Weingut Andreas Laible

Gerhard Eichelmann Deutschlands Weine 2020
*Bis ins 17. Jahrhundert lässt sich die Weinbautradition der Familie Laible in Durbach zurückverfolgen. Andreas Laible hatte zusammen mit Ehefrau Ingrid das Weingut in der Spitze der deutschen Rieslingerzeuger etabliert. Heute führt sein Sohn Andreas Christian Laible zusammen mit Ehefrau Petra den Betrieb. Ihre Weinberge liegen alle im Durbacher Plauelrain, einer teils sehr steilen Süd-Lage mit Granitverwitterungsböden, Porphyr, Gneis und Achat. In den letzten Jahren wurden für die Großen Gewächse zwei alte Lagennamen reaktiviert, die 1971 im Durbacher Plauelrain aufgingen. Das ist zum einen die Lage Am Bühl, unmittelbar am Weingut gelegen; zum anderen die Lage Stollenberg, die am östlichen Ortsrand von Durbach unterhalb der Ruine Stollenburg liegt. Gut die Hälfte der Rebfläche nimmt Riesling ein, ein Dutzend verschiedene Riesling-Klone werden angebaut, einige hat Andreas Laible sen. selbst selektioniert. Neben Riesling werden vor allem die Burgundersorten angebaut, Spätburgunder, Weißburgunder und Grauburgunder, aber auch Chardonnay, Traminer (Clevner) und Gewürztraminer, Scheurebe, Muskateller und Sauvignon Blanc. Der Achat als der Spitzen-Riesling des Weingutes ist seit dem Jahrgang 2005 nur noch die Nummer 2, wurde an der Spitze abgelöst durch das Große Gewächs, das seit dem Jahrgang 2013 den Namen der Gewanne Am Bühl auf dem Etikett trägt. Mit dem Jahrgang 2007 gab es erstmals ein Großes Gewächs vom Grauburgunder, 2010 folgte ein Spätburgunder, 2013 ein Chardonnay, 2014 kam ein zweiter Grauburgunder aus der Gewanne Stollenberg hinzu. An der Spitze der Kollektion stehen heute insgesamt fünf Große Gewächse, die aus den Gewannen Am Bühl (Riesling, Grauburgunder, Chardonnay, Spätburgunder) und Stollenberg (Grauburgunder) kommen. Die zweite Stufe des Sortiment, unterhalb der Großen Gewächse, bilden die Erste Lage-Weine aus dem Plauelrain, die Basis stellen die Gutsweine dar. Neben trockenen Weinen werden auch süße und edelsüße Weine angeboten, Riesling vor allem, aber auch Traminer, Gewürztraminer und Scheurebe.

Kollektion
Das Einstiegsniveau ist auch im Jahrgang 2018 wieder gewohnt hoch, schon der trockene Riesling Kabinett ist sehr gut, er ist frisch, fruchtbetont und reintönig im Bouquet, lebhaft, frisch und zupackend im Mund, besitzt gute Struktur und Biss. Spannend ist dann die nachfolgende Serie an trockenen Rieslingen. Der SL ist frisch und fruchtbetont im Bouquet, recht würzig, kommt lebhaft und zupackend in den Mund, besitzt gute Struktur, feine Frische und reife Frucht. Der Klingelberger 1782 zeigt etwas Pfirsiche im Bouquet, reife Frucht, feine Würze, ist deutlich fülliger und saftiger, besitzt reintönige Frucht und viel Frische. Eine deutliche Steigerung bringt der Achat, ist nochmals konzentrierter im Bouquet, würzig und dominant, besitzt herrlich viel Frucht im Mund, Fülle und Saft, viel Kraft und Substanz. Das Große Gewächs Am Bühl zeigt ebenfalls viel Konzentration und klare reife Frucht im Bouquet, besitzt gute Struktur im Mund, reife Frucht, Präzision und Länge. Die trockene Scheurebe ist schon so etwas wie ein Klassiker im Hause Laible, ist wunderschön reintönig im Bouquet, zeigt etwas Cassis und Holunder, ist frisch, klar und zupackend im Mund bei guter Struktur und reintöniger Frucht. Der trockene Clevner von alten Reben ist wunderschön reintönig und frisch im Bouquet, zeigt dezent Rosen, ist klar und harmonisch im Mund, kompakt, sehr sortentypisch. Vom Chardonnay gibt es ein Großes Gewächs aus der Gewanne Am Bühl, das enorm konzentriert und eindringlich im Bouquet ist, feine Würze und Frucht zeigt, im Mund dann sehr kompakt und verschlossen ist, monolithisch. Deutlich offener sind die beiden Grauburgunder. Der Stollenberg zeigt gute Konzentration und Intensität, ist füllig und saftig, besitzt gute Struktur, reife Frucht und Substanz, ganz leicht salzige Noten. Der Grauburgunder Am Bühl ist fruchtbetont im Bouquet, zeigt gelbe Früchte, besitzt gute Struktur im Mund, reintönige Frucht und Frische. Im süßen Segment gibt es eine würzige, frische Riesling Spätlese, dann drei Auslesen: Die Scheurebe wunderschön klar, füllig und saftig, der Gewürztraminer mit Rosen- und Gewürzduft und viel Substanz, der Riesling mit Fülle und reintöniger süßer Frucht. Eine duftige, intensive Clevner Beerenauslese mit Noten von kandierten Früchten rundet die starke Kollektion ab.*

Vinum Weinguide Deutschland 2020
*Im Jahrgang 2018 stellt Andreas Christian Laible in Durbach mit seinem Achat und dem Großen Gewächs aus dem Plauelrain am Bühl die besten trockenen Rieslinge in ganz Baden. Aber auch eine Ebene darunter kann Laible seine Riesling-Expertise unter Beweis stellen. Der SL weist Noten von Feuerstein und Zitrusfrüchten auf, ein saftiger Riesling mit Zug am Gaumen, Frische und Saft. Doch auch die Burgundersorten können sich in der aktuellen Kollektion gut in Szene setzen. Der Weißburgunder aus dem Plauelrain hat Blüten im Duft, Limette am Gaumen und schließt mit etwas Schmelz ab. Der Chardonnay aus dem Durbacher Plauelrain Am Bühl zeigt Kräuterwürze, unterlegt mit zarter Gelbfrucht, cremig mit frischer Säure. Und der Grauburgunder aus derselben Lage zeigt viel Schmelz, erinnert an Walnuss und lässt ein wenig die Muskeln spielen. Bei den edelsüßen Qualitäten spricht alles für die Auslesen von Riesling und Gewürztraminer. Zwei weitere Weine sind jahrgangsbedingt recht süß und lassen zum Teil den Säurenerv vermissen.

Führend in der Region
Es gibt nur wenige Winzer, die in ihrer Region von allen anderen als führend anerkannt werden. Andreas Laibles Rieslinge galten gemeinhin als das Maß der Dinge in der Ortenau und Baden. Offenbar hatten seine Weine geschmacklich eine ähnlich durchdringende Überzeugungskraft wie er selbst auf verbaler Ebene. Sohn Andreas Christian Laible führt die konsequente Stilistik seines Vaters fort. Sein Bruder Alexander gründete im Jahr 2007, mehr oder minder aus Zufall, seinen eigenen Betrieb. Die Arbeitsweisen der Brüder könnten dabei unterschiedlicher kaum sein. Andreeas Laible ist im Weinberg konventionell unterwegs und gärt mit Reinzuchthefen, um die Klarheit und Präzision zu erreichen, für die seine Weine bekannt sind. Genau so, wie es der Vater lange Zeit erfolgreich praktiziert hat. Sein Bruder Alexander experimentiert mit biodynamischer Bewirtschaftung und vergärt spontan. Es wird interessant sein, den Weg der beiden Brüder weiter zu verfolgen. Natürlich gibt es noch deutlich höhere bewertete Rieslinge in anderen Regionen Deutschlands, allerdings sind die Weine von Andreas Laible, gemessen an ihrer Qualität, nach wie vor unglaublich preiswert. Wenn man in badischen Restaurants einen Riesling Am Bühl bestellt, bekommt man immer einen sehr preiswürdigen und genussvollen Gegenwert. Insofern lohnt sich der Kauf dieses günstigen Großen-Gewächs-Rieslings allemal. Und zu vielen Speisen passen die badischen Rieslinge ohnehin oft besser als manches säurelastige Pendant aus nördlichen Regionen.*

Gault & Millau Weinguide Deutschland 2020
*Straffe und mineralische Weine, die Lust auf mehr machen, sind das Ding von Andreas und Andreas Laible. Vater und Sohn gleichen Vornamens haben sich vor allem dem Riesling verschrieben. Den Grundstein dafür legte der Senior gemeinsam mit seiner Frau Ingrid bereits in den 1990er Jahren und etablierte das Weingut in der ersten Liga der deutschen Riesling-Produzenten. Längst sind Andreas junior und seine Frau Petra mit von der Partie – und die dritte Generation steht ebenfalls schon in den Startlöchern. „Im Keller lege ich großen Wert auf die charakteristische Prägung der einzelnen Weinbergsparzellen, die sich unverfälscht in jedem Wein widerspiegelt“, berichtet Andreas Laible der Jüngere. „Die eigenen Hefen bleiben teilweise bis kurz vor der Füllung im Wein. Sie sind daher anfangs etwas verschlossener, gewinnen aber an Reifepotenzial.“ Diese „Verschlossenheit“ ist bei Laibles nicht so stockernst gemeint, dass man sich davor fürchten müsste. Alle hier aktuell gezeigten 2018er Laible-Weine sind charakterisiert durch eine durchweg stimmige Präsenz, die von der Harmonie und dem Einklang mit der Natur im sorgsamen Rebenanbau in den hauseigenen Paradelagen zeugt. Vor allem die 2018er Rieslinge in der typisch laibleschen, bestens abgestimmten Dramaturgie sind eine Bank und bieten in ihrer ansteckend freudvollen Saftigkeit, die hier immer mit viel Rasse unterlegt ist, Trinkvergnügen auf höchstem Niveau.
In den imposanten Hügeln der Ortenau, genauer gesagt im Durbacher Plauelrain, liegen die Weinberge der Laibles, Die Steillage des Geländes mit 80 Prozent Neigung ist legendär und duldet ausschließlich Handarbeit. Die Reben profitieren von einem felsigen Untergrund mit Granit, Porphyr, Gneis und Achat, der sie nicht nur mit Mineralstoffen, sondern auch mit viel gespeicherter Wärme verwöhnt. Seit einigen Jahren nutzt die Winzerfamilie organische Dünger und Komposte, sodass die Pflanzen noch besser mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden. „Dadurch ergibt sich ein ausgeglichenes Wachstum der Reben, und sie sind nicht mehr so anfällig gegenüber Pilzkrankheiten“, erläutert Laible. Die große Leidenschaft der Laibles für den Riesling zeigt sich auch in ihrem Engagement für den Ur-Riesling. Als engagiertes Mitglied der Initiative „Klingelberger 1782“ führen sie die Tradition weiter, die Markgraf Carl Friedrich von Baden dereinst begründete. Anno 1782 ließ er auf dem Klingelberg nahe Schloss Staufenberg in Durbach erstmals ausschließlich Riesling anpflanzen und hob damit den ersten sortenreinen Weinberg in Baden aus der Taufe. Das klingelnde Geräusch von Weinhacken, die auf felsigen Boden treffen, stand für den Namen Pate. Heute erzeugen unter dem Namen „Klingenberger 1782“ zwölf Weingüter zwischen Oberkirch, Durbach und Ortenberg nach strengen Richtlinien Rieslinge. Die Vorschriften sehen unter anderem vor, dass rekultivierte alte Klingenberger-Reben eingesetzt werden, die Lese bei völliger Fäulnisfreiheit der Beeren von Hand erfolgt und ein Mostgewicht von mindestens 90 Grad Öchsle erreicht werden muss. Im Keller kann der Winzer entweder spontan vergären oder Klingelberger-Hefe einsetzten. Dabei handelt es sich um die weltweit erste zertifizierte Bioweinhefe. Zum Schluss müssen sich die Weine dann noch bei einer Blindverkostung vor einer Jury beweisen, bevor sie das Prädikat der Initiative tragen dürfen.
Auch wenn mehr als die Hälfte der Rebflächen der Laibles für den Riesling reserviert ist, hat die Weinkarte der Winzerfamilie noch einiges mehr zu bieten. Dazu gehört unter anderem der Traminer, der in der Ortenau auch den Beinamen Clevner trägt – nicht zu verwechseln mit dem gleichlautendem Spätburgunder aus Württemberg. Hinzu kommen Gewürztraminer sowie weiße burgundische Sorten wie Chardonnay, Weiß- und Grauburgunder.*
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bewirtschaftete Fläche:7,5 Hektar
Mitgliedschaft/Verbände:VdP
Kellermeister/-in:Andreas Christain Laible
Besitzer:Andreas Christian Laible
Webseitewww.weingut-laible.de
Anschrift: Am Bühl 6, DE 77770 Durbach

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