Weingut Dautel

Weingut Dautel Das Weingut Dautel befindet sich im Herzen Württembergs zwischen Heilbronn und Stuttgart. Es umfasst rund 13 ha Rebfläche. Die Weinberge liegen – stark parzelliert – bei Bönnigheim (am Sonnenberg mit seinen Mergel-, Schilfsandstein- und Gipskeuperböden) und bei Besigheim (am Wurmberg auf Muschelkalkterrassen am Ufer der Enz).

In den Weinbergen des Gutes wachsen rund 40% weiße und 60% rote Reben. Die wichtigsten Sorten sind Riesling und Lemberger.

Die Dautels – Mutter Hannelore, Vater Ernst und Sohn Christian arbeiten Hand in Hand – fühlen sich ihrem Terroir und den Traditionen in Württemberg verbunden, sind aber immer dazu bereit, die Grenzen des Althergebrachten hinter sich zu lassen, wenn dies der Qualität dient. Und genau diese Lust auf Neuland ist wohl der Kern der Erfolgsgeschichte des Weingutes seit den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Vater Ernst – ein experimentierfreudiger Tüftler – lieferte seine Trauben nicht mehr an die Winzergenossenschaft. Ganz gegen die Tradition baute er in den 80er Jahren mit die ersten Württemberger Rotweine in Barriques aus, er pflanzte Chardonnay-Stöcke und kreierte Cuvées. Sorten und Ideen, die für Württemberg bis dahin fremd oder zumindest unüblich waren. Was Ernst Dautel dabei aber nie vergas: Böden und Klima schaffen Voraussetzungen, die typisch und unverwechselbar sind, mit ihnen muss man umgehen können, um große Weine in den Keller zu bringen. Sohn Christian ist nach seinem Studium in Geisenheim viel gereist. Aus Übersee hat er die Einsicht mitgebracht, dass in Württemberg wohl nie extrem voluminöse Rotweine erzeugt werden können. Im Burgund hingegen stieß er auf eine Weinbaukultur, die ihn inspirierte und von der er viel annehmen konnte.
Nicht selten werden seine Lemberger oder Spätburgunder nun mit guten Burgundern verglichen. Sie sind kühl, filigran, elegant, komplex, vielschichtig und sie stecken voller Lebensfreude.

Weingut Dautel - Steillagen oberhalb des NeckarsChristian Dautel hat nach der Übernahme des elterlichen Gutes nicht alles umgekrempelt. Es ist eher so, dass er ganz behutsam an der Qualitätsschraube dreht und so den Weichenstellungen des Vaters ein Krönchen aufsetzt. So hat er eine Spontanvergärung der Großen Gewächse im offenen Gärständer bzw. im Holzfass eingeführt und er achtet darauf, dass der Holzeinsatz insgesamt eher zurückhaltend bleibt: Das Holz soll die Weine nicht erdrücken, sondern ergänzen. Zudem hat er weitere Rebflächen erworben, um etwas mehr Spätburgunder anbauen zu können.
Christian Dautel ist viel unterwegs, pflegt den Kontakt mit Kunden und Kollegen gleichermaßen. Er probiert viele Weine von anderen Gütern, er ist interessiert und weltoffen und dabei unverkennbar ein schwäbischer Winzer. Beides merkt man seinen Weinen an. S‘Ländle trifft die Welt.

Bei alledem legt er – unterstützt von der Erfahrung und der Energie seiner Eltern – großen Wert auf gewissenhaftes Arbeiten. Wein entsteht, das ist die Überzeugung von Christian Dautel, im Weinberg; nur dort kann Qualität produziert werden. Hier sei, so sagt er immer wieder, das richtige Fingerspitzengefühl gefragt, es sei elementar, die Reben so zu pflegen, dass sie trotz unterschiedlichster Witterungsverläufe der einzelnen Jahrgänge, charaktervolle Qualitäten lieferten. Im Keller sei dann kontrolliertes „Nichtstun“ angesagt mit dem Ziel das Potential aus dem Weinberg in die Flasche zu bekommen.

Weingut Dautel - BarriquekellerNeben Riesling, Lemberger und Spätburgunder produziert Christian Dautel noch Rebsorten-Weine aus Chardonnay, Weißburgunder, Zweigelt und Merlot. Auch ein Trollinger von erwähnenswerter Qualität ist dabei. Der „Trollinger Terrassenlage“ ist der beste Trollinger in unserem Sortiment.

Was uns insgesamt auffällt: die Weine sind über alle Qualitätsstufen hinweg sorgfältig gemacht und von besonderer Güte. Die Basisweine bieten ein ausgesprochen gutes Preis-/Genussverhältnis. Es sind sortentypische Alltagsweine, die man sich nicht besser wünschen könnte. Besondere Freude machen dem Weinliebhaber natürlich die hocheleganten Großen Gewächse: Der Lemberger St. Michaelsfelder wächst auf der höchsten Lage des Weinguts. Er ist tiefgründig mit viel Frucht und Finesse. Der Spätburgunder Kalkschupen ist sehr elegant gepaart mit einer feinen Frucht und einem langen Abgang. Der Riesling Grübenstein ist komplex und vielschichtig mit viel Mineralität. Empfehlenswert sind auch die Cuvées (Kreation Rot, Kreation Weiß) und die Barrique-Weißweine (Chardonnay S, Weißburgunder S). Weil wir von Christian Dautels Kollektion so begeistert sind, haben wir im Sommer 2014 sein komplettes Sortiment in unseren Bestand aufgenommen. Wir wollten einfach auf keinen der Weine verzichten. Unser Tipp: Es lohnt sich, alle durchzuprobieren!
Gerhard Eichelmann Deutschlands Weine 2023

Weingut des Jahres „Beste Rotweinkollektion“

*Seit Christian Dautel in den Betrieb eingestiegen ist, den er 2013 übernommen hat, wurden neue Rebflächen erworben; vor allem Spätburgunder möchte er weiterhin im Anbau forcieren, ebenso Chardonnay. Weinbau gibt es seit Anfang des 16. Jahrhunderts in der Familie, mit der Selbstvermarktung hat aber erst Ernst Dautel, Christians Vater, Ende der siebziger Jahre begonnen, nach Abschluss eines Studiums in Geisenheim. Konsequent hat Ernst Dautel seine Vorstellungen vom Wein umgesetzt, hat viel ausprobiert und ist stetig vorangekommen: Seit Mitte der achtziger Jahre baute er Weine im Barrique aus, 1988 pflanzte er Chardonnay, 1990 erzeugte er seine erste Cuvée, die Kreation Rot. Die Weinberge liegen vor allem in Bönnigheimer Sonnenberg (mit den Gewannen Steingrüben, Schupen und Schlipshälde). Der Sonnenberg besteht aus buntem Mergel, Schilfsandstein und Gipskeuper, die Großen Gewächse stammen von alten Reben im Herzstück des Sonnenbergs. Hinzu kommen Weinberge im Besigheimer Wurmberg, mit der Gewanne Niedernberg, wo Christian Dautel Chardonnay stehen hat; die Muschelkalkterrassen liegen am linken Ufer der Enz, bevor diese in den Neckar mündet. Im Forstberg Oberstenfeld (im „ursprünglichen“ Forstberg) hat Christian Dautel Spätburgunder gepflanzt, von dem seit 2014 ein Großes Gewächs erzeugt wird. Im Michaelsberg in Cleebronn (und auch hier im „ursprünglichen“ Michaelsberg) baut Christian Dautel Lemberger an, das erste Große Gewächs wurde 2010 erzeugt. Hauptrebsorten sind heute Riesling, Lemberger, Spätburgunder und Weißburgunder, Chardonnay wird zukünftig eine wichtigere Rolle spielen, schon lange gibt es auch Cabernet Sauvignon und Merlot. Die Umstellung auf biologischen Weinbau wurde begonnen. Die Weißweine werden lange auf der Feinhefe ausgebaut, die Rotweine kommen nach der Maischegärung bis zu zwei Jahre ins Barrique. Das Programm ist gegliedert in Gutsweine, Ortsweine, Erste Lage-Weine und Große Gewächse.
Kollektion
Starke Basis: Der Riesling Gutswein zeigt sich besser denn je, ist frisch, fruchtbetont und wunderschön reintönig im Bouquet, besitzt viel Frische und Frucht, Struktur und Grip. Der Bönnigheimer Gipskeupter-Riesling ist ähnlich, noch etwas präziser und druckvoller. Der Bönnigheimer Gipskeuper-Weißburgunder ist wunderschön reintönig, harmonisch, recht schlank, frisch und lang - da trinkt man gerne die Flasche leer. Der Wurmberg-Riesling ist bestechend zuverlässig und es tut ihm gut, dass er nun erst im zweiten Jahr nach der Ernte in den Verkauf kommt, er ist reintönig, komplex, lang und nachhaltig, lässt manches Große Gewächs hinter sich. Der Sonnenberg-Chardonnay ist auch in seinem zweiten Jahrgang 2020 hervorragend, faszinierend reintönig, leicht rauchig, komplex, druckvoll und lang. Der Weißburgunder S zeigt viel Würze und Frische im Bouquet, ist füllig und saftig im Mund, reintönig und strukturiert, besitzt herrlich viel Grip, dezente Tannine. Noch spannender ist der Chardonnay S, der feine Würze, eindringliche Frucht und dezenten Toast im Bouquet zeigt, frisch, klar und präzise im Mund ist, enorm druckvoll und nachhaltig - und noch enorm jugendlich. Der Steingrüben-Riesling ist herrlich eindringlich im Bouquet mit eindringlicher Würze, sehr eigenständig, ist präzise und druckvoll dann im Mund, herrlich zupackend bei viel Frische im Abgang. Bei den roten Gutsweinen setzt Christian Dautel verstärkt auf Frische und Lebendigkeit, sie besitzen reintönige Frucht, sind geradlinig und zupackend, haben Grip. Die Ortsweine vom Sonnenberg zeigen ebenfalls diese stilistische Veränderung hin zu Frische und Grip, der Spätburgunder ist wunderschön reintönig und lebhaft, was auch für den Lemberger gilt, der deutlich druckvoller ist. Der Michaelsberg-Lemberger ist herrlich eindringlich, zeigt viel reife Frucht, Herzkischen, besitzt herrlich viel Frucht und Substanz, ist füllig und schmeichelnd bei guter Struktur und Frische. Der Spätburgunder Schupen ist faszinierend fruchtbetont und intensiv, präzise und zupackend, enorm druckvoll und nachhaltig. Der Forstberg-Spätburgunder zeigt reintönige Frucht, feine Frische, etwas rauchig-würzige Noten im Hintergrund, ist harmonisch und elegant, besitzt gute Struktur, Frische und Grip, feine Tannine. Klasse Kollektion! *

Vinum Weinguide Deutschland 2023
*Wer erleben möchte, wie „burgundisch“ Lemberger sein kann, der sollte Dautels mit viel Fingerspitzengefühl vini9fiziertes Großes Gewächs verkosten: geradezu feminine Finesse und Eleganz, mit diskreter Frische im Kern. Auch schon der Sonnenberg Lemberger zeigt diese seidige Eleganz, und der Gipskeuper zum Einstieg hat ausgesprochen attraktiven, zugänglichen Charme. Natürlich drängt sich aber vor allem bei den Spätburgunder GGs der Gedanke an Burgund auf. Mit mineralisch-komplexer, heller Waldbeerfrucht und feinem Nerv lugt der Forstberg stilistisch in Richtung Côte de Nuits, während der Schupen mit etwas weiter aufgefächertem Aroma und Anklängen von dunklen Kirschen und Pflaumen eher an die Côte de Beaune denken lässt. Nicht übersehen sollte man aber auch den Sonnenberg Spätburgunder mit schön aufgefächertem Aroma. Bei den Rieslingen zeigt der Wurmberg eine subtil hefig unterlegte mineralische Brillanz, während das Große Gewächs ausgesprochen elegant ist und mit geradezu „kühler“ Finesse überzeugt. Stets ein besonders interessanter Vergleich ist der Weißburgunder und Chardonnay der S-Klasse. Ersterer hat etwas mehr Frucht und ist taghell. Letzterer zeigt balancierte Eleganz mit feinem Nerv. Der Sonnenberg Chardonnay hat nussigen Schliff im Stil eines Chablis 1er Cru.*

Gault & Millau Weinguide Deutschland 2023
*Ernst Dautel war neben der HADES-Gruppe ein Pionier für den Einsatz des Barriques in Württemberg und setzte schon früh und erfolgreich auf Chardonnay. Sohn Christian übernahm 2013 in der 21. Generation. Das Rüstzeug holte er sich in Bordeaux, im Burgund, Südafrika, den USA und Australien. Seine Weine zeigen, wo er die großen Vorbilder sieht: weniger in der Wucht als vielmehr in der Feinheit und Finesse, mit der Lage und Rebsorte optimal zum Ausdruck gebracht werden.+

Falstaff Wein Guide Deutschland 2023
*Christian Dautel, der Alleskönner mit den Dreadlocks, legte eine Phalanx an Weinen vor, die bei näherer Beschäftigung immer neue und faszinierende Facetten aufscheinen lassen. Man hat die Qual der Wahl, auch bei der Beurteilung, was einem nun am besten gefällt: der mineralische Chardonnay „S“, der elegante Wei0ßburgunder“S“ oder die famosen Roten wie der Spätburgunder Schupen und der Lemberger Michaelsberg mit festem, sattem Gerbstoff. Wir können nur empfehlen, ein paar Flaschen dieser großartigen Kollektion einzukellern - man wird garantiert belohnt. *

Gerhard Eichelmann Deutschlands Weine 2022
*Weinbau gibt es seit Anfang des 16. Jahrhunderts in der Familie, mit der Selbstvermarktung hat aber erst Ernst Dautel Ende der siebziger Jahre begonnen, nach Abschluss eines Studiums in Geisenheim. Konsequent hat Ernst Dautel seine Vorstellungen vom Wein umgesetzt, hat viel ausprobiert und ist stetig vorangekommen: Seit Mitte der achtziger Jahre baute er Weine im Barrique aus, 1988 pflanzte er Chardonnay, 1990 erzeugte er seine erste Cuvée, die Kreation Rot. Seit einigen Jahren schon wurde Ernst Dautel im Betrieb unterstützt von Sohn Christian, der ihn 2013 übernommen hat; es wurden neue Rebflächen erworben, Spätburgunder möchte Christian Dautel im Anbau forcieren. Seine Weinberge liegen vor allem in Bönnigheim (Sonnenberg) und Besigheim (Wurmberg). Der Sonnenberg besteht aus buntem Mergel, Schilfsandstein und Gipskeuper, die Großen Gewächse stammen von alten Reben im Herzstück des Sonnenbergs; mit dem Jahrgang 2014 kam ein neues Großes Gewächs hinzu, der Spätburgunder aus dem Forstberg in Oberstenfeld. Die Muschelkalkterrassen des Wurmbergs liegen am Ufer der Enz. Rote Sorten nehmen 60 Prozent der Fläche ein. Hauptrebsorten sind Riesling und Lemberger. Dazu gibt es Spätburgunder, Weißburgunder, Samtrot und Trollinger, aber auch Chardonnay, Cabernet Sauvignon und Merlot. Die Umstellung auf biologischen Weinbau wurde begonnen. Die Weißweine werden lange auf der Feinhefe ausgebaut, die Rotweine kommen nach der Maischegärung bis zu zwei Jahre ins Barrique. Prädikatsbezeichnungen werden ausschließlich für edelsüße Weine verwendet. An der Spitze des Sortiments stehen die Weine der S-Klasse und die Großen Gewächse. Die Rotweine sind kompromisslos vinifiziert, in ihrer Jugend oft etwas verschlossen und tanningeprägt, entwickeln sie sich sehr schön über viele Jahre hinweg: Es sind Rotweine mit Potenzial. IN den jüngsten Jahren haben sie weiter an Finesse gewonnen (die Spätburgunder ebenso wie die Lemberger), zeigen manchmal feine mineralische Noten. Neben reinsortigen Weinen gibt es die erstmals 1990 erzeugte Cuvée Kreation Rot, ein Klassiker unter den deutschen Cuvées.
Kollektion
Zwei Sekte präsentiert Christian Dautel in diesem Jahr. Der Riesling ist frisch, klar und zupackend. Deutlich spannender und etwas wilder ist der Pinot, der zwar bei unserer Verkostung noch nicht degorgiert war, aber da er keine Dosage erhalten wird, gibt er ein gutes Bild dessen, was den Käufer erwartet, er ist druckvoll, zupackend, kraftvoll, noch recht unruhig und jugendlich. Der leicht zitrusduftige Gutsriesling ist eine sichere Bank, er ist frisch, zupackend, leicht salzig. Der Bönnigheimer Riesling ist würzig, fruchtbetont und klar, zeigt ebenfalls dezent Zitrus, besitzt viel Präzision, Grip und mineralische Noten. Seine Lagenrieslinge präsentiert Christian Dautel zukünftig erst im zweiten Jahr nach der Ernte. Er hat uns nochmals die beiden 2019er geschickt, das Jahr auf der Flasche hat ihnen gutgetan. Der Wurmberg ist würzig und eindringlich, füllig und saftig, immer noch jugendlich und sehr nachhaltig. Der Steingrüben ist komplex, kraftvoll, intensiv und lang. Weißburgunder gibt es als frische, faszinierenden klaren Bönnigheimer Ortswein und als kraftvolle Cuvée S mit Toastnoten und viel Grip. Chardonnay gibt es nun als wunderschön reintönigen, leicht rauchigen, harmonischen Erste Lage-Wein aus dem Sonnenberg und als fein getoastete Cuvée S, die viel reife süße Frucht besitzt. Der Cleebronner Spätburgunder ist frisch und fruchtbetont, wunderschön klar und zupackend, der Bönnigheimer Lemberger fasziniert mit seiner Reintönigkeit, die Kreation Rot besitzt Kraft, gute Struktur und Substanz. An der Spitze der roten Kollektion stehen die Großen Gewächse, die zukünftig erst im dritten Jahr nach der Ernte in den Verkauf kommen. Der Lemberger vom Michaelsberg war im vergangenen Jahr noch etwas unruhig, Frische und Säure dominierten, das eine Jahr auf der Flasche hat auch ihm gutgetan, er zeigt intensive reintönige Frucht, Herzkirschen, ist herrlich präzise, klar, druckvoll, besitzt viel Grip, Länge und Nachhall. Bei den Spätburgundern hat der Schupen knapp die Nase vorne, ist komplex, faszinierend reintönig und druckvoll (toll derzeit auch der 2015er!), Etwas offener als der immer noch sehr jugendliche Forstberg. Tolle Weine! *

Vinum Weinguide Deutschland 2022
*Christian Dautels 2020er Rieslinge sind in einem auffallend "elegant-kühlen" Stil mit reduzierter Primärfrucht gehalten. Schon der Gutsriesling zeigt diese kühle Rasse, der Gipskeuper hat zusätzlich kristallinen Schliff. Auch der Bönnigheimer Weißburgunder schillert mit geradezu Riesling-hafter Frische. Beim Sonnenberg Chardonnay ist die kühle Frucht subtil nussig-mineralisch unterlegt und damit ein Chablis 1er Cru nicht unähnlich. Stets ein faszinierender Vergleich ist die Verkostung von Chardonnay und Weißburgunder der S-Klasse. Ersterer zeigt sich dieses Mal mit balancierter Größe und meisterhaft integriertem Holz, etwas fruchtiger und geschmeidiger präsentierte sich Letzterer. Auch bei den Roten stellt Dautel deutlich eine geradezu "burgundische" Eleganz über eine allzu kraftvolle Präsenz. Sehr schön sieht man das auch am Bönnigheimer Lemberger mit fast Pinot-hafter Frucht und Textur. Das Große Gewächs vom Lemberger hingegen zaubert das Bild einer großen Diva im samtenen Kostüm vor das innere Auge. Bei den Spätburgundern ist der Sonnenberg ein feiner, eleganter Wein. Bei den Großen Gewächsen dieser Sorte ist die Lagentypizität deutlich zu erkennen: betörende Wildkirschfrucht und subtile Frische beim Forstberg, mehr Volumen und seidige Geschmeidigkeit beim Schupen. *

Falstaff Wein Guide Deutschland 2022
*Christian Dautel ist auf dem Sprung, sich vom jungen Wilden zum reifen Könner zu entwickeln: Jeder der sechs Weine, die er uns zur Verkostung geschickt hat, sitzt und ist à Point vinifiziert. Faszinierend dabei, wie ausgerechnet im warmen Jahr 2018 der Schupen Spätburgunder mit seiner Dichte und Tiefe am feineren Forstberg vorbeizieht. Vielleicht ist das aber nur eine Momentaufnahme - auch der Weißburgunder "S" aus 2018 gefällt uns bei jeder Neuverkostung besser als zuvor. Noch ist es weit bis zum fünften Stern - doch am Horizont sehen wir schon etwas flimmern.*

Falstaff Wein Guide Deutschland 2021
*Wiederum eine überzeugende Kollektion stellt Christian Dautel im diesjährigen Guide vor. Dabei ist das Spektrum recht breit aufgestellt und reicht von einem mineralischen Spätburgunder-GG über Riesling und subtanzreiche Weiße der "S"-Klasse bis zu einen knochentrockenen, floralen Sekt. Als einer der wenigen selbständigen Winzer hat Christian Dautel auch Anteile an den terrassierten Steillagen des mittleren Neckars. Insofern ist unser Falstaff-Tipp auch ein Plädoyer, diese einmalige Kulturlandschaft zu erhalten. Wer etwas mehr Dichte wünscht, ist mit dem Steingrüben-GG gut bedient.*

Gault & Millau Weinguide Baden & Württemberg 2021
*Ernst Dautel als Pionier des deutschen Weins zu bezeichnen, sollte nicht zu hoch gegriffen sein. Nach seinem Austritt aus der Genossenschaft Mitte der 1970er-Jahre begann er bereits 1985 damit, rote Cuveés (damals noch eine Rarität im Ländle) in kleinen Barrique-Fässern auszubauen, und kämpfte um die Genehmigung, auch Chardonnay anbauen zu dürfen. In dieser Tradition führt sein Sohn Christian das Weingut seit 2013 in der 21. Generation fort. Die vielen Stationen seiner Ausbildung über Bordeaux und Burgund bis nach Südafrika, die USA und Australien prägen seinen Stil – am meisten merkt man wahrscheinlich die Liebe zum Burgund. Christian Dautel ist ein Winzer aus Leidenschaft mit Familiensinn, der auf die Frage nach Vorbildern zuerst seinen Vater nennt (und danach Dominique Lafon in Mersault). Naturnahes Arbeiten mit Respekt vor der Lage und Rebsorte und dem Ziel, möglichst elegante und balancierte Weine zu erzeugen, zeichnen Christian Dautels Philosophie aus.*

Gegründet: 1510
bewirtschaftete Fläche: 13ha
Auszeichnungen: VDP, Deutsches Barrique Forum
Kellermeister: Christian Dautel
Besitzer: Christian Dautel
Webseite: www.weingut-dautel.de
Anschrift: Lauerweg 55, DE 74357 Bönnigheim

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2020 Weingut Dautel - Besigheimer Wurmberg Riesling QbA
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