Weingut Heinrich

Weingut Heinrich Der Neusiedler See, ganz im Osten Österreichs gelegen, erfüllt für den Weinbau in der Region eine wichtige, wenn nicht gar entscheidende Rolle. Die Weingärten um den See gehören zum Anbaugebiet Burgenland, es grenzt an der Nordseite an Niederösterreich. Seit 2012 wird eine der großen österreichischen Rebsorten, der rote Zweigelt, durch das Siegel DAC Neusiedler See als gebietstypischer Qualitätswein besonders gewürdigt. Der wahrscheinlich bekannteste Weinbauort am See ist Gols, der vor allem durch seine Rotweine Bekanntheit erlangte.

Vor etlichen Jahren übernahm hier Gernot Heinrich mit seiner Frau Heike den elterlichen Betrieb. Zweifelsohne war damals noch nicht abzusehen, welche Dimension und Bedeutung das Weingut einst erhalten sollte, denn angefangen haben die beiden mit wenigen Hektar Anbaufläche. Die Umstellung auf biodynamischen Weinbau 2006 war ein wichtiger Schritt für Heinrichs, die sich auch schon vorher mit dem Thema naturnahe Bewirtschaftung ihrer Weinberge auseinandersetzten. Gernot Heinrich hatte damals das Gefühl, mit der konventionellen Bewirtschaftung an den Grenzen seiner Rebstöcke angelangt zu sein und wollte das Potenzial mit einer biodynamischen Bewirtschaftung weiter ausreizen.

Die traditionellen Rebflächen der Heinrichs liegen am Gabarinza, einer etwa 150m hohen Kuppe, die Richtung See sanft abfällt und am Salzberg, der neben der Gabarinza im Nordosten von Gols liegt. Die Rebflächen am Salzberg wurden kontinuierlich erweitert, die sehr schmalen Parzellen, die durch das napoleonische Erbrecht entstanden, werden hier Hosenriemenparzellen genannt. Heinrichs kauften nach und nach immer mehr dieser schmalen Parzellen und erweiterten damit nicht nur ihre Anbaufläche, sondern bekamen eine größere Bodenvielfalt gleich mit dazu.

Noch etwas nördlicher liegt ein Weinberg auf der Parndorfer Platte, einer windexponierten Ebene, die aus urzeitlichen Flussablagerungen entstand. Sie fällt Richtung See leicht ab, die sanften Hänge werden Wagram genannt, nicht zu verwechseln mit dem Weinbaugebiet Wagram in der Nähe von Wien.
Ebenfalls im Jahr 2006 wagten Heinrichs einen weiteren Sprung und kauften Weinberge am Westufer des Neusiedler Sees, am Fuße des Leithagebirges. Viele der Rebflächen lagen damals brach, zu schwer zu bewirtschaften, hieß es. Der Grund dafür sind die teils meterdicken Kalkschichten, die vielfach den Untergrund bestimmen. Dort wo kein Kalk ist, dominiert Schiefer. Die Zeit war reif, sagt Gernot Heinrich über die damalige Entscheidung zur neu erworbenen Rebfläche, um im selben Satz zu sagen: die Ausmaße des Potenzials der Reben und des gesamten Projekts war uns damals nicht ganz klar. Nun, da wir uns dessen bewusst sind, haben wir ein Projekt gestartet, das man eigentlich besser über drei statt über eine Generation planen sollte.

Dieser Anspruch, diese nach vorne gerichtete, mutige Gangart zeichnet Heinrichs aus. Heute sind es schon stolze 50 Hektar in den Lagen Alter Berg und Edelgraben, die zu den biodynamisch bewirtschafteten Rebflächen der Heinrichs gehören. Das macht über die Hälfte der Gesamtfläche von 86 Hektar aus. Weitere 50 Hektar für die eigene Weinproduktion sind gepachtet oder kommen durch Traubenzulieferer in die Keller des supermodernen Heinrichschen Weingutes. Bereits in den 90er Jahren baute das Ehepaar einen großen, modernen Weinkeller, zu einer Zeit, als selbst im Bordeaux der Hype um Designbauten noch nicht zur Gänze ausgebrochen war. Durch ein Oberlicht mit stählernem Logo kann man in die Lagerhallen schauen, die Fässer liegen in einem aus Sichtbeton gebauten Keller. Von Salzberg kann man auf die schicke, graue Kellerei blicken.

Für Gernot Heinrich spielt Holz eine große Rolle bei der Weinwerdung. Mit Edelstahl oder Beton kann er sich nicht recht identifizieren. Holz sei ein natürlicher Rohstoff, derselbe Rohstoff aus dem seine Reben bestehen – für ihn eine perfekte Kombination. Die über 90% lokalen Sorten im Rebenspiegel sind ein klares Bekenntnis zur Authentizität, die in der ganzen Weinbereitung ebenfalls eine ausschlaggebende Rolle spielt. Neben den weißen Sorten Neuburger, Roter Traminer, Weißburgunder, Grauburgunder und Chardonnay, wachsen auch die roten Sorten Zweigelt, St. Laurent und Spätburgunder in den Weingärten. Durch die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen an den beiden gegenüberliegenden Seeufern kann Gernot Heinrich stilistisch aus dem Vollen schöpfen. In und um Gols herrscht das heiße pannonische Klima vor, wobei auf der Parndorfer Platte und in den höher gelegenen Weingärten etwas mehr Wind geht. Dieses Klima bringt kraftvolle Weine hervor. Die Anbauflächen am Leithagebirge profitieren durch die süd-östliche Ausrichtung zwar auch von viel Sonne, müssen aber mit einer wesentlich kühleren Luft auskommen, die die großen Waldflächen des Gebirges einbringt. Die Nächte sind ebenfalls kühler, was z.B. dem Blaufränkisch Feingliedrigkeit und Substanz verleiht. Durch die Philosophie des Nicht Eingreifens produziert Heinrich oft unangepasste Weine, für deren Verständnis man eine offene Herangehensweise benötigt. Maischestandzeiten auch bei Weißweinen, eine zurückhaltende oder gar keine Schwefelung und die unfiltrierte Abfüllung verlangt dem Konsumenten manchmal einiges ab. Die ungeschönten, spontanvergorenen Weine sollen den Jahrgang, den Boden und die Gegend möglichst genau abbilden, Authentizität ist das Gebot der Stunde. Darauf muss man sich einlassen können.



Falstaff Wein Guide Österreich/Südtirol 2019/20
*Salzberg, Gabarinza, Alter Berg, Edelgrabe – in den großen Einzellagen von Gernot und Heike Heinrich tun sich unterschiedliche Welten auf, die doch ein gemeinsames Ziel haben: Potenziale ausloten. Die Prämissen dafür sind kühle Kalksteilhänge am Leithaberg und eine modulierte Topografie mit wärmerem Klima rund um das Weingut Gols. Biodynamische Bewirtschaftung, eine Handvoll autochthoner Rebsorten mit dem Blaufränkisch als Speerspritze und eine behutsame und bedachte Kellerarbeit geben die Richtung vor, Handarbeit und Handwerk ebnen den Weg, die Zeit geht ihn zu Ende. Neugier legt die Basis für eine fortwährende Evolution, der Austausch mit den Freunden und Partnern von >>Pannobile<< und >>Respekt<< eröffnet zusätzliche Perspektiven. Alles mit dem Bestreben authentische und individuelle Weine in die Flasche zu bekommen, die von ihrer Herkunft erzählen und dennoch Spielraum für eigenen Interpretationen lassen.*

Falstaff Wein Guide Österreich/Südtirol 2018/19
*Salzberg, Gabarinza, Alter Berg, Edelgraben – in den großen Einzellagen von Gernot und Heike Heinrich tun sich unterschiedliche Welten auf, die doch ein gemeinsames Ziel haben: Potenziale ausloten. Die Prämissen dafür sind kühle Kalksteilhänge am Leithaberg und eine modulierte Topografie mit wärmeren Klima rund um das Weingut Gols. Biodynamische Bewirtschaftung, eine Handvoll autochthoner Rebsorten mit dem Blaufränkisch als Speerspitze und eine behutsame und bedachte Kellerarbeit geben die Richtung vor, Handarbeit und Handwerk ebnen den Weg, die Zeit geht ihn zu Ende. Neugier legt die Basis für eine fortwährende Evolution, der Austausch mit den Freunden und Partnern von >>Pannobile<< und >>respekt<< eröffnet zusätzliche Perspektiven. Alles mit dem Ziel authentische und individuelle Weine in die Flasche zu bekommen, die von ihrer Herkunft erzählen und dennoch Spielraum für eigene Interpretationen lassen.*

Gegründet: Ende der 1980er
bewirtschaftete Fläche: 35ha
Auszeichnungen: Pannobile, Premium Estates of Austria
Kellermeister: Gernot Heinrich
Besitzer: Gernot & Heike Heinrich
Webseite: www.heinrich.at
Anschrift: Baumgarten 60, AT 7122 Gols

Artikel dieses Produzenten

2016 Weingut Gernot Heinrich - Gabarinza 1,5 l - Magnum
2016 Weingut Gernot Heinrich - Gabarinza 1,5 l - Magnum

Gols, Burgenland - Österreich

  • Rotwein | 1,500 Liter
  • Gesamtalkohol: 13,00% Vol.

80,79 (Preis / Flasche)

inkl. MwSt ggf. zzgl. Versand

  • Grundpreis: 53,86 / Liter
  • Lieferzeit: 1-3 Werktage

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