Weingut Rings

Gerhard Eichelmann Deutschlands Weine 2020
*Seit sechs Generationen wird in der Familie Rings Weinbau betrieben. 1960 siedelte Friedrich Weinsheimer in Dürkheimer Hohl aus und errichtete den Winzerhof. 1973 übernahmen seine Tochter Traudel und ihr Mann Willi Rings den Betrieb. Bis zum Jahr 2000 haben sie ihren Wein als Fasswein verkauft, erst als Steffen Rings seine Ausbildung beendete und die Verantwortung im Keller übernahm, begann man mit der Selbstvermarktung. Zum 1. Juni 2015 wurde das Weingut in den VDP aufgenommen, ein steiler Aufstieg! Heute führt Steffen Rings den Betrieb zusammen mit seinem Bruder Andreas. Das Gros ihrer Weinberge liegt in Freinsheim, in den Lagen Schwarzes Kreuz und Gottesacker, zugekauft haben sie Weinberge in Lagen wie Weilberg, Nussriegel und Saumagen. Im Jahr 2011 rekultivierten sie eine jahrzehntelang brachliegende Gewanne in der Lage Leistadter Felsenberg und bestockten den nach Süden ausgerichteten Hang mit einem Pinot Noir-Klon aus dem Burgund. Rote Rebsorten nehmen die Hälfte der Rebfläche ein: vor allem Spätburgunder und Syrah. Neben Riesling gibt es an weißen Sorten Weißburgunder und Grauburgunder, Chardonnay, Silvaner und Sauvignon Blanc. Nach der Umstellung auf biologischen Anbau sind die Weine des Jahrgangs 2017 erstmals biologisch zertifiziert. Und eine weitere große Neuerung gibt es: Am südwestlichen Rand Freinsheims wurde in der Lage Schwarzes Kreuz ein komplett neues Weingut mit reichlich Raum für Produktion, Keller und Lager in den Hang gebaut, im Laufe des Sommers 2018 fand der Umzug aus den beengten Verhältnissen in der Ortsmitte statt.

Kollektion
Ein neuer Jahrgang und ein neuer Höhenflug: Hatten wir schon im vergangenen Jahr geschrieben, dass besonders bei den Rieslingen die Maßstäbe nach oben verschoben worden seien, so können die Rings-Brüder sich in diesem Jahr nochmals steigern, das Große Gewächs aus dem Saumagen ist der höchstbewertete Riesling der Pfalz in diesem Jahr und auch der Weilberg war noch nie so stark. Der Saumagen zeigt im Bouquet kreidig-kalkige und steinige Würze, dazu etwas Frucht, gelben Apfel, ist auch am Gaumen herrlich komplex und nachhaltig, besitzt viel Substanz, Druck, Grip, salzige Noten und Potenzial, der Weilberg zeigt feine Zitrusnoten, Kräuter und etwas Stein, besitzt am Gaumen eine herbe kräutrige Würze, baut feinen Druck auf und ist sehr elegant. Dazu kommt als dritter Topriesling der „Kreid“, eine Selektion aus dem Saumagen, der im noch leicht verhaltenen Bouquet kreidige und steinige Noten zeigt, am Gaumen leicht herbe Zitrusnoten besitzt, Grapefruit, und kraftvoll, animierend, enorm salzig und nachhaltig ist. Und auch die beiden Erste Lage-Rieslinge sind stark, der Steinacker zeigt kreidig-steinige Noten und herbe Zitrusfrucht, besitzt Grip und salzige Länge, der Nussriegel zeigt quasi keine Frucht, aber viel kräutrige Würze, besitzt am Gaumen dann auch etwas Zitrusnoten, Limette, ist geradlinig und puristisch. Fast genauso beeindrucken sind die 2017er Spätburgunder, in diesem Jahr wieder mit dem Saumagen an der Spitze, er zeigt ein feines, vielschichtiges Bouquet mit Noten von roten Johannisbeeren, Himbeeren, Waldboden, Kräutern und Krokant, besitzt noch präsente, aber reife Tannine, ist harmonisch, elegant und nachhaltig, der neue Wein aus dem Leistadter Kalkofen zeigt Aromen von dunkler Kirschfrucht, Waldboden, Gummiabrieb und Kräuterpastillen, besitzt ebenfalls noch jugendliche Tannine, ist elegant und braucht noch Zeit, der Steinacker ist etwas zurückhaltender in der Frucht, besitzt kühle, kräutrige Noten und etwas Krokantwürze, ist ebenfalls elegant. Und auch „Das Kreuz“ zeigt klare Frucht von Brombeeren, schwarzen Johannisbeeren, besitzt auch frische, kräutrige Noten, Eukalyptus, Minze, ist kraftvoll und harmonisch, der Syrah zeigt dunkle Beerenfrucht, kräutrige und pfeffrige Würze, besitzt ein noch sehr jugendliches Tanningerüst, Potenzial und Länge.*

Vinum Weinguide Deutschland 2020
*Es hat sich mit dem Bau des neuen Weinguts ganz viel geändert für Andy und Steffen Rings. Die Kellerei kam mit dem massiven Jahrgang 2018 ohnehin wie gerufen, denn nun stehen die Weine endlich in einem richtigen Keller, nicht mehr in einer Halle. Man arbeitet mit kleineren Tanks, hat einen zweiten Sortiertisch, alles geschieht nur noch über Schwerkraft, auch ganz ohne Maischepumpe. Wer die beiden Brüder kennt, weiß, wie pingelig sie sind, wenn es um ihre Qualitäten geht. Jetzt wollen und können sie die Parzellen schärfer voneinander abgrenzen. Den Steinacker Riesling etwa haben sie, obwohl es eh nur 1.800 Liter waren, in vier kleinen Edelstahltanks ausgebaut, weil es keine geschlossene Parzelle war. Das hat man auch so gemacht beim Pinot aus dem Felsenberg, den es nach zwei Jahren mit Frostschäden bzw. Hagel in 2018 wieder gibt: Er wurde in drei Partien aufgeteilt, weil die oberste davon einfach schneller reifte als die andere.

Leichtigkeit wird angestrebt
Das Ziel des Schaffens bei Rings sind Weine, die mit möglichst wenig Alkohol auskommen – dafür hin zu noch mehr Frische und Kühle. Paradebeispiel ist der Riesling Kreid. Er ist eine Selektion aus der Parzelle Kreidkeller, die wiederum Teil des Saumagens ist. Aus dem Boden mit Roterde mit Kalk hat man kleinste, jungfernfrüchtige Trauben gelesen, die dann zu 0,1 Prozent Restzucker durchgegoren sind. Ein kühler Kerl mit immensem Druck. Künftig sollen viele Weißweine erst später auf den Markt kommen; diese Umstellung beginnt Rings jetzt mit Burgundersorten, später ziehen dann die Rieslinge nach. Der Keller war von vornherein so geplant, dass man in ihm 1,5 Jahrgänge vorhalten kann. Uns hat die gesamte Kollektion sehr, sehr gut gefallen, auch wenn 2018 offenbar viele Parzellen, auch mit älteren Rebanlagen, von der Trockenheit arg betroffen waren. Andy und Steffen ist es dennoch gelungen, dies im Wein nicht spüren zu lassen. Bei den Rotweinen hatten wir immer gedacht, dass 2017 lange nicht an 2016 heranreichen kann, doch sind wir eines Besseren belehrt worden. Die Cuvée Das Kreuz oder der Spätburgunder Saumagen sind ganz hervorragend ausgefallen.*

Gault & Millau Weinguide Deutschland 2020
*Der Umzug ist erfolgreich bewältigt: 2018 ist der erste Jahrgang, den die Rings-Brüder im neu errichteten Weingut im Freinsheimer Kreuz verarbeitet haben. Längst war der alte Gutsbau im Freinsheimer Wohngebiet zu klein geworden, also baute man in den Weinberg, und zwar so, dass vom Gebäude bald nicht mehr viel zu sehen sein wird: Der Bau wurde fast vollständig mit Humus abgedeckt und bepflanzt. Ein weiteres Kapitel in der kurzen, aber bereits sehr erfolgreichen Geschichte des Gutes: Im Jahr 2001 gegründet, wurde es 2015 in den VDP aufgenommen, 2017 erfolgte die Biozertifizierung, und 2018 gab es die vierte Gault&Millau-Traube. Es waren aber auch Rückschläge zu bewältigen: Im Jahrgang 2016 verzichteten Andreas und Steffen Rings auf die GG-Spätburgunder aus dem Saumagen sowie dem Felsenberg, im Jahr 2017 schädigte Frost den Spätburgunder im Felsenberg zu 100 Prozent. Hier darf man unter normalen Umständen Großes erwarten von dem Brüderpaar: „Unsere Monopollage Felsenberg liegt im Naturschutzgebiet Berntal, umschlossen von Kalksteinmauern. Wir haben den Weinberg 2011 komplett renaturiert und mit burgundischen Pinot-Noir-Reben neu bestockt.“ Neu im Portfolio ist der Leistadter Kalkofen. Dieser liegt wiederum oberhalb des Felsenbergs und grenzt direkt an den Pfälzer Wald. „Der Kalkofen wurde nie flurbereinigt“, berichten die Rings´, „und er ist reich an alten Reben auf einem massiven Kalksteinboden. Hier konnten wir uns zwei Parzellen mit Spätburgunder sichern, der im Jahr 1971 gepflanzt wurde.“ Die Kühle vom Pfälzer Wald und die alten Reben sorgen für einen finessenreichen, eleganten Wein, eine echte Bereicherung des Sortiments. Eine solche ist auch der Kreid, eine Topselektion aus einem Filetstück des Kallstadter Saumagens; der Name nimmt Bezug auf den kreidigen Kalkstein der Parzelle. „Dieser Wein ist eine Hommage an unseren Vater, der leider dieses Jahr verstorben ist“, erklären die Brüder. Zusammen mit dem Spätburgunder GG Saumagen stellt dieser Ausnahmewein die Spitze der vorgestellten Kollektion dar, in der Weiß wie Rot gleichermaßen überzeugen können – auch hierin nimmt das Gut eine Ausnahmestellung ein. Diese resultiert aus Enthusiasmus und besessener Arbeit am Detail: „Wir sind Weinverrückte. Wein ist unser Leben, dafür arbeiten wir 365 Tage. Naturnaher Weinbau erfordert viele Hände – zum Entblättern, Ausgeizen, Halbieren, Selektieren uns Sortieren.“ Im Weinberg werden zur Durchwurzelung des Bodens zum Anlocken von Nützlingen Buchweizen, Klee sowie Rettich eingesät, als Dünger wird Pferdemist ausgebracht. Zur Vinifizierung ihrer Spitzenrotweine sagen die Rings´: „Die Trauben werden von Hand gelesen, im Weingut nochmals sortiert und per Hand abgebeert. Ohne Pumpvorgänge kommen die Trauben in ihre Holzgärbottiche, die „cuves“, mit einem Anteil ganzer Trauben. Nach einer kurzen Mazerationszeit vergärt die Maische spontan, mit natürlichen Hefen.“ Der Ausbau erfolgt für 18 Monate anteilig in neuen und gebrauchten Barriques. Der zu verzeichnende Qualitätsschub bei den Weißweinen ist auch neuen Lagen im Portfolio zu verdanken: Die Mehrzahl der Rings´schen Reben steht nach wie vor um Freinsheim, aber in den vergangenen Jahren sind noch Weinberge in Ungstein (Nussriegel, Weilberg) sowie in Kallstadt (Saumagen, Steinacker) dazugekommen, die markante Rieslinge hervorbringen. „Wir sind überzeugt vom Potenzial unserer Lagen. Denn sie machen den Unterschied. Diese Motivation trägt uns jeden Tag, in der Familie und im ganzen Team“, erklären die Brüder ihren nicht zu bremsenden Antrieb.*
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bewirtschaftete Fläche:26 Hektar
Kellermeister: Steffen und Andreas Rings
Webseitewww.weingut-rings.de
Anschrift: Dürkheimer Hohl 21, DE 67251 Freinsheim

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