Weingut Schmidt am Bodensee

Die Liebe führte den von der Nahe stammenden Eugen Schmidt seinerzeit an den Bodensee. Die aus der Region stammende Margret hatte es ihm angetan und so wurden er mit seiner Frau und bald auch seinen zwei Söhnen in Hattnau bei Wasserburg heimisch. Die Schwiegereltern hatten einen landwirtschaftlichen Betrieb, auf dessen Flächen Obstbäume, Wald und einige Rebstöcke wuchsen. Hattnau liegt genau an der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern, wobei der Ort selbst noch zu Bayern gehört, verwirrend wird es, wenn man bedenkt, dass die Weinbaubetriebe zum Weinbaugebiet Württemberg gehören. So ergeben sich unterschiedliche Zuständigkeiten, die für die Mitglieder der Familie so manche bürokratische Hürde bereithält.

Anfang der 80er Jahre fing Eugen Schmidt an, verstärkt Reben auf den Flächen des schwiegerelterlichen Betriebes zu pflanzen und bald konzentrierte er sich ganz auf den Weinbau. In dem alten Bauernhaus, dass heute noch das Rädle (eine Straußwirtschaft) und Wohnräume beheimatet, wurde der alte Rübenkeller in einen Weinkeller umgewandelt, in dem es aber mit der Zeit immer enger wurde, je mehr Weinstöcke Früchte trugen. Als klar war, dass Sohn Sebastian sich für den Weinbau interessierte und eine dementsprechende Ausbildung und Praktika absolvierte, überlegte die Familie, wie die Zukunft des Weingutes aussehen könnte. 2012 stieg Sebastian komplett in den Betrieb ein und ein Jahr später konnte er sich schon in den neuen, großzügigeren Räumlichkeiten des neuen Weingutgebäudes austoben. Das mit so einer gewaltigen Investition der Druck steigt, ist nicht verwunderlich. Allerdings war und ist die ganze Familie mit Leidenschaft bei der Sache. Auch Sebastians ältere Bruder Maximilian, der hauptberuflich in der Baumaschinenbranche tätig ist, bringt sich im Weingut ein. Das neue Gebäude liegt auf einer Kuppe, von der man einen grandiosen Blick auf die Alpen und den Bodensee hat. Es ist nach ökologischen Maßstäben ganz aus Holz gebaut, nur das Kellereigeschoß ist, aus naheliegenden Gründen, aus Beton gegossen worden. Unter seinem Dach findet man die Weinbar Pinot, Büroräume, einen Veranstaltungsraum inklusive Küche, Mitarbeiterzimmer, Presshaus und Kellereiräume sowie das Lager. Heute ist Sebastian Schmidt für die Stilistik und den gesamten Weinbau verantwortlich. Acht der Zehn Hektar Rebfläche liegen direkt um das neue Weingutsgebäude herum, sanft abfallend in Richtung Bodensee. Zwei weitere Hektar an der Südseite zweier Hügelchen, die in Sichtweite des Weingutes aber bereits deutlich näher am Ufer liegen.

Der Boden ist durchzogen von runden Kieselsteinen in einem Sand-Lehmgemisch, das von einer großen Gletschermuräne während der letzten Eiszeit hier abgeladen wurde. Es ist sehr unterschiedliches Gestein mit ganz unterschiedlichen Anteilen an Mineralien. Außerdem sind diese für die Wurzeln der Rebstöcke leicht erreichbar, da die Humusauflage nicht sehr dick ist. Das Rebsortenspektrum ist recht überschaubar: neben Spätburgunder und Zweigelt bei den Roten, stehen hauptsächlich weiße Burgundersorten im Weinberg: Grauburgunder, Weißburgunder und Chardonnay. Als Bodenseetypisch ist der Müller-Thurgau anzusehen. Eine kleine Menge Riesling wird wohl bald weichen müssen, denn Sebastian Schmidt ist überzeugt, dass gerade Burgundersorten auf seinem Boden am besten wachsen und ihr volles Potenzial entfalten können – genannter, eher aus Verbundenheit zur Nahe gepflanzter Riesling, kann das hier eben leider nicht. Diese klare Linie zeigt sich auch in Sebastians Weinstil. Alle seine Weine sind schlank und elegant ausgebaut, viele mit einer leicht salzigen oder auch rauchigen Note, wobei sie den geneigten Weintrinker nicht überfordern. Als kleine Hommage an den Großvater, ziert das Etikett der Schmidt'schen Weine eine Zeichnung, die den Weinbau im Jahreslauf darstellt und die der Großvater seinerzeit malte.

Doch der Wein ist nicht das einzige Standbein der Schmidts. Lange vor dem Weinbau, als noch nur Obst angebaut wurde, wurde im Hause Schmidt schon gebrannt. Auch als dann die Reben die Oberhand gewannen, machte man mit dem Obst der Nachbarn weiter, schließlich ist die Bodenseeregion bekannt für ihre großen Obstkulturen. Die Brüder Sebastian und Maximilian sahen hier ihre Chance, mit dem Trend zu gehen und tüftelten lange an einem ganz bestimmten Rezept für den ersten eigenen Kornbrand. Die Idee entstand um den Duft von Margret Schmidts selbstgebackenem Brot herum, das sie immer noch für das Rädle jeden Tag herstellt. Diesen Duft, meinten die Brüder, müsste man doch irgendwie in ein Destillat packen können. Der allgemeine Hype um Destillate kam ihnen da gerade recht. Nach mehreren Anläufen ist der Vollkorn, wie der Kornbrand treffenderweise heißt, entstanden.
Sollte sich der Expansionskurs der Schmidt' schen Brände fortführen, muss in den nächsten Jahren über eine Erweiterung der Gebäude nachgedacht werden, um auch die Destillationsgeräte unterbringen zu können.



Gault & Millau Weinguide Deutschland 2019
*Das imposante, 2016 inmitten der Rebberge in Holzbauweise errichtete Weingut ist mit etlichen Architekturpreisen ausgezeichnet worden. Ein wirklich sagenhafter Familienbetrieb, wo Eugen und Margret Schmidt zusammen mit ihren Söhnen Maximilian und Sebastian so erfolgreich Hand in Hand arbeiten. Für den Keller zeichnet Sebastian verantwortlich, der Erfahrungen bei Franz Hirtzberg und Domaine des Comtes Lafond im Burgund sammelte. Letztere prägt die Burgundersorten: Mineralischer Weißburgunder, schmelziger Grauburgunder und finessenreicher Spätburgunder sind absolut empfehlenswert! Am besten buchen sie gleich eine Übernachtung in einem der gutseigenen Ferienhäuschen.*

Gault & Millau Weinguide Deutschland 2018
*Das imposante, 2016 inmitten der Rebberge in Holzbauweise errichtete Weingut ist mit etlichen Architekturpreisen ausgezeichnet worden. Wie es sich für ein Bodensee-Weingut gehört, entsteht hier ein prima Müller-Thurgau. Vor allem aber widmen sich Eugen und Margret Schmidt zusammen mit ihren Söhnen Maximilian und dem für den Keller verantwortlichen Sebastian den Burgundersorten: Filigraner Weißburgunder, schmelziger Grauburgunder und finessenreicher Spätburgunder sind alle eine Empfehlung wert.*



Gegründet: Anfang der 1980er
bewirtschaftete Fläche: 10 Hektar
Kellermeister: Sebastian Schmidt
Besitzer: Familie Schmidt
Webseite: www.schmidt-am-bodensee.de
Anschrift: Hattnau 62, DE 88142 Wasserburg Bodensee

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