Slowenien & Kroatien

Slowenien & Kroatien Slowenien

Als Teil des Österreich-Ungarns musste das Land nach Auflösung des Großreiches auf grenznahe Regionen zu Gunsten Italiens verzichten. Auch konnten sie das südliche Kärnten, in dem ca. 350.000 Slowenen lebten, durch gescheiterte Volksabstimmungen nicht an den Staat binden. So schloss es sich ab 1918 Teil dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen an. Unter Tito wurde es dem Staatenbund Jugoslawien eingegliedert. Nach dem Zerfall der kommunistischen Strukturen erklärte es sich 1991 für unabhängig. Slowenien hat sich zum Vorzeigeland entwickelt, auch was den Weinbau betrifft. Mühelos hat es innerhalb von 15 Jahren an den internationalen Standard aufgeschlossen. Ca. 30000 Hektar werden zur Zeit bewirtschaftet.

Die an das Friaul grenzende Weinregion Primorje war aber schon zu kommunistischen Zeiten notwendigerweise durchlässig. Das heisst durch die willkürliche Grenzziehung auf Grund des Ersten Weltkrieges lagen nun viele ehemals slowenischen Weinberge zum Teil oder ganz in Italien und die mussten gepflegt werden. So sind Rebsorten und die Qualitäten mit denen der Colli Orientali sehr ähnlich, wenn nicht identisch. Zu diesem Gebiet zählen auch das Adriatische Küstengebiet, der Karst und das Tal der Vipava. Das Weinbaugebiet Podravje im Osten bei Maribor entlang der Drava bis Sredice ob Dravi vor der kroatischen Grenze liefert ähnlich wie das Primorje etwa 40-45 % der Menge. Diese Region mit dem Namen Spodnja Stajerska gehörte bis 1918 zur Untersteiermark und kultiviert auch ähnliche Rebsorten. Auf Ton- und Kalksteinböden gedeihen fruchtige Weissweine, von denen besonders die Spätlesen, Auslesen und Trockenbeerenauslesen geschätzt werden. Sogar Eisweine sind möglich. Das Gebiet Posavje an der Sava liegt in der östlichen Mitte, etwa ab Senovo Brestanic bis an die Staatsgrenze vor den Toren Zagrebs. In diesem kleinen Weinbaugebiet steht allerdings an der weiten Talöffnung das Kernkraftwerk Krsko.

Kroatien

romantisches Weinberglein östlich von SplitDa die beiden großen Landschaften sich wie ein nach Südosten auslaufendes Ypsilon darstellen, gibt es zwei klimatisch verschiedene Zonen. Zum einen: das fruchtbare Landesinnere mit kontinentalem Klima, das die Provinzen Krajina und Slawonien umfasst. Dann den etwa 450 km langen Küstenstreifen Dalmatiens von der Istrischen Halbinsel bis ins südliche Dubrovnik. An diesem langen Küstenabschnitt mit seinen vielen Inseln herrscht ein mildes Mittelmeerklima. Kalte Winde vom Kontinent werden vom Velebit-Gebirge und vom Dinarischen Gebirge, die beide Hochkarstflächen sind und etwa parallel zur Küste verlaufen, abgeschirmt. Entlang der ganzen Küste im Südosten bis Novi Sad wird Wein angebaut. Zentren für Weinbau auf Grund fruchtbarer Böden sind Istrien mit der ganzen West- und Südostküste, dann die größte Insel Brac, die Krajina bei Karlovac (südwestlich von Zagreb) und die Gegend von Osijek bis Novi Sad entlang des Flusses Drava (Drau). Gefürchtet bei Weinbauern, Schiffern und Touristen entlang der Küstenlinie ist der Bora, ein kalter Fallwind aus den Bergen, der aber keinen Regen bringt.

Traubensorten: Wenn man heute Zinfandel hört, ist es interessant zu wissen, dass es sich um die einheimische Rebsorte Plavac (Plavac Mali) handelt, die die Griechen ins Land brachten. Diese rote Rebsorte entwickelt im Norden des Landes eine ziemlich hohe Säure. Deshalb kamen die Italiener als langjährige Besatzer auf die Idee, die Sorte im sonnenreichen Apulien anzubauen. Dort nennt man sie Primitivo. Mit den großen Auswanderungswellen gelangte sie nach Amerika und wurde sprachlich, warum auch immer, zum Zinfandel. In Istrien gedeihen recht gut französische Sorten wie Cabernet und Merlot. Wie im nahen Friaul wird Refosco (Teran) angebaut. Babic, Plavina, Zhlatin, Frankovka (Blaufränkisch), Vranca und Zweigelt werden kultiviert. Bei den Weißweinen dominiert die Grasevina (Welschriesling oder Riesling Italico). Die besten stammen aus dem Nordosten aus der Gegend um Kutjevo. Zudem werden einheimische Sorten wie Bogdanusa, Grk, Malvasija, Marastina, Posip Vugava und Zlahtina angebaut.

Bildquelle: Jörg Ilgen [Public Domain]

geographische Lage: zwischen 43 & 45° nördlicher Breite
Weinbau seit: wohl bereits ab 800 v.Chr.
vorwiegende Rebsorte(n): Plavac, Grasevina
Anbaufläche: ~ 60.000ha