Wie funktionieren Weinbewertungen?

08.06.2022

Wein

Weinbewertungen – wie funktioniert’s?

Es gibt in der Weinwelt professionelle Kritiker, deren Beurteilung einen edlen Tropfen in himmlische Sphären heben, aber auch in tiefe Abgründe abstürzen lassen kann.
Diese Robert Parkers, Neil Martins, Jancis Robinsons und wie sie alle heißen, benutzen dafür ein Punktesystem, sprich: sie vergeben Punkte, um ihr heiliges Urteil einem breiten Publikum zugänglich machen zu können.
Dieses Verdikt kann der geneigte Weingenießer in verschiedenen Fachmagazinen oder Websites nachlesen, manchmal wird sogar ein kleiner Aufkleber mit der Punktzahl neben das Etikett auf die Flasche geklebt. Die Hoffnung ist, dass man im Wirrwarr der unzähligen, unbekannten Weine einen (weiteren) Anhaltspunkt bezüglich der Qualität erhält, um Licht ins Dunkel der Flasche zu bekommen. Um eine weitere Phrase zu dreschen: der Sack, in dem sich die Katze befindet, ist jetzt nicht mehr komplett undurchsichtig.

20 oder 100 Punkte?
Aber wie funktioniert das eigentlich?
Wie wird ein emotionales, subjektiv empfundenes Produkt wie Wein für alle verständlich bewertet? Dafür haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zwei Systeme durchgesetzt:

  • die Vergabe von maximal 20 Punkten

  • oder
  • maximal 100 Punkten, die nach einer objektiven Verkostung vergeben werden.

Beide Systeme bewerten im Großen und Ganzen nach Aussehen (das 20er-System unterscheidet hier zwischen Farbe und Klarheit, das 100er-System fasst das zusammen), Geruch, Geschmack und Gesamteindruck. Allen Bausteinen wird eine Maximal-Punktzahl zugestanden, und am Ende werden diese zur Gesamtnote addiert. Während man beim 20er-System vor der Verkostung bei Null anfängt, geht es beim 100er System automatisch bei 50 los. Neben der nüchternen Punktzahl wird meistens noch ein kleiner Text verfasst, der die subjektive Meinung des Verkosters widerspiegeln kann (aber nicht muss).

Trotzdem kann man in diesen Systemen keine starren Bewertungsmaschinen sehen, da im Laufe der Zeit verschiedene Varianten entstanden sind und so gut wie jedeR KritikerIn einen individuellen Ansatz in das Punktesystem bringt. So gibt es beim 20er-System die COS Variante (kurz für: Colour, Odor, Sapor), bei der der sensorische Eindruck höher bewertet wird als der Gesamteindruck, und Robert Parker z.B. hat das 100er-System einfach in „Parker-Punkte“ umgetauft. Außerdem ist es möglich, halbe Punkte zu verleihen, oder mit einem Plus-Zeichen hinter den Punkten anzugeben, dass man in Zukunft eine positive Entwicklung erwartet.
Dazu kommt, dass bei aller Objektivität die Vorlieben der einzelnen Kritiker immer wieder ihren Eingang in die Bewertungen finden. Das ist jetzt nicht verwerflich, aber je genauer man ein Urteil nimmt, desto genauer muss man hinschauen, wer es denn ausgesprochen hat.
Und der letzte Faktor, den es bei den Experten-Meinungen zu beachten gilt, ist der Zeitpunkt, zu dem die Verkostung stattgefunden hat. Gerade bei hochwertigen Weinen macht es einen enormen Unterschied, ob die Flasche gerade erst gefüllt wurde oder schon seit zehn Jahren im Keller liegt.

Das heißt: die vergebenen Punkte sind auf den ersten Blick eine gute Orientierung im dichten, undurchsichtigen Wein-Dschungel. Neben all den anderen Informationen, die z.B. das Etikett liefert, hilft die Beurteilung einer Person, die den Wein schon mal probiert hat und sich außerdem professionell damit beschäftigt, bei der eigenen Wahl.
Wenn man sich nun eine Weile mit den einzelnen Kritikern beschäftigt, sowie ein paar beurteilte Weine selbst probiert hat, kann man diese vordergründige Punktzahl noch besser anhand der wiederkehrenden Muster dieses Verkosters einordnen. Und sich mit der Zeit vielleicht sogar einen Lieblings-Kritiker zulegen, auf dessen Urteil die meiste Zeit Verlass ist.

Oder Sie achten nicht auf irgendwelche Punkte, sondern lassen Neugier und Abenteuerlust die bestimmenden Kriterien beim Weinkauf sein und werden dann vom ultimativen persönlichen Kritiker belehrt: dem eigenen Geschmack!
Denn bei aller Professionalität und Erfahrung der Weinpäpste dieser Welt, wissen Sie immer noch am Besten was Ihnen schmeckt und was nicht.


Wenn Sie aber doch einmal in die Welt der Weinbewertungen eintauchen möchten, dann haben wir HIER die richtige Rubrik auf unserer Webseite für Sie verlinkt

Hier finden Sie die Umrechnungstabelle zwischen 20er und 100er System.

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