Österreich

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Österreich gehört auch zu den Ländern Europas, in denen der Weinbau eine lange Geschichte hat: bestätigt ist das Keltern der Trauben spätestens mit den alten Römern, die 15 v.Chr. den größten Teil des Landes als Provinz ins Reich eingliederten. Der spätere Statthalter Lucius Cassius Dio (* um 163; † um 235 n.Chr.) erwähnt die lokalen Weine in einem seiner Werke, ist aber nicht beeindruckt von der Qualität. Trotzdem erlebte der Weinbau in den folgenden Jahrhunderten einen kleinen Boom, bevor die sogenannte germanische Völkerwanderung dieser Entwicklung erstmal ein Ende setzte.
In der folgenden Zeit gelang es, politische Stabilität zu etablieren und dem Weinbau von Wien aus, das jetzt Residenzstadt war, neue Impulse zu geben. Vor allem die Gründung von Klöstern sorgte für eine gestiegene Nachfrage und dem daraus folgenden gestiegenen Angebot an Wein.

Im 19. Jahrhundert kam es zu größeren Umwälzungen, wobei hier an erster Stelle natürlich die Reblausplage genannt werden muss. Auf positiver Seite: mit der Gründung der Weinbauschule Klosterneuburg 1860 und der Weinbauschule Krems 1875 wurden die Fundamente für die Zukunft gelegt. Die Rebsorte Zweigelt hat ihren Ursprung in Klosterneuburg, ebenfalls die Bezeichnung KMW (Klosterburger Most-Waage) als Gewichtseinheit für den Zuckergehalt der Trauben.
1985 führte der Glykolwein-Skandal zwar für einen kurzen Einbruch im Absatz österreichischer Weine, sorgte aber letztendlich dafür, dass eines der rigorosesten Weinbaugesetze erlassen wurde, ein Umdenken stattfand und die Qualität im Allgemeinen stieg.
2002 kam dann auch die erste geschützte Herkunftsbezeichnung dazu: die Weinviertel DAC (Districtus Austriae Controllatus). 16 weitere sollten folgen. Unter dem Dach der DAC werden auch heute noch Weine in Gebiets-, Orts- und Lagenweine unterteilt.

Seitdem es die Herkunftsbezeichnung DAC gibt, haben sich die Dinge weg vom Mostgewicht und hin zu einzelnen Rebsorten, Macharten und Lagen, in Österreich „Ried“ genannt, gewandt. Und gerade das Interesse, einzelne Lagen auszuweisen, ist eine Bewegung von unten nach oben: Anfang der 1990er Jahre trafen sich Winzer aus Kamp- und Kremstal in regelmäßigen Abständen, bildeten die Gruppierung der österreichischen Traditionsweingüter (ÖTW) und fingen an, Lagen auszuweisen. Innerhalb der Lagenweine gibt es nochmal eine Abstufung: die Lage/Ried, die Erste Lage (1ÖTW) und die Große Lage (GÖTW). Mittlerweile sind im Donauraum vom Kamptal bis nach Wien 90 Erste Lagen klassifiziert (Stand 2022). Noch ist dieses System nicht im Weinbaugesetz verankert, aber es ist eines der Ziele der Traditionsweingüter.
So sieht man, dass Österreich zum einen eine lange Tradition im Weinbau hat, aber dennoch sehr dynamisch und innovativ ist, wobei in der Entwicklung die Qualität vermehrt Aufmerksamkeit bekommt. Es bleibt spannend, Weine von unseren Nachbarn immer wieder neu zu entdecken!

Weinbau seit: spätestens 15. v.Chr.
Vorwiegende Rebsorten: Grüner Veltliner, Gelber Muskateller, Zweigelt, Blaufränkisch, Traminer
Anbaufläche: 44.912 ha

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