Hier finden Sie Informationen, Erklärungen und Übersetzungen von häufig verwendenten Fachbegriffen in der Welt des Weines.
E
  • East-India (Sherry)

    Ein cream-artiger Sherry, der früher wie Madeira als Schiffsbalast auf die Seereise mitgenommen wurde wurde, um die Alterung zu beschleunigen.

  • Eberzähne

    alter deutscher Ausdruck für die Geiz- oder Wassertriebe eines Rebstockes.

  • echter Mehltau

    eine Pilzkrankheit bei Trauben.
    Mehltaubefall

  • eckig

    bei Verkostungen ein Begriff für einen Wein, der seine Harmonie noch nicht gefunden hat, in dem also Tannine, Säure etc. noch ungleichmäßig nebeneinander stehend wirken. In den meisten Fällen, wird sich dieser Eindruck durch weitere Lagerung geben und zu großer Rundheit hin verändern.

  • Ecoulure

    Ausdruck für den Traubensaft, der während der Ernte OHNE Pressung aus der Traube kommt. Er wird gesondert aufgefangen und nur für die besten Weine verwendet.

  • edel

    Eine beliebte, doch mitunter inflationär gebrauchte Bezeichnung zur Charakterisierung eines guten/sehr guten Weins..

  • Edelfäule

    Begriff für Botrytisbefall überreifer Beeren, der hochkomplexe Süßweine hervorbringt.

    Der Edelpilz Botrytis Cinerea befällt die reifen Trauben und macht die Häute der Beeren porös, wodurch das Wasser in den Beeren langsam verdunstet und diese einschrumpfen. Das Ergebnis sind wohl wenig appetitlich aussehende, graue und schrumpelige Rosinen, mit hochkonzentriertem Most und hohem Zuckergehalt (bis fast 50% Zucker). Aus diesen Beeren werden so berühmte Weine wie die Sauternes hergestellt.

    Befällt der Pilz durch feuchte Witterung die noch unreifen Beeren (Rohfäule), kann dies zum totalen Ernteausfall führen. Bei Rotweinen bzw. trockenen Weissweinen, ist der Befall ebenfalls unerwünscht.

  • Edelfirnis

    Tertiäraroma bei Weine mit langer Flaschenreife. Kommt ebenfalls bei Schaumweinen vor. Für die, die es lieben ein Hochgenuß, für andere ein Grund, den Wein als kaputt zu bezeichnen.

  • Edelreis

    Der obere, fruchttragende Teil einer Pfropfrebe. Dieser Teil allein bestimmt den Charakter des neuen Rebstockes und somit auch des erzeugten Weines.

    Die Unterlage, also der untere, wurzelnde Teil des Rebstocks wird als Wurzelstock bezeichnet, ein noch nicht aufgepfopfter Edelreis nennt man Blindrebe.

  • Edeltrauben

    Nur wenig beschreibende Bezeichnung für Rebsorten, die in der Lage sind hervorragende Weine zu liefern. Riesling, Chardonnay, Sauvignon, Cabernet, Spätburgunder, Nebbiolo, Sangiovese etc. könnten als solche bezeichnet werden.

  • Edelzwicker

    Einfaches Weißweincuvée aus dem Elsass, vielfach in der 1-Liter-Flasche auf dem Markt zu finden. Im Cuvée dürfen alle weißen Rebsorten der AOC verwendet werden, hauptsächlich sind dies meist Pinot Blanc, Pinot Gris, Chasselas (Gutedel), meist, und daher auch das Wort edel, aufgewertet mit geringen Anteilen edler Rebsorten wie Riesling oder Gewürztraminer.

    Der Edelzwicker stellt keinen großen Anspruch und repräsentiert in der Regel den typischen, einfachen aber dennoch frischen und mundigen Schoppenwein zur rustikalen elsässischen Küche.

  • Efeu

    Geruch nach feuchtem, frisch geschnittenem Gras, der von Mehltau herrühren kann. Muß nicht negativ sein.

  • Eglise-Clinet (Château L')

    6ha umfassendes, kleines Weingut in Pomerol, zu 85% mit Merlot, 15% Cabernet Franc bestockt.

    L'Eglise-Clinet zählt seit jeher zu den besseren und teureren Pomerols, sein Wein ist saftig, tiefgründig, überaus fruchtig und denen der neuen Sterne am Himmel Pomerols durchaus ebenbürdig.

    Der minimale Produktion des Weingutes (12-15.000 Fl./Jahr) ist es wohl zu verdanken, dass L'Eglise-Clinet bis heute ein Insidertipp ist und dies wohl auch bleiben wird.

  • ehrlich

    Im Zusammenhang einer Weinbeschreibung, ein Ausdruck für einen nicht überragenden Wein, aber doch für einen Wein, der nicht vorgibt, etwas darzustellen, was er nicht ist. Mit unter läßt sich auch ein reelles Preis-/Leistungsverhältnis aus dieser Aussage ableiten.

  • Eiche

    Für Fässer der verschiedensten Größen und Formen benutztes Holz, in dem sich Wein fast immer gut entwickelt und seine Qualität noch steigert.
    Im Gegensatz zum Stahl- oder Kunststofftank lebt und atmet der Wein in diesen Fässern aus Naturrohstoff. Vor allem Weine, die zum Reifen, statt zum raschen Konsum bestimmt sind, bekommt ein Ausbau in Holzfässern grundsätzlich sehr gut. Dabei hat sich Eiche durchweg als das am besten geeignete Holz erwiesen. In einigen Weinbauregionen verwendet man aber auch Kastanie (in Italien recht gebräuchlich) oder Redwood (in den USA). Die positiven Einflüsse dieser Hölzer auf den Wein sind in der Regel aber geringer als die der Eiche.

    Die Herkunft und Art des Eichenholzes spielt eine untergeordnete Rollen, wenn das Fass vor dem Wein weingrün (eine Art des Avinierens, wenn man so will; s.d.) gemacht wird oder bereits mehrere Jahre in Gebrauch war.

    Da heute die Verwendung neuen Holzes beim Weinausbau, vor allen in Barriques, in Ländern wie Frankreich, Italien, Deutschland u. a. immer wichtiger wird, spielt die Herkunft und damit die Art des Eichenholzes eine gesteigerte Rolle. Je nachdem, ob es großporig oder engporig ist, ändert sich der Gerbstoffgehalt und die Aromenabgabe, wirkt das Fass anders auf den Wein ein. Das mag für einen Wein gut, für einen anderen aber genau falsch sein, und die Unterschiede sind sehr nuanciert. Hinzu kommt selbstverständlich, daß die Art und Weise der Holzbehandlung und -trocknung (Toastung) eine erhebliche Rolle spielt.

    Bekannte Herkunftsgebiete für Eichenholz, dass im Weinbau Verwendung findet sind das Limousin, Allier, Nivernais in Frankreich.

    Weine, die in nicht weingrün gemachten, sondern neuen Barriques ausgebaut werden, nehmen je nach Art und Qualität des Weines und Dauer der Ausbauzeit einen von diesem Holz herrührenden Ton an. Wenn dieser nicht zu vordergründig ist, kann man von einem Barriqueton oder einer Barriquenote sprechen. Ist der Ton ausgeprägter, sagt man in Frankreich, der Wein sei boisé. Diese Noten verlieren sich jedoch alle mit zunehmendem Altern des Weins und geben ihm zusätzlich Kraft und Ausdruck.

  • Eiche

    DAS Holz für Fässer. Gibt Aromen in den Wein ab...je älter desto weniger.

  • Eichengeschmack

    Geschmacks- und Geruchsstoffe, die der Wein beim Lagern in neuen Fässern annimmt.

  • Eimer

    früher gebräuchliches Hohlmaß, hauptsächlich in Österreich-Ungarn und Süddeutschland anzutreffen.

    Zu Haydns Nebeneinkünften während seiner Zeit im Burgenland gehörte eine erhebliche Anzahl an Eimern Wein. Ein Eimer wurde damals mit rund 56,6 Litern gerechnet.

    Lagennamen wie der Spitzer 1000-Eimer-Berg erinnern heute noch an diese Maßeinheit.

  • Einzellage

    einzelne, meist von besonderer Qualität gezeichnete, kleinere Region in einem Anbaugebiet.

  • Eisen

    Geschmacksrichtung, die in Weinen vorkommt, kann sowohl vom Boden als auch Ausbau herstammen.

  • Eisheilige

    Wetterphase Mitte Mai; Gefahr von Frühjahrsfrost. 12-15. Mai: Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie.

  • Eiswein

    das Traubengut dieses Weines muß bei Ernte und Kelterung (natur-)gefroren sein, Außentemperatur in der Praxis -6 bis -8°C. Weltgrößter Hersteller von Eiswein: Canada.

  • Eiweißschönung

    traditionelle Methode zur Klärung von Rotweinen. Das Weiße des Hühnereis bindet besonders gut herbe und bittere Tannine, während weiche im Wein verbleiben.

  • elegant

    subjektiver Ausruck für die Feinheit eines Weines.

  • Elevation

    franz.: Ausbildung. Begriff für die Reifung im Holzfass.

  • en Primeur

    auch Subskription; Bezeichnung für Weine, die bereits vor der Füllung verkauft werden, in Bordeaux werden jährlich ca. 1/3 der Gesamternte en Primeur verkauft.

  • Encépagement

    Die Mischung aus verschiedenen Rebsorten im Weinberg oder Wein (frz. cépage = Traubensorte)

  • Entrappen

    maschinelles Entfernen der Beeren von den Stielen, s.a. Abbeeren

  • entwickelt

    Trinkfertigkeit eines Weines

  • erdig

    allgemeiner Ausdruck für Wein mit ausgeprägtem Bodengeschmack

  • Erosion

    Abtrag der oberen Erdschichten, z.B. durch Regen

  • Ertrag

    wird in Hektolitern pro Hektar (hl/ha) angegeben; allgemein gilt, je gringer der Ertrag, desto höher die Qualität und Konzentration des Weines.

  • Ertragsbegrenzung

    je nach Richtlinie der einzelnen Anbaugebiete, wird der Ertrag pro Hektar nach oben begrenzt. Erträge darüber müssen u.U. deklassiert, also z.B. als Landwein verkauft werden.

  • Erzeugerabfüllung

    der Wein wurde direkt beim Winzer abgefüllt.

  • essigsauer

    Geruch und Geschmack nach Essigsäure

  • Essigstich

    auch Aceton; Fehler in der Weinbereitung oder wenn die Flasche Wein zu lang offen stehen geblieben ist; der Wein ist nicht mehr genießbar. Vor allem wenn die flüchtigen Säuren zuviel Sauerstoff erhalten haben. Saubere Kellerarbeit und sparsames Schwefeln hilft dagegen.

  • Estufagem

    Erwärmungsprozess beim Madeira (port. estufa = Ofen)

  • Eukalyptus

    seltenes, sehr würziges Aroma in Weinen mit/aus Cabernet Sauvignon.

  • Extra Brut

    trockenste Variante von Schaumweinen. Auch Brut-Zero, Brut de Brut oder brut nature.

  • Extra Dry

    neumodische Bezeichnung für Schaumweine mit einer Restzuckergehalt von 12 bis 20 g/l.

  • Extraktion

    Herauslösen von Geschmacks- und Farbstoffen aus den Trauben.

  • Extraktsüße

    Begriff für Süße im eigentlich trockenen Wein.