganzen Welt die Freudentränen in die Augen treibt.
Auch in puncto reife, besser gesagt, gut gereifte Aromatik haben die Knipsers im bundesweiten Vergleich die Nase vorn. Ihre late releases sind immer auf dem Punkt, und dies gilt ebenso für den aktuell gezeigten 2014er Riesling wie für die 2014er Reserve du Parton (RdP) vom Spätburgunder. Unvorsichtigerweise durften wir bereits den 2015er Spätburgunder RdP vorverkosten und können nur versichern, dass hier ein ganz großer Wein noch ein wenig im Keller schlummert, aber schon bald die Herzen der Spätburgunder-Aficionados noch höherschlagen lassen wird. Am allerbesten und genussreichsten sind die Knipser´schen Gewächse in der gutseigenen Gastronomie Halbstück zu verkosten, denn die bereits besungene Saftigkeit und Schlüssigkeit der Weine zeigt sich insbesondere, wenn dafür richtig aufgekocht wird. Und auch hier setzt sich die klare Knipser-Kante durch, kein modischer Schnickschnack, sondern handwerklich richtig gut zubereitete Küchenklassiker. Geschmackliche Tiefe bei hervorragender Produktqualität statt Effekthascherei mit vielen Komponenten und dekorativen Pünktchen. Weinherz, was willst du mehr?*

Gegründet: 1876
bewirtschaftete Fläche: 78 Hektar
Auszeichnungen: VdP, Deutsches Barrique Forum
Kellermeister: Stephan Knipser und Sven Ohlinger
Besitzer: Stephan, Volker und Werner Knipser
Webseite: www.weingut-knipser.de
Anschrift: Hauptstr. 49, DE 67229 Laumersheim

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