Hier finden Sie Informationen, Erklärungen und Übersetzungen von häufig verwendenten Fachbegriffen in der Welt des Weines.
L
  • La Dominique (Château)

    Ein Grand Cru Classé von Saint-Emilion in unmittelbarer Nachbarschaft zu Château Cheval Blanc, dessen exzellente tiefe Kiesböden er aber nur zu etwa 25% der Rebfläche teilt. Der Rest der Reben steht auf gut entwässerten Sandböden.

    Auf 23ha (86% Merlot, 12% Cabernet Franc, 2% Cabernet Sauvignon) wird ein gehaltvoller und körperreicher Rotwein erzeugt, der heute zu den besten der Region gehört, auch wenn das Gut 1996 nicht in den Rang eines Premier Grand Crus angehoben wurde.

    Der Name des Weingutes leitet sich wohl von der karibischen Insel Dominica ab, die auf französisch La Dominique heißt. Es wurde im 19. Jahrhundert von einem bordelaiser Kaufmann gegründet, der im Überseehandel zu Geld gekommen war und so scheint dieser namensgebenden Geschichte doch ein wahrer Kern inne zu wohnen.

    Die dunkelste Phase seiner Existenz hatte La Dominique wohl zwischen 1933 und 1970. Der Besitzer, Louis Soualle, starb während der 33er Lese und das Weingut ging an eine Erbengemeinschaft über, die das Weingut weithin vernachlässigte. Erst 1969 wurde das Weingut wieder verkauft und endlich renoviert; die Rebflächen wurde ebenfalls neu bestockt. Dadurch erklärt sich auch das durchschnittliche Rebalter um die 30 Jahre.
    Spätestens seit den 1980ern ist La Dominique wieder auf gutem Qualitätskurs.

    Der Zweitwein von Château La Dominique heißt Saint-Paul-de-Dominique.

  • Lachryma Christi

    berühmter Wein, der auf den Berghängen des Vesuvs wächst. Sehr selten, da es hier kaum noch Weinberge gibt - also Vorsicht vor Fälschungen.

  • Lagerfähigkeit

    sehr komplexes Thema. Die Lagerfähigkeit eines Weines hängt sowohl vom Wein an sich ab, von den verwendeten Rebsorten, vom Jahrgang (s. Jahrgangstabellen) und nicht zuletzt von der Qualität des Korkens. Gute Lagerbedingungen (s. Keller) sind ebenfalls Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Alterung.

  • Lagune (Château La)

    3ème Cru Classé in Ludon, im Haut-Médoc, das südlichste der klassifizierten Güter des Médoc, nur 10 km von der Nordgrenze der Graves entfernt, und damit von Bordeaux aus gesehen, das erste Weingut nach der Stadt an der altbrühmten D2 - der Route de Vin.

    La Lagune umfaßt heute 75ha Rebfläche, die zu 50% mit Cabernet Sauvignon, je 20% Cabernet Franc und Merlot und 10% Petit Verdot bestockt ist, und erzeugt tanninreiche, dabei bemerkenswert finessenreiche, elegante und in hervorragenden Jahren langsam reifende Rotweine, die ihrem Charakter nach sowohl Anklänge an die Spitzenweine von Margaux als auch an jene der nördlichen Graves erkennen lassen.

    Anfang der 1950er war La Lagune so heruntergewirtschaftet, dass man in Bordeaux spottete, die Aufgaben, dieses Gut wiederzubelegen, bedürfe herkulanischer Kräfte.
    Diese Aufgabe übernahm Ende der 1950er Georges Brunet. Er bepflanzte den Weinberg komplett neu und errichtete einen Kellerei, die selbst nach fast 50 Jahren zu den fortschrittlichsten des Médocs gehört - erst 2003 wurde erneut in die Kellertechnik investiert. Unter anderem führte Brunet ein System ein, welches es erlaubte den Wein unter Luftabschluss von den Gärtanks in die Lagerkeller zu pumpen.
    Trotz des großen Kraftaufwandes hatte Brunet nicht die (finanzielle) Ausdauer um die Früchte seiner Arbeit zu ernten, bereits 1962 verkaufte er La Lagune wieder und ließ sich in der Provence nieder, wo er ähnlich erfolgreich Château Vignelaure zu großen Ergebnissen führte.

    Die neuen Besitzer, das Champagner-Haus Ayala, setzten die begonnenen Moderniesierungen mit gleichem Eifer fort und führten La Lagune schließlich wieder auf ein, seiner Klassifizierung entsprechendes Niveau.

    Seit Beginn der 1990er rangiert La Lagune leider ein weniger unter seinem Rang. Die Weine besitzen nicht mehr die Brillianz und Finesse, die sie bis zum Ende der 1980er aufwiesen - history repeating?

  • Landwein

    eine Kategorie, die gerade in Frankreich inzwischen wirklich hervorragende Weine hervorbringt. Gründe, um einen Landwein zu produzieren, sind beispielsweise die Verwendung von Rebsorten, die in der jeweiligen AC nicht zu gelassen sind.

  • lang

    Zeitdauer nach dem Schlucken, in der Geschmack und Aroma noch wahrzunehmen sind. Je länger, desto besser.

  • Lanolin

    Bei reifen Sauternes oder Weinen auf Sémillon-Basis entsteht hin und wieder ein wachsartiger Eindruck, der an Politur erinnert.

  • lebendig

    Ausdruck für einen spritzigen, frischen Wein.

  • lebendig

    Wein mit lebendiger Säure

  • leer

    Wein mit einem mangelhaft ausgeprägten Körper.

  • leicht

    wenn als Beschreibung für einen Wein gebraucht: gering in Alkohol und Körper.

  • leichter Körper

    bei jungen Weinen häufig zu finden und nicht unbedingt unangenehm. Gutes Beispiel sind die Beaujolais Primeurs.

  • Lese

    Weinernte, Weinlese. Das Einbringen der übers Jahr gewachsenen Trauben in den Keller zur Vinifikation.

  • Liebfrauenmilch

    lieblicher Wein aus Riesling und Sylvaner bzw. Müller-Thurgau und Kerner. Lange Zeit galt er als tyisch deutscher Wein, man schreibt ihm noch heute einen erheblichen Imageschaden für das deutsche Winzertum zu.

  • lieblich

    Wein mit süßer Geschmacksrichtung und einem Restzuckergehalt von > 18g/l.

  • Likör

    Als Likör bezeichnet man, wenigstens heute in Zeiten der EU, ein alkoholisches Getränk mit mindestens 100g Zucker pro Liter. Der Rest ist erstaunlich ungeregelt, der Alkoholgehalt kann zwischen 15 und 40% Vol. schwanken, kann aber, wie beispielsweise beim grünen Chartreuse mit 55% Vol., durchaus darüber liegen. Auch ist nicht geregelt, was alles die Basis eine Likörs sein darf, womit grundsätzlich jede Pflanze herangezogen werden kann.

    Liköre entstanden ehemals übrigens aus Heilsäften. Im Mittelalter, als man die Mazeration, also das Herauslösen von Inhaltstoffen aus Pflanzen kennengelernt hatte, begannen Apotheker mit der Herstellung großer Ansätze aller erdenklichen Heilpflanzen, Kräuter und Beeren. Um diese schließlich wohlschmeckend zu machen, wurden sie mit Honig angereichert: die Geburtstunde des Likörs.

  • liquoreux

    französischer Ausdruck für einen alkoholreichen und lieblichen Wein.

  • LLC

    in der Weinbranche und im Internet gebräuchliche Abkürzung für Château Léoville-Las-Cases, 2ème Grand Cru Classé aus St. Julien.

  • locker gefügt

    Mangel an Säure und wenig ausdrucksvoll, dennoch nicht fade.

  • Louche-Effekt

    Mit dem Louche-Effekt meint man das ausfallen von anishaltigen Spirituosen bei der Zugabe von Wasser - zum Beispiel beim Pastis. Hintergund des Effekts ist die Tatsache, dass ätherische Öle aus dem Anis zwar in alkohol, aber nicht in Wasser löslich sind. Das französische Wort louche von dem sich die Bezeichnung des Phänomens ableitet bedeutet soviel wie undurchsichtig.

  • Luftton

    Oxydationserscheinung; meist war die Flasche zu lange geöffnet.

  • Lyraerziehung

    Reberziehungssystem, bei dem das Laub in zwei nach oben aufgebundene Gruppen von Trieben aufgestellt ist, was Lyraähnlich aussieht. Verbesserungen sind Laubdachmikroklima und günstigere Sonneneinstrahlung von Laub und Frucht.