finch Whiskydestillerie

Nellingen, ein typischer Ort auf der schwäbischen Alb, liegt etwa 20 Autominuten von Ulm entfernt. Große Gehöfte, teilweise noch bewirtschaftet, hübsche Vorgärten in denen man keinen asiatischen Steinfirlefanz findet sondern Blumen und Gras und Landgasthöfe - hier ist die Welt noch in Ordnung.

Der Fink’sche Hof befindet sich mitten im Dorf, ist groß und verschachtelt, neben einem Restaurant gibt es auch Hotelzimmer und Tagungsräume. Die Brennerei liegt direkt auf der gegenüberliegenden Hofseite des Hotels mit seiner Terrasse. Hier wird um das Brennen kein großes Mysterium gemacht, die Tore stehen offen, jeder könnte mal ein Auge reinwerfen und der Brennerin bei der Arbeit zusehen. Diese Einstellung ist sehr wichtig für Hans-Gerhard Fink – transparent soll das Arbeiten sein. Der Hof ist seit sechs Generationen in Familienbesitz, die Brennerei kam erst 1999 vom Schwiegervater dazu.

Als Hans-Gerhard Fink die Brennerei übernahm, war das zunächst keine Liebesheirat. Er kannte sich mit dem Brennen nicht so gut aus, sowieso war die Brennerei auf Obstbrände ausgelegt – Whisky stand überhaupt nicht zur Debatte. Ein alter Schulfreund, den er jahrelang nicht gesehen hatte, nahm ihn mit ins „Tal“ um auf einer Obstbaumwiese Bäume zu schneiden und ihm so die landwirtschaftliche Arbeit eines Obstbrenners näher zu bringen. Als er also mit seiner Schere durch die Reihen lief, wurde dem studierten Agrar-Ingenieur klar, dass seine Zukunft wohl eher auf einem Mähdrescher zu suchen war, als auf einer Obstbaumwiese. Also begann er, das Getreide von seinen eigenen Feldern zu darren und zu mälzen, um schließlich schwäbischen Whisky daraus herzustellen. Zunächst auf dem Hofgut Aglishardt, seit dem Neubau einer eigenen pot still zu Hause in Nellingen, wird daheim gebrannt. Bei einem Rundgang durch die Brennerei kann man die 3000 Liter Brennblase sehen. Seit 2012 steht sie da, eigens entwickelt und mit einem Brennereihersteller gebaut, wurde sie auf die ganz eigenen Bedürfnisse angepasst. Bei Finch wird der Vorlauf großzügig und konsequent abgeschnitten und an die Industrie zur Weiterverarbeitung verkauft. Ein Teil des frühen Nachlaufes, in dem noch Aromastoffe enthalten sind, wird aufgefangen und nochmals gebrannt.
... weiterlesen
gegründet:1999 unter heutiger Leitung
Kellermeister: Hans-Gerhard Fink
Besitzer:Hans-Gerhard Fink
Webseitewww.finch-whisky.de
Anschrift: Am Berg, DE 72535 Heroldstatt

Angebote dieses Erzeugers