Château Lafite Rothschild

Pauillac ist womöglich die Spitzenappellation im Médoc, beherbergt sie doch drei der weltbekanntesten Weingüter des Bordeaux: die Weingüter Latour, Mouton-Rothschild und Lafite-Rothschild. Letzteres war seit seiner eigentlichen Gründung im 17. Jahrhundert über die Jahrhunderte größtenteils Lieferant einer außergewöhnlichen Qualität. Erwähnt wurde der Name „Lafite“ zum ersten Mal im Jahr 1234, als Nachname des Abtes Gombaud de Lafite, der dem Kloster in Vertheuil vorstand. „La hite“ nennt man im Dialekt der Gascogne einen Hügel, was die Landschaft in diesem Teil des Médoc gut beschreibt. Im Mittelalter war das Anwesen als Lehnsgut dokumentiert. Im Jahre 1670 begann die Ära der Familie Ségur, als Jeanne de Gasq nach dem Tod ihres Mannes Jacques Ségur heiratete. Zu diesem Zeitpunkt standen wahrscheinlich schon Reben auf dem Anwesen, dass Jeanne mit in die Ehe brachte. Jacques Ségur wandelte nach und nach einen größeren Teil der landwirtschaftlichen Fläche in Weinberge um. Durch Heirat der Kinder von Jeanne und Jacques gelangten zweitweise die Güter Lafite, Latour, Phélan-Ségur und Mouton in den Besitz der Familie. Das Château Lafite wurde im Jahre 1784 aufgrund einer erdrückenden Schuldenlast von der Familie Ségur verkauft.
Durch die Vorliebe des französischen Königs Ludwig des VIX. für das Château im 18. Jahrhundert und seinen erstklassigen Ruf (und den dadurch erzielten, hohen Preisen) im 19. Jahrhundert, wurde Château Lafite-Rothschild bei der Klassifikation der Bordeaux Weingüter im Jahre 1855 in die höchste Klasse eines Premier Grand Cru Classé eingestuft. Das Weingut wanderte nach 1784 durch viele Hände, bis schließlich die Familie Vanlerbergh das Weingut im Jahre 1868 wegen Erbstreitigkeiten versteigerte – der Käufer war James Mayer Rothschild, der das Château vermutlich als Anlageobjekt erwarb. Leider konnte sich James Mayer Rothschild nicht mehr an den Früchten seines Kaufes erfreuen, er starb drei Monate nach dem Geschäft. Seine drei Söhne führten das Château weiter, damals besaß Lafite-Rothschild etwa 74 Hektar Weinberge. Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war turbulent. Das Château hatte mit der Reblaus, Mehltau, Rezessionen und den beiden Weltkriegen zu kämpfen. Im 2. Weltkrieg wurde Lafite-Rothschild 1940 konfisziert und kam unter die Verwaltung der deutschen Besatzer. Bis 1942 dienten die Gebäude einer Landwirtschaftsschule als Lehrräume. Die alten Jahrgänge wurden beschlagnahmt oder geplündert, was dem Château großen Schaden zufügte.
Erst Ende 1945 konnte Baron Elie de Rothschild das Weingut zurückfordern. Beim Wiederaufbau der Weinberge, der Gebäude und der Verstärkung des technischen Teams spielte Baron Elie eine tragende Rolle. Mitte der 1970er Jahre übernahm Eric, ein Neffe Elies die Geschäfte. Es folgten größere Investitionen und Umbauten, auch die Weinberge wurden teilweise restrukturiert und das technische Team vergrößert, um am Puls der Zeit zu bleiben. Ehrwürdige Hallen In diese Zeit fiel auch der Bau des neuen Fasskellers, ein wunderschönes, ovales, unterirdisches Bauwerk. Heute misst das Château 112 Hektar Weinberge. Ein Teil liegt direkt um das Château herum auf den sanften Hügeln des Médoc, der zweite Teil liegt westlich des Anwesens auf dem Carruades-Plateau. Der dritte Teil der Weinberge birgt eine einmalige Besonderheit im Médoc: 4,5 Hektar liegen in der Appellation St-Éstephe, nördlich von Lafite-Rothschild. Trotzdem dürfen die Trauben in den Wein verschnitten werden und tragen damit die Bezeichnung der Appellation Pauillac. Der Boden weist eine gute Drainage auf, die Kieselauflage liegt dick auf einem Unterboden aus Kalkstein aus dem Tertiär. Im Rebenspiegel hat wie zu erwarten der Cabernet Sauvignon mit 75% die Nase vorne, gefolgt von Merlot (25%), Cabernet franc (3%) und Petit Verdot (2%). Für den Grand Vin werden keine Rebstöcke unter 10 Jahren verwendet, damit beträgt das Durchschnittsalter der für den Grand Vin verwendeten Reben 39 Jahre.
Château Lafite-Rothschild setzt auch beim Personal auf Beständigkeit. Seit 1994 ist Eric Kohler in der Firma DBR (Domaine Baron Rothschild) tätig, die sich auch um die anderen Weingüter der Familie Rothschild kümmert. Im Jahr 2016 löste er den langjährigen technischen Leiter Charles Chevalier ab, der aus Altersgründen nun mehr als Markenbotschafter für die Châteaux tätig ist. Fast zeitgleich übergab auch Baron Eric de Rothschild das Zepter an die nächste Generation in Gestalt von Saskia de Rothschild.
gegründet:um 1670
bewirtschaftete Fläche:112 ha
Kellermeister: Eric Kohler
Besitzer:Familie Rothschild
Webseitewww.lafite.com
Anschrift: , FR 33250 Pauillac

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