Prowein Bericht 2019

26.03.2019

Reise

Ein Messebericht von der Prowein 2019:

Die Prowein in Düsseldorf – die weltgrößte Fachmesse für Wein und alles, was dazugehört. Prowein 2019 Dieses Jahr, vom 17.3.-19.3., in der 25. Auflage, daher zuerst einmal: Herzlichen Glückwunsch zu dieser Erfolgsgeschichte! Um den Leser gleich am Anfang mit ein paar Zahlen zu langweilen, aber auch um ein wenig Perspektive zu schaffen: dieses Jahr stellten mehr als 6.900 Produzenten aus 64 Ländern einem Publikum von 61.500 Besuchern aus 124 Ländern ihre Weine, Spirituosen und sonstigen Produkte vor.

Tag der Ankunft:
Natürlich ist es klar, dass auch die Wein Bastion bei diesem illustren Event nicht fehlen durfte und ein kleines Team nach Düsseldorf entsandte. Dieses Team (Kristin Gebauer, Jörg Bäuerle und ich, Robert Niemetz) machte sich daher am Vorabend der Messe vom Bahnhof in Ulm auf gen Düsseldorf. Nach einer ereignislosen Fahrt (mit einem Schluck Vinho Verde von Conde Villar verkürzt) am Bahnhof in D-dorf eingetroffen, eine kurze Taxifahrt später in unserem schnieken kleinem Ferienhaus angekommen, ließen wir das Taxi auf uns warten, denn der Abend ging gerade erst los.

Bevor ich weiter die Ereignisse chronologisch wiedergebe: im Rahmen der Prowein gibt es viele Nebenveranstaltungen, die von einzelnen Weingütern, Agenturen oder auch den Medien organisiert werden, und die teils öffentlich, teils privater (sprich: mit Einladung) Natur sind. Jodokus von Drautz Able Daher: an diesem Samstagabend begaben wir uns in das Alte Stahlwerk im Stadtteil Lierenfeld, denn das Magazin Falstaff hatte dort zur Big Bottle Party geladen, und wir dürften dank einer Einladung des Weingut Drautz-Able daran teilhaben. In einer dunklen Clubatmosphäre, zur Musik einer Live-Band und zu späteren Stunde zu Beats eines DJs, fiel der Startschuss zur Messe in entspanntem Rahmen und mit erlesenen Tropfen aus Großformaten. Nur halbwegs ernsthaft verkosteten wir uns durch eine große Bandbreite an Weingütern und gaben uns der aufkommenden Messe-Atmosphäre hin. Das Tolle an solchen Veranstaltungen – aus vinophiler Sicht – ist, dass man in den Genuss kommt, große Weine mit einem stattlichen Alter zu verkosten. Auf dem Bild sieht man, welche Flaschengrößen ausgeschenkt werden!
Doch allzu sehr haben wir es natürlich nicht krachen lassen. Man genehmigt sich natürlich einen Schluck hier und da, kommt ja nicht jeden Tag vor, dass man solche Weine genießen darf.
Aber die Messe ging ja erst los. Daher haben wir uns relativ früh verabschiedet, um für den Sonntag gewappnet zu sein.

Tag 1:
Nach einer geruhsamen Nacht und einem reichhaltigen, teils herzhaftem, teils süßem Frühstück (die Geschmäcker sind halt verschieden…) Weingut Umathum ging es zur Messe. Der heutige Plan sah voraus, sich durch die Halle 17, wo sich alle Österreicher befanden, durchzuprobieren, altbekannten Geschäftspartnern die Hände zu schütteln, die neuen Jahrgänge zu bewerten, und auch ein, zwei „neue“ Geschichten zu testen. Und im nach hinein muss man sagen, dass es eine gute Wahl war, Österreich am ersten Tag abzudecken, denn die Entspanntheit der Winzer aus diesem Land, lässt den allgemeinen Trubel einer solchen Großveranstaltung um einen herum nicht so elementar erscheinen. Und zu einem Grünen Veltliner hier und da sagt man auch nicht Nein.
So kamen wir mit unserem doch recht straffen Programm erstaunlich schnell und konzentriert durch, ohne dabei jemals in Stress zu verfallen. So waren wir schon am frühen Nachmittag mit unserem Pensum durch und konnten schon einmal vorarbeiten, sprich: ein kurzer Abstecher nach Deutschland, um die neuen Jahrgänge von Klumpp Weingut Klumpp durchzukosten, später bei Drautz-Able anzuklopfen und uns artig für die Einladung zu bedanken und den Messe-Tag mit einem Besuch beim Freiherrn von und zu Franckenstein, das uns persönlich sehr verbunden ist, mit einem Schlückchen herrlichen Franckenstein Pinot Brut 2014 abzuschließen.

Doch der Tag war noch nicht vorbei! Wie gesagt, ein weiterer spannender Aspekt dieser Messe sind die Nebenschauplätze. Es gab einen guten Grund noch nicht nach Hause zu fahren: Die Agentur Barbara Wehowsky feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag und hatte zu diesem Anlass den Stickum-Saal im „Uerige“, einer der traditionellen Altbierbrauereien Düsseldorfs, geladen. Mir persönlich eine Freude und Ehre, denn abgesehen von den tollen spanischen Weinen, die diese Agentur vertreibt (hier nur ein Beispiel: Feurige Spanier), sind es sehr angenehme und sympathische Menschen, die hinter dieser Agentur stehen. Nach einem reichhaltigen Büffet, ein paar Gläschen Altbier (das darf man auch als Weintrinker!), einem Schluck spanischem Rotwein, toller Live-Musik und einem flotten Tänzchen, war es auch hier Zeit uns für das herrliche Event zu bedanken, unsere Glückwünsche auszusprechen und uns auf den Weg zu machen.

Tag 2:
Der zweite Tag, dasselbe (Frühstücks)spiel später, am Eingang zur Messe: heute waren die Spanier und Portugiesen an der Reihe (der vorherige Abend hatte schon mal die Duftmarke dafür gesetzt). Anders als am Vortag, war die Stimmung in Halle 10 – hier sind die Iberer „beheimatet“ – ein wenig hektischer und voller. Dazu kam, dass nicht alle Aussteller dieselben deutschen Tugenden an den Tag legten, wie wir: die erste halbe Stunde war von leeren Ständen geprägt, so dass wir erstmal einen Aussteller finden mussten, der auch da war. Nach diesem langsamen Beginn kamen wir dann umso schneller ins Rollen, und zum Mittag hin waren wieder voll im Soll. In dieser Halle fasziniert immer wieder die Vielfältigkeit der iberischen Weinwelt, handle es sich um Rebsorten, Philosophie im Weinberg und Keller, Geographie und vor allem den Menschen dahinter. Und sie reden gerne, diese Menschen, und viel! Wieder etwas früher fertig als geplant, schauten wir zum Einen noch beim Weingut Heimann aus Ungarn vorbei, was immer wieder ein netter Besuch ist, da Zoltan Heimann sein Handwerk versteht und auch im allgemeinen ein toller Typ ist. Zum anderen waren wir dann noch bei der Handelsagentur Zeter, um die neuen Jahrgänge von Alto Moncayo zu verkosten. Für mich persönlich immer ein Highlight, da ich meinen jährlichen Schluck Aquilon Garnacha bekomme.

Der Tag klang aus bei der Standparty von Consiglio Vini, mit erlesenen Weinen aus Italien (hier ein Highlight: Bruno Giacosa Falleto Riserva 2015!!!), kleinen Happen aus der italienischen Küche und vielen guten Gesprächen. Müde und abgearbeitet, aber zufrieden, fielen wir ins Bett.

Tag 3:
Dritter Tag, wieder schaffte man sich eine gute Grundlage, packte zusammen und fuhr mit Gepäck – heute ging es nach getaner Arbeit direkt zum Bahnhof - zur Messe. Der Dienstag stand unter dem Motto Frankreich, und da wir einen kleinen Kick brauchten, war es nur logisch, den Tag mit einem Schluck Crémant zu beginnen. Also auf zu Bouvet Ladubay Crémant!

Hier kann ich gleich wieder einen Einschub in die Chronologie machen: es kam des Öfteren vor, dass wir an einen Stand kamen, der Name Wein Bastion fiel (oder auch nicht: man kennt uns schon) und uns wurde angekündigt, dass man „etwas Besonderes“ dabeihabe, das „nicht jeder verkosten“ dürfte. Das sind die kleinen, aber feinen Schmankerl, die uns in unserer alltäglichen Arbeit bestätigen und diesen Job außergewöhnlich machen. Bei Bouvet kamen wir nach dem regulären Verkosten so in den Genuss eines Crémant 2007 mit dem Namen Ogmius, der 9 Jahre lang auf der Hefe lag und von dem es nur 2000 Flaschen gibt. Ein Schaumwein, der alle Sinne verzaubert! Das ist einer dieser „Once in a lifetime“-Momente, die man nicht vergisst!

Doch weiter im Programm: Halle 11 und 12, das Reich der Franzosen, wurde durchgearbeitet. Champagner-TraumUnser Fokus lag ein wenig auf dem Süden, da wir mit dem Gedanken spielen, unser Sortiment dahingehend zu verändern und zu erweitern. Hier kann man erwähnen, dass fast alle Winzer ihren eigenen Käse und Wurst mitgebracht haben, was in Kombination mit den Weinen natürlich umso spannender und auch zufrieden stellender war. Wiederum kamen wir sehr gut durch und konnten uns so den Nachmittag ohne weiteren „Druck“ links und rechts umschauen, was es denn sonst noch Interessantes gab. Hier kann man das Schweizer Weingut Gantenbein mit ihrem genialen Pinot Noir und das Weingut Albrecht Schwegler, dessen große Rotweine immer wieder Erstaunen hervorrufen, erwähnen. Den Ausklang bildeten die tollen Champagner von Maison Veuve Fourny et fils,und ein kleiner Marsch durch den großen Stand des VdP, wo wir mal links, mal rechts noch zwei, drei Weine probierten.

Dann ging alles relativ flott: ab zum Bahnhof, die Wartezeit auf den Zug überbrücken, dann eine ereignislose Fahrt nach Hause. Unser Fazit nach über 300 verkosteten Weinen, einer Menge toller Treffen und Gespräche: Dieses Jahr waren wir äußerst effektiv und produktiv was unser geplantes Programm anging, so dass uns Freiheiten bezüglich „Alternativen, Neuheiten, Neugier, usw.“ offen standen. Alles in allem ist die Prowein ein tolles Event, um sich mal wieder mit den Winzern zu treffen und „Qualitätskontrollen“ durchzuführen. Und wenn man fokussiert bleibt, dann darf man auch mal einfach nur genießen, ohne „arbeiten“ zu müssen.

Wir kommen sehr gerne nächstes Jahr wieder!

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