Weingut Salwey

Weingut Salwey Der Kaiserstuhl ist heute eine liebliche Landschaft, die sanft geschwungenen Hügel, das warme Klima, das üppige Grün während der Vegetationsperiode – all das war natürlich bei der Entstehung des kleinen Gebirges vor etwa 15 Millionen Jahren noch nicht vorhanden.

Durch die Bewegung der Erdplatten formte sich der Oberrheingraben. Die Erde riss auf, und ein Vulkan entstand, der Feuer und Lava in den Himmel schleuderte. Heftige Stürme bliesen Ablagerungen aus der Rheinebene in Richtung dieses Berges. Die zerfallenen Erosionsrückstände verschiedener Gesteinsarten aus dem Rheinschlamm wurden durch diese Winde aufgenommen, und setzen sich auf der Windschattenseite der Berge des Kaiserstuhles ab. Sie bilden vielerorts die dicke Lössauflage auf dem Vulkanverwitterungsgestein. Diese Naturgewalten formten die Landschaft des Kaiserstuhls – 16 km lang und 12 km breit in seiner Ausdehnung.

Heute ist das Klima freilich freundlicher, die Anzahl der Sonnenscheinstunden ist ähnlich hoch wie in der Ortenau. Trotz des milden Klimas war der Kaiserstuhl lange eine arme Region, und die Landwirtschaft an den Hängen des Berges war mühsam. Es wurden zwar Terrassen für den Weinbau angelegt; allerdings wurden diese durch die Erbteilung dermaßen zerstückelt, dass eine konventionelle Bearbeitung der Rebflächen nicht möglich war. Deshalb begann in den 1960er und 70er Jahren eine große Flurbereinigung, bei der viele der alten Reben zerstört wurden, die Lössschichten planiert und zu großen, maschinell bearbeitbaren Terrassen geformt wurden. Diese Maßnahme stieß nicht überall auf Zustimmung, die Nachteile waren bald zu spüren. Die Hänge rutschten ab, in den bergwärts geneigten Terrassen bildeten sich Kaltluftseen, die den Austrieb mancher Rebe erfrieren ließen.

Glücklicherweise war das Weingut Salwey zu dieser Zeit noch zu klein, um von der großen Umgestaltung betroffen zu sein. Die Familie hatte keinen Besitz in den Parzellen auf den großen Terrassen. Die Weinberge Salweys liegen an den sanft abfallenden Hängen des Kirch- und Eichbergs, des Henken- und des Käslesbergs sowie dem Glottertäler Eichberg – jede Lage bringt einen ganz eigenen Wein hervor. Bis auf letzteren liegen alle Reben um das Örtchen Oberrotweil, insgesamt etwa 45 ha. Auf 200 Parzellen hegt und pflegt Konrad Salwey mit seinem Team hauptsächlich Burgundersorten. So stehen jeweils 40% Grau – und Spätburgunder und 18% Weißburgunder in seinen Weinbergen. Die restliche Fläche teilen sich kleine Mengen von Riesling, Silvaner, Auxerrois, Müller-Thurgau, Chardonnay, Muskateller und Gewürztraminer. Der Fokus liegt ganz klar auf den Burgundern, der Liebling des Meisters ist final der Grauburgunder.

Das Weingut wurde durch Wolf-Dietrich Salwey, dem Vater Konrads, aufgebaut und zu erster Größe gebracht. Er prägte den Stil der Salwey-Weine, indem er seine Weine durchgegoren und ohne Restzucker auf den Markt brachte; und das in einer Zeit, in der das mehr als unüblich war. Vater und Sohn arbeiteten von 2001 bis 2011 zusammen, 2005 übergab der Senior die Verantwortung für das Weingut an den Junior. Bis zu seinem plötzlichen Tod durch einen Verkehrsunfall im Jahr 2011, stand der erfahrenen Winzer seinem Sohn mit Rat und Tat zur Seite – nicht immer ohne Reibereien, wie beide damals betonten. Seitdem haben Konrad Salwey und sein Team vieles ausprobiert, Neues versucht und auch manchmal wieder verworfen. Allen Anstrengungen liegt die Weiterentwicklung seiner ganz eigenen Stilistik zugrunde. Dabei versucht er so wenig wie möglich in das Wirken der Natur einzugreifen. Durch eine sorgfältige Arbeit im Weinberg und eine hundertprozentige Lese von Hand, wird die Qualität sanft gesteuert und geformt – ganz nach dem gutseigenen Motto "so wenig wie möglich – so viel wie nötig".
Diese puristische Auffassung vom Weinmachen setzt sich auch im Keller fort. Nach einer Spontanvergärung im großen Holzfass und einem vollständigen Gärdurchgang werden die guten Tropfen ungeschönt und häufig ohne Filtration auf die Flasche gebracht. Die Löss – oder Vulkanböden, die Pflege und die Liebe, die das Salwey-Team seinen Reben angedeihen lässt, ergeben Weine, die trocken und klar sind, mit mineralischer Prägung und einem feinen Säurespiel. Die puristische Linie zieht sich auch durch das Weinprogramm der Salweys – es gibt nur drei Qualitätsstufen. Diese aber begeistern Kritiker und Weinliebhaber gleichermaßen.
Gerhard Eichelmann Deutschlands Weine 2022
*Seit 2002 bereits war Konrad Salwey für An- und Ausbau der Weine im Weingut verantwortlich, das er seit dem Tod seines Vaters Wolf-Dietrich Salwey führt. Das Gros seiner Weinberge liegen in Oberrotweil am Kaiserstuhl, in den Lagen Käsleberg (Lössboden), Henkenberg und Eichberg (beide vulkanischen Ursprungs mit Asche und tuffhaltigem Gestein), sowie der kleinen Lage Kirchberg mit steinigen, felsigen Böden, die dem Weingut zu etwa 80 Prozent gehört. Im Oberrotweiler Kirchberg wurden 2009 die Weinberge wieder überwiegend in ihren Zustand vor der Terrassierung zurückversetzt, mit Hangneigungen bis zu 45 Prozent. Den Rinzberghof und die Weinberge im Glottertal, einem Schwarzwaldtal, an dessen Südwesthängen auf Gneisverwitterungsböden in der Lage Eichberg vor allem Spätburgunder angebaut wird, hat Konrad Salweys Schwester Franziska übernommen. Spätburgunder und Grauburgunder sind mit Abstand die wichtigsten Rebsorten im Betrieb, hinzu kommt noch Weißburgunder, Konrad Salwey möchte sich nach und nach ganz auf diese drei Burgundersorten sowie den neu ins Programm genommenen Chardonnay konzentrieren. Das Sortiment ist zweistufig gegliedert in RS-Weine und Große Gewächse. RS steht für Reserve Salwey: Weiß- und Grauburgunder werden zu 80 Prozent im großen Holzfass, zu 20 Prozent im Barrique ausgebaut, der RS-Spätburgunder in zu jeweils einem Drittel neuen, zweit- und drittbelegten Barriques. An der Spitze stehen die Großen Gewächse aus den drei großen Oberrotweiler Lagen Eichberg, Henkenberg (mit der Gewanne Steinggrubenberg )und Kirchberg. Die Jahrgänge 2012, 2013 und 2014 (in diesem Jahrgang wiesen die weißen Großen Gewächse alle nur 12 Prozent Alkohol auf dem Etikett aus) setzen konsequent den Weg fort, den Konrad Salwey mit dem Jahrgang 2011 begonnen hat. Er hat auch beschlossen seine weißen Großen Gewächse erst im dritten Jahr nach der Ernte in den Verkauf zu bringen, dies erstmals mit dem Jahrgang 2015 umgesetzt. Die weißen Großen Gewächse werden mit den natürlichen Hefen vergoren und zwei Jahre auf der Vollhefe in Fässern aus Kaiserstühler Eiche ausgebaut, in denen sie auch den biologischen Säureabbau durchlaufen; die Abfüllung erfolgt ohne Filtration. Bei den Spätburgundern werden zum Teil die Rappen mitvergoren, sie werden zwölf Monate in neuen Barriques ausgebaut, das Holz für diese Fässer kommt vom Kaiserstuhl, gefertigt werden sie in Burgund. Die weißen RS-Weine werden überwiegend im großen Holzfass, zum kleinen Teil im Barrique ausgebaut. Die Weine sind sämtlich durchgegoren - leider nicht die Selbstverständlichkeit, wie man sie bei Burgundern erwarten sollte - und trotzdem sehr niedrig im Alkohol, puristisch, klar und präzise bei betonter Säure, was sehr an Burgund denken lässt.
Kollektion
Aus dem weißen RS-Duo - Weißburgunder und Grauburgunder - ist mit dem Jahrgang 2018 ein Trio geworden. Der Chardonnay führt sich prächtig ein, ist würzig und eindringlich im Bouquet, frisch, klar und präzise im Mund, kompakt und doch eigenwillig unruhig. Der Weißburgunder RS besitzt ebenfalls viel Würze und Frische, besitzt feine Frucht und Grip, viel Säure und Frische im Abgang. Unser Favorit in diesem Trio ist der Grauburgunder RS, der feine Reife und herrlich reintönige Frucht zeigt, gute Präzision, Frische und Druck besitzt. Eine Neuerung gibt es auch bei den Großen Gewächsen, der Weißburgunder aus dem Henkenberg trägt nun den Namen der Gewanne Steingrubenberg. Er zeigt dezente Reife und Würze im Bouquet, ist füllig, sehr kompakt und verschlossen - wunderschön klar und immer noch sehr frisch ist derzeit der 2014er. Der Grauburgunder vom Henkenberg zeigt rauchige Noten, feine Würze, ganz dezenten Toast, ist kraftvoll, frisch, noch sehr jugendlich und fordernd. Der Grauburgunder vom Eichberg zeigt viel Toast und Würze im Bouquet, ist herrlich eindringlich und dominant, ist füllig, enorm druckvoll, hat Kraft und Grip, ist ebenfalls noch sehr jugendlich. Die vier präsentierten Spätburgunder stammen aus dem Jahrgang 2019. Der RS zeigt viel rote Früchte, ist wunderschön reintönig, lebhaft und zupackend, besitzt feine Frucht und Grip. Der Eichberg ist noch sehr verschlossen im Mund, zupackend, braucht Zeit; im Bouquet zeigt er herrlich viel Frucht. Der Henkenberg zeigt klare Frucht, ist kraftvoll, druckvoll, präzise und nachhaltig. Der Kirchberg ist enorm eigenständig, zeigt etwas Kardamom, Zimt, ist herrlich kraftvoll im Mund, besitzt viel Druck, reintönige Frucht, Frische und Nachhall. Großartig! *

Vinum Weinguide Deutschland 2022
*Die Weinberge, in denen Salweys Reben stehen, gehören zu den besten, die Baden zu bieten hat. So gehört ihm beispielsweise das Kernstück des Oberrotweiler Kirchbergs. Die Trauben für seine Weiß-, Grau- und Spätburgunder wachsen in den ebenfalls sehr bekannte Lagen Henkenberg und Eichberg, aus dem Steingrubenberg erreichte uns in diesem Jahr ein herausragender Weißburgunder. Die Lagen sind geprägt von Lössterrassen und steilen Hängen aus verwittertem Vulkangestein. Die alten Rebstöcke beim Spätburgunder sind hauptsächlich deutsche Klone, gepflanzt in der Regel mit 5.500 Stöcken pro Hektar. Bei neueren Weinbergen bevorzugt Salwey hingegen Klone aus Frankreich mit wesentlich höherer Pflanzdichte, nämlich bis 11.000 Stöcken auf einem Hektar. Insgesamt gehören 23 Hektar zum Weingut, 80 Prozent davon sind klassifizierte Lagen. Dabei sind gerade mal 15 Prozent der Gesamtproduktion Große Gewächse - ein großer Teil der Weine wird somit quasi deklassiert. Wenn auch hier im Buch bis auf einen Wein ausschließlich GGs aufgeführt sind, so sind auch die einfacheren Weine eine absolute Kaufempfehlung. Alle Weine, die bei Salwey ins Holz kommen, vergären spontan. "Das Risiko ist natürlich höher, man braucht viel Zeit und kann eigentlich nichts machen außer zu warten", sagt Salwey. Seine Barriques sind übrigens etwas ganz Besonderes. Das Holz dieser Fässer kommt zu zwei Dritteln aus der Kaiserstühler Gegend und zu einem Drittel aus Frankreich. Gefertigt werden sie in Frankreich.

Zu den Weißburgundern: Der Steingrubenweg gefällt mit Holzwürze, Kräuternoten und prägnanter Säure. In sich harmonischer, mit mehr Länge, feinerer Säure und mehr Körper zeigt sich der Kirchberg.

Bei den Grauburgundern zeigt sich der Henkenberg sehr verschlossen, die Säure ist noch sehr präsent - ab in den Keller damit. Denn wir vermuten, dass sich das mit dieser Phenolik entwickeln wird. Der Eichberg ist derzeit schon zugänglicher, aber auch hier möchte sich die Säure noch ein paar Jahre in einer dunklen Kellerecke in den Wein integrieren. Insgesamt stellen wir fest, dass die Weißweine nicht ganz das Niveau der Vorjahre erreichen.

Anders hingegen die Rotweine. Hier begeistert schon der RS. Dicht, stoffig und dennoch ätherisch leicht trotz 14 Volumenprozent Alkohol kommt er daher und zeigt an, wohin die Reise bei den Großen Gewächsen gehen wird. Der Henkenberg ist der Einstiegswein bei den GGs, er hat stoffige Dichte, dunkle Frucht und feine Würze. Das ist ein Wein für warme Frühlings- oder kühle Herbsttage. Der Eichberg wirkt wärmer, eher Daunen- als Sommerdecke, ein Wein zum Einkuscheln, warm werden und einfach zurücklehnen an einem kalten Winterabend. Der Kirchberg hingegen eher erfrischend, etwas kühler. *

Falstaff Wein Guide Deutschland 2022
* Konrad Salwey wurde vor etwas mehr als zehn Jahren zum Winkelried des Kaiserstühler Weins, als er den stilistischen Umschwung vom reifen, ausladenden Stil zur straffen Frische einleitete. Damals musste er Prügel einstecken, doch inzwischen hat sich zur Genüge erwiesen, wie Recht Salwey hatte und wie weit er seiner Zeit voraus war. Der Lohn für seine Hartnäckigkeit ist ein internationaler Markt, selbst im burgundaffinen Belgien gelten seine Pinots inzwischen als Rivalen für Chambertin & Co. Die 2019er, das ist gewiss, werden den Ruhm weiter mehren.*

Gault & Millau Weinguide Deutschland 2021
*"Immer trocken. Immer Burgunder." So das Credo von Konrad Salwey. Wer dafür eine Erklärung sucht, wird wohl in seiner Vita fündig. Konrad Salwey absolvierte seine Ausbildung zum Winzer bei den Weingütern Wirsching (Franken) und Müller-Catoir (Pfalz). Danach studierte er in Geisenheim Önologie. Wichtige Erfahrungen sammelte er auch in der legendären Elsässer Domäne Zind-Humbrecht in Turckheim sowie im Burgund bei Michel Juillot in Mercurey.
2002 stieg er in das Weingut der Familie ein, um nach und nach die Führung zu übernehmen. Seit dem Tod seines Vaters Wolf-Dietrich, einem Urgestein des badischen Qualtätsweinbaus, ist er alleine für den Betrieb verantwortlich. Dessen Weinberge stehen in den besten Lagen des Kaiserstuhls. Der Oberrotweiler Henkenberg, auf dem tatsächlich Hinrichtungen stattfanden, der Oberrotweiler Kirchberg und der Oberrotweiler Eichberg sind alle vom VDP als Große Lage klassifiziert. Ebenfalls aus Top-Lagen stammen die Weine der Linie "Réserve Salwey" (RS), auf Lösslagen des Kaiserstuhls wachsen die Trauben für die Gutsweine. Eine Gemeinsamkeit haben alle: Sie sind vergleichsweise moderat im Alkoholgehalt und talentierte, vielseitige Speisenbegeiter.*

Gerhard Eichelmann Deutschlands Weine 2020
*Seit 2002 bereits war Konrad Salwey für An- und Ausbau der Weine im Weingut verantwortlich, das er seit dem Tod seines Vaters Wolf-Dietrich Salwey führt. Das Gros seiner Weinberge liegt in Oberrotweil am Kaiserstuhl, in den Lagen Käsleberg (Lössboden), Henkenberg und Eichberg (beide vulkanischen Ursprungs mit Asche und tuffhaltigem Gestein), sowie der kleinen Lage Kirchberg mit seinigen, felsigen Böden, die dem Weingut zu etwa 80 Prozent gehört. Im Oberrotweiler Kirchberg wurden 2009 die Weinberge wieder überwiegend in ihren Zustand vor der Terrassierung zurückversetzt, mit Hangneigungen bis zu 45 Prozent. Den Rinzberghof und die Weinberge im Glottertal, einem Schwarzwaldtal, an dessen Südwesthängen auf Gneisverwitterungsböden in der Lage Eichberg vor allem Spätburgunder angebaut wird, hat Konrad Salweys Schwester Franziska übernommen. Spätburgunder und Grauburgunder sind mit Abstand die wichtigsten Rebsorten im Betrieb, hinzu kommt noch Weißburgunder, Konrad Salwey möchte sich nach und nach ganz auf diese drei Burgundersorten konzentrieren. Das Sortiment ist dreistufig gegliedert in Gutsweine, RS-Weine und Große Gewächse. RS steht für Reserve Salwey: Weiß- und Grauburgunder werden zu 80 Prozent im großen Holzfass, zu 20 Prozent im Barrique ausgebaut der RS-Spätburgunder in zu jeweils einem Drittel neuen, zwei- und drittbelegten Barriques. An der Spitze stehen die Großen Gewächse aus den drei großen Oberrotweiler Lagen Eichberg, Henkenberg und Kirchberg. Die Jahrgänge 2012, 2013 und 2014 (in diesem Jahrgang wiesen die weißen Großen Gewächse alle nur 12 Prozent Alkohol auf dem Etikett aus) setzen konsequent den Weg fort, den Konrad Salwey mit dem Jahrgang 2011 begonnen hat. Er hat auch beschlossen seine Großen Gewächse, weiß wie rot, erst im dritten Jahr nach der Ernte in den Verkauf zu bringen, dies erstmals mit dem Jahrgang 2015 umgesetzt. Die weißen Großen Gewächse werden mit den natürlichen Hefen vergoren und zwei Jahre auf der Vollhefe in Fässern aus Kaiserstühler Eiche ausgebaut, in denen sie auch den biologischen Säureabbau durchlaufen; die Abfüllung erfolgt ohne Filtration. Bei den Spätburgundern werden zum Teil die Rappen mitvergoren, sie werden zwölf Monate in neuen Barriques ausgebaut, das Holz für diese Fässer kommt vom Kaiserstuhl, gefertigt werden sie in Burgund. Die weißen RS-Weine werden überwiegend im großen Holzfass, zum kleinen Teil im Barrique ausgebaut, der RS-Spätburgunder wird in zu einem Drittel neuen Barriques ausgebaut. Die Weine sind sämtlich durchgegoren – leider nicht die Selbstverständlichkeit, wie man sie bei Burgundern erwarten sollte – und trotzdem sehr niedrig im Alkohol, puristisch klar und präzise bei betonter Säure, was sehr an Burgund denken lässt.
Kollektion
Die Weine, die uns Konrad Salwey in diesem Jahr präsentiert hat, sind noch stärker als die Kollektion des Vorjahres. Das gilt auch und gerade für die beiden weißen RS-Weine vom Jahrgang 2017. Der Weißburgunder ist zupackend mit frischer Frucht, fokussiert und schlank. Der Grauburgunder ist ebenso frisch und zupackend, zeigt feine Würze durch deutlichen Holzeinsatz, ein saftiger Wein zum Kauen. Der Spätburgunder RS ist zurückhaltend, relativ weich, fokussiert, geradlinig. Die Großen Gewächse: Der Weißburgunder Kirchberg zeigt ein sehr feines, elegantes Bouquet; sehr feine Würze im Mund, ist enorm konzentriert ohne füllig zu wirken, sehr präzise und fokussiert. Der Weißburgunder Henkenberg zeigt Fülle bei zunächst schlankem Gesamteindruck, dann baut sich enormer Druck und Spannung auf. Der Grauburgunder Eichberg besitzt ein sehr feines Bouquet, im Mund eine enorme Dichte, Frische und Substanz, Säure und Fruchtspiel. Der Grauburgunder Henkenberg zeigt noch mehr Frucht, noch mehr Saft, mehr Zitrus-Frische, ist fülliger, frecher als Eichberg. Der Spätburgunder Eichberg 2017 zeigt dunkle Frucht, ist etwas rappig-grün, saftig, kräftig, besitzt eine gute Tanninstruktur. Der Spätburgunder Kirchberg 2017 zeigt dunkle Frucht, ist sehr saftig, süffig, die Balance zwischen Tannin, Säure und Frucht ist sehr gut, großartige Konzentration und Finesse. Der Spätburgunder Henkenberg 2017 ist eindringlich duftig, dezent rappig, sehr saftig, süffig. Der Spätburgunder Eichberg 2016 strahlt Ruhe aus, ist zupackend, aber nicht hart, jugendlich, sehr saftig, elegant, balanciert. Der Spätburgunder Kirchberg 2016 zeigt viel dunkle Frucht, deutlich Säure, viel Frische, sehr süffig und saftig, enorme Konzentration und Finesse. Auch der Spätburgunder Henkenberg 2016 ist sehr saftig, besitzt viel frische Säure, viel Tannin, ist noch sehr jugendlich. Großartige Kollektion!*

Falstaff Wein Guide Deutschland 2020
*Konrad Salwey zieht mit beeindruckender Konstanz seine Kreise. Jahr für Jahr gelingen ihm Weine, die stilsicher ins Schwarze treffen: Seinen Weißburgunder verleiht Salwey eine crispe, knackige Stoffigkeit, die Grauburgunder schmecken fernab aller Bräsigkeit nach Burgunder, und die Spätburgunder deklinieren die Mineralität der Kaiserstühler Vulkangesteinslagen mit großen Nuancenreichtum. Man kann bei diesen Weinen nur dringend dazu raten, Vorräte aufzubauen – und erst nach ein paar Jahren mit dem Trinken zu beginnen. Einen 2017er Chambertin würde man ja auch noch nicht anfassen.*

Vinum Weinguide Deutschland 2020
*Dieses Oberrotweiler Gut gibt seinen Weinen sehr lange Zeit zur Entwicklung. Die 2016er Spätburgunder Großen Gewächse haben Potenzial, sind recht gehaltvoll, aber auch mit Tannin ausgestattet. Dafür steht zum Beispiel der Eichberg mit seiner herausfordernden Art, ein Wein ganz am Anfang seiner Karriere. Der Henkenberg aus 2016 hat derzeit die feineren Tannine und wirkt geschmeidiger. Die 2017er sind bereits heute zugänglicher als 2016, wie der Henkenberg belegt. Hier steht die Frucht mehr im Vordergrund, es kommt mitunter jetzt schon Trinkfreude auf. Die weißen Großen Gewächse kommen erst zwei Jahre später auf den Markt. Jetzt wurden die 2016er vorgestellt. Der Weißburgunder aus dem Henkenberg erinnert an Quitte und Aprikose, zeigt Würze und Reife und eine cremige Struktur. Der Grauburgunder aus derselben Lage setzt auf frische Kräuter mit floralen Anklängen und präsente Säure. Der Grauburgunder aus dem Eichberg wiederum ist zartnussig und gelbfruchtig, ausgestattet mit einem saftigem Körper.
Salzig und intensiv
Einige von Konrad Salweys Weinen schmecken so salzig und intensiv, als hätte man den Kopf lange unter Meerwasser gehalten. Mit dem Jahrgang 2008 hat er sich stilistisch auf einen neuen Weg gemacht, dessen Ausgang er selbst noch nicht kennt. Seine Weine sind schlank und straff, besitzen eine große Intensität und Spannung, innere Kraft und Grip am Gaumen, sie benötigen nicht viel Alkohol, vielmehr brauchen sie Zeit! Die sollte man den Salwey-Weinen unbedingt geben. Obschon 80 Prozent der Reben von Konrad Salwey auf klassifizierten Lagen wachsen, repräsentieren die Großen Gewächse nur etwa 15 Prozent der Gesamtproduktion von 20 Hektar Eigenbesitz. Ein Großteil wird quasi deklassiert. Dass er für die einfachen Gutsweine auf zugekaufte Trauben von weiteren 30 Hektar anderer Vertragswinzer zurückgreift, erscheint daher nur logisch. Im ausgezeichneten Oberrotweiler Kirchberg besitzt Konrad Salwey das Kernstück. In den herausragenden Oberrotweiler Lagen Henkenberg und Eichberg produziert Konrad Salwey seine Großen Gewächse von Weiß-, Grau- und Spätburgunder. Für den Großteil der Spätburgunder greift er auf alten deutschen Rebbestand zurück, neuere Anlagen wurden auch mit französischem Klonmaterial bepflanz. Während alte Pflanzungen auf bis zu 5500 Stöcke je Hektar kommen, werden bei Neuanpflanzungen mittlerweile zwischen 7000 und 11000 Stöcke gesetzt.*

Gault & Millau Weinguide Deutschland 2020
*Konrad Salwey ist ein Ausprobierer. Um seine Weine weiterzuentwickeln und ihnen einen unverkennbaren Charakter zu verleihen, dreht er immer wieder an allen verfügbaren Stellschräubchen. So auch bei den Spätburgundern, jener Rebsorte, der aktuell seine größte Aufmerksamkeit gilt. Die 2014er und 2015er waren ihm etwas zu schlank geraten. Da der Folgejahrgang schon im Fass war, nahm er sich den 2017er vor und "schraubte" ein wenig am Gärprozess. "Mit dem Arbeiten am Gerbstoff am Gaumen habe ich erstaunlicherweise die Erfahrung gemacht, dass ich mehr Frucht in der Nase habe", berichtet der Winzer. Schon frisch gefüllt überzeugen uns die Ergebnisse seiner Arbeit, insbesondere nachvollziehbar sind sie beim immens fein gewobenen 2017er Spätburgunder Großes Gewächs Henkenberg und ebenso beim kraftvollen und komplett auf die Zukunft ausgerichteten 2017er Spätburgunder Großes Gewächs Kirchberg. In der Flasche können sie jetzt noch an Reife gewinnen, bis sie im kommenden September in den Verkauf gelangen.
Schon seit Jahren konzentriert sich Konrad Salwey auf trockene Burgunder. Und die selbst auferlegte Beschränkung trägt Früchte: Aus dem Bergkeller des Weinguts im Winzerdorf Oberrotweil kommt regelmäßig Ãœberraschendes und Unverwechselbares. Seine visionäre Kraft hat Konrad wohl von seinem Vater geerbt. Wolf Dietrich Salwey verschrieb sich schon mit Anfang 20 voll und ganz der Winzerkunst und etablierte in den mehr als vier Jahrzehnten seines Schaffens Baden wieder als Stammland der Burgunder. Große Fußstapfen, in die Konrad Salwey souverän getreten ist. Darauf hatte er sich allerdings auch gründlich vorbereitet: Winzerausbildung in der legendären Elsässer Domäne Zind-Humbrecht in Turckheim sowie im Burgund bei Michel Juillot, anschließend ging es zum Önologiestudium an die Hochschule Geisenheim. Seine Weine sollen im Einklang mit der Rebsorte von ihren Standorten berichten. Und was Letztere angeht, besitzt das Weingut einige Sahnestücke. Auf dem Glutofen des Kirchbergs, dem etwas besser vor Hitze geschützten Eichberg und dem auf den ersten Blick unscheinbaren Henkenberg reihen sich die Reben für die großen Gewächse aneinander. Das vulkanische Terroir sorgt für ihre Mineralität, die ihnen gemeinsam mit den klimatischen Besonderheiten der Lagen eine gute Alterungsfähigkeit verleiht. Neben den großen Gewächsen bietet das Weingut unter dem Namen Réserve Salwey Burgunder aus Oberrotweiler Spitzenlagen sowie Gutsweine von den Lösslagen des Kaiserstuhls an.
Zur Genussphilosophie des Familienvaters passt, dass seine Weine in Sachen Alkoholgehalt sehr moderat daher kommen. Da darf es zu einem guten badischen Essen auch ruhig mal ein Gläschen mehr sein. Beim Ausbau der Spitzenweine im Barrique und im großen Holzfass zeigt sich Konrad Salwey von seiner geduldigen Seite. Seine 2016er Spitzengewächse etwas lagen vor der Abfüllung 24 Monate im Holz und dann nochmals neun Monate auf der Feinhefe. Insgesamt war der Jahrgang 2016 für Konrad Salwey ein Geschenk: "Ich würde ihn sofort wieder nehmen", sagt er augenzwinkernd.*

Gegründet: 1964
bewirtschaftete Fläche: 45ha
Auszeichnungen: VdP, Slow Food, Deutsches Barrique Forum
Kellermeister: Boubaker Benzarti und Konrad Salwey
Besitzer: Konrad Salwey
Webseite: www.salwey.de
Anschrift: Hauptstr. 2, DE 79235 Oberrotweil

Artikel dieses Produzenten

2021 Weingut Salwey - Grauburgunder trocken
2021 Weingut Salwey - Grauburgunder trocken

Kaiserstuhl - Baden - Deutschland

  • Weisswein | 0,750 Liter
  • Gesamtalkohol: 12,50% Vol.

9,90 (Preis / Flasche)

inkl. MwSt ggf. zzgl. Versand

  • Grundpreis: 13,20 / Liter
  • Lieferzeit: 1-3 Werktage

Kaufen…
2020 Weingut Salwey - Weißburgunder & Chardonnay
2020 Weingut Salwey - Weißburgunder & Chardonnay

Kaiserstuhl - Baden - Deutschland

  • Weisswein | 0,750 Liter
  • Gesamtalkohol: 12,50% Vol.

9,90 (Preis / Flasche)

inkl. MwSt ggf. zzgl. Versand

  • Grundpreis: 13,20 / Liter
  • Lieferzeit: 1-3 Werktage

Kaufen…
2016 Weingut Salwey - Weissburgunder Henkenberg VDP.Grosse Lage
2016 Weingut Salwey - Weissburgunder Henkenberg VDP.Grosse Lage

Kaiserstuhl - Baden - Deutschland

  • Weisswein | 0,750 Liter
  • Gesamtalkohol: 12,50% Vol.

29,00 (Preis / Flasche)

inkl. MwSt ggf. zzgl. Versand

  • Grundpreis: 38,67 / Liter
  • Lieferzeit: 1-3 Werktage

Kaufen…
Salwey Williams Christ (Birnenbrand)
Salwey Williams Christ (Birnenbrand)

42%, Weingut Salwey, Oberrotweil, Kaiserstuhl - Baden - Deutschland

  • Obstbrand | 0,500 Liter
  • Gesamtalkohol: 42,00% Vol.

20,35 (Preis / Flasche)

inkl. MwSt ggf. zzgl. Versand

  • Grundpreis: 40,70 / Liter
  • Lieferzeit: 1-3 Werktage

Kaufen…

Ihr Warenkorb

Gesamtsumme (inkl. MwSt) 0,00
Zur Kasse
Gutschein aktivieren
Warenkorb bearbeiten
Weiter einkaufen
Gesamtsumme (inkl. MwSt) 0,00

 

Hinweis: Es kommen an der Kasse ggf. noch zusätzliche Kosten für Versand und Verpackung hinzu.