Hier finden Sie Informationen, Erklärungen und Übersetzungen von häufig verwendenten Fachbegriffen in der Welt des Weines.
P
  • Paille (Vin de)

    Strohwein; Wein aus dem Jura dessen Trauben vor der Pressung von der Ernte bis Weihnachten auf einer Auslage aus Stroh getrocknet werden - ähnlich dem italienischen Amarone.

  • Palo Cortado (Sherry)

    Der Palo Cortado ist eine Spielart von Sherry, die die Finesse und die Würze des Finos mit der Tiefe des Olorosos vereint. Diese hochgeschätzte Rarität wird stets für sich gelagert und unverschnitten abgefüllt.

  • panschen

    allgemeiner Begriff für die Zugabe unerlaubter Stoffe in den Wein.

  • pappig

    Ausdruck für einen einseitig süßen und aufdringlichen Wein, dem es an ausgleichender Säure gebricht.

  • Parfüm

    Ausdruck für ein schmeichelndes Bukett eines Weines.

  • Parker

    ein Guru der Weinwelt, dessen Beurteilung und Verkostungsnotizen für viele Weinfreunde kaufentscheidend sind und schon für manches Weingut den Beginn oder das Ende des Erfolgs markierten.

    Mit verschiedenen Co-Verkostern bearbeitet er (inzwischen) Weine aus aller Welt. Seine Verkostungsnotizen, die in einem zweimonatigen Newsletter, auf seiner Webseite (www.erobertparker.com) und auch in Büchern erscheinen, werden gern zitiert. Die berühmten Parker Punkte, gemeinhin schlicht PP, werden oft genug zusammen mit dem Preis eines Weines in einem Satz genannt.

    Robert Parker ist Jurist und fiel erstmals durch Bewertungen des Bordeaux-Jahrgangs 1982 auf. Seine persönliche Domäne sind französische Weine und nicht selten spricht man von einem Parker-Stil, wenn man fette, wuchtige und volle Weine meint, wie sie gern an der südlichen Rhône vorkommen.

  • Passito

    in Italien ein aus getrockneten Trauben (rosinenartig) bereiteter Wein.

  • Pétillant

    leicht schäumend

  • Pedro Ximenez (Sherry)

    Pedro Ximenez, auch kurz PX genannt, ist ein süß ausgebauter Sherry aus der gleichnamigen Rebsorte, die in der Sherry-Gegend leider immer seltener wird.

    Die Trauben werden vor der Pressung getrocknet wordurch sie Feuchtigkeit verlieren - der PX ist somit die TBA unter den Sherries. Ein PX ist von fast schwarzer Farbe und einer sirupartigen Konsitenz.

    Der Name leitet sich angeblich von einem spanischen Soldaten ab, der die Rebsorte im 17. Jahrhundert aus den Niederlanden mitbrachte.

  • Pegelwein

    als Einstiegswein in eine Verkostung gedacht, damit sich die Teilnehmer ins Niveau `eintrinken` können - wird leider selten gemacht.

  • Perenospera

    falscher Mehltau; Pilzkrankheit von Rebstöcken.

  • Perlwein

    entspricht Frizzante; Wein, der mit Kohlensäure angereichert ist.

  • Pestizide

    Schädlingsbekämpfungsmittel im Gegensatz zu Fungiziden (=Mittel gegen Pilzbefall)

  • Petroleum

    meist als störend empfundene Geruchnote in Weinen.

  • pfeffrig

    deutlicher Eindruck von gemahlenem schwarzen Pfeffer

  • Pferdeschweiß

    Geruchsnote, die bei jungen Rotweinen oft zu finden ist, mit dem Alter aber meist verschwindet.

  • Pflanzdichte

    Dichte der Rebstöcke zueinander.

  • Pfopfrebe

    Begriff aus der Rebveredelung; dabei wird der Trieb einer Pflanze auf die Wurzel (=Unterlage) einer anderen Pflanze aufgesetzt oder eben aufgepfropft, um die positiven Eigenschaftem der Unterlage mit denen des Triebes zu kombinieren.

  • ph-Wert

    gibt im Wein mehr oder minder den Säuregehalt an; ph-Wert von 7 gilt als neutral (=Wasser), ein ph-Wert über 7 ist basisch/alkalisch, ein ph-Wert unter 7 ist sauer. Bei Wein findet man also ph-Wert kleiner 7.

  • Phyloxera

    die Reblaus; ein Schädling der den Saft der Rebwurzel absaugt, wodurch die Pflanze stirbt. Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts war ganz Europa davon betroffen (die Reblaus wurde aus Amerika eingeschleppt), seitdem werden Reben mit resistenten Sorten aus Amerika veredelt. Südamerika war nie von der Reblaus betroffen, hier findet man noch unveredelte Originalrebsorten.

  • physiologische Reife

    der Zeitpunkt, an dem alle Inhaltsstoffe bzw. Eigenschaften einer Traube in Einklang stehen.

  • pikante Säure

    ausgereifte Weinsäure prägt den Wein.

  • Pipes

    Eine Fassform. Sehr häufig im Portweinausbau benutzt, wenngleich die Größe der Pfeifen stark variieren kann; traditionell enthält ein Pipe am Douro wohl 550 Liter.

    Die Form des Fasses ist im Vergleich zum Barrique deutlich schlanker, wodurch die Fässer um einiges Länger sind.

    Der Tatsache geschuldet, das schottischer Whisky gern in Portweinfässern gefinished werden, findet man im Norden Großbritanniens viele gebrauchte Port-Pipes.

    Auch für den Ausbau von Madeira, Cognac oder Marsala u.a. werden Pipes verschiedener Volumina benutzt.

  • Pirat

    auch U-Boot; ein Wein, der in eine Blindverkostung eingebaut wird, obwohl er eigentlich nicht zur Thematik der Verkostung gehört.

  • plump

    Ausdruck für einen Wein ohne Finesse, z.b. durch fehlende Säure; einfach, ordinäre Erscheinung.

  • Plutzer

    bauchiges Ton-Gefäß, in dem Wein im Burgendland (Österreich) vermarktet wird.

  • pneumatische Presse

    die moderne Version der althergebrachten Baumpressen; ermöglicht ein sanftes Pressen des Traubgutes, möglichst ohne die Kerne mit zu zerquetschen.

  • Podere

    italienischer Begriff für ein kleines Weingut.

  • Polyphenole

    umfangreiche Familie von Weinkomponenten, die für Farbe und Körper verantwortlich sind.

  • Port Pipe

    Ein Fasstyp, häufig im Whiskyausbau zu finden .Ein großes Fass aus europaischer Eiche. Der Portwein gibt sein Aroma und auch die Farbe an den Whisky ab. Inhalt: 650 Liter.

  • Portwein

    Süß-/Dessertwein aus Portugal, bei dessen Herstellung die Gärung durch Zugabe von Alkohol abgebrochen wird und der anschließend entweder direkt in Flaschen (=Ruby Port) oder in Fässern (=Tawny Port) gelagert wird.

  • PP

    branchenübliche Abkürzung (Parker Punkte) für die numerische Beurteilung eines Weines durch Robert Parker (siehe dort).

  • Prädikate

    in Deutschland/Österreich ein durch das Mostgewicht bestimmtes Unterscheidungsmerkmal; ansonsten Auszeichnung für die Güte von Weinen, die in Prämierungen verliehen werden.

  • Prädikatsweine

    Auslese, Strohwein, Spätlese, Eiswein, Beerenauslese, Ausbruch, Trockenbeerenauslese gehören in Deutschland und Österreich zu den Prädikatsweinen nach Weingesetz. Die einzelnen Stufen werden am Mostgewicht/Öchselgrad festgemacht.

  • Premier Cru

    Qualitätsstufe in französischen Klassifikationssystem. Zur allgemeinen Verwirrung wird der Begriff von Appellation zu Appellation recht unterschiedlich ausgelegt. So ist ein Premier Cru im Médoc die höchste Stufe, während sie im Burgund den zweiten Rang unter den Grand Crus einnimmt.

    Um die Verwirrung zu kompletieren, sind sich die Bordelaiser untereinandern auch nicht ganz einig, was ein Premier Cru ist: im Sauternes/Barsac ist er nach dem Premier Cru Classé Supérieur nur der zweite Platz; nicht weit entfernt in Saint-Emilion ist er aber wieder die Spitze der Pyramide und damit über den Grand Crus einzustufen, wird aber nochmals in Premier Cru A und Premier Cru B unterschieden - hier dann allerdings logisch: A ist besser als B.

    In Deutschland wird seit den 1990ern ein ähnliches System eingeführt - jedoch eher an das burgundische (terroirorientierte) und nicht an das bordelaiser (erzeugerorientierte) Klassifikationssystem angelehnt
    Man ist sich allerdings auch hier noch nicht ganz einig, ob es nun ein Großes oder ein Erstes Gewächs ist und verwendet die Begriffe von Anbaugebiet zu Anbaugebiet gleichbedeutend für einen Wein, der nach gleichstrengen Richtlinien erzeugt wurde.

    Eine gebräuchliche Abkürzung für einen Premier Cru ist der Ausdruck 1er Cru, wobei man unter Kennern gern vermeidet Einser Cru zu sagen...

    Über den Wein hinaus findet man heute aber auch für Schokoladen, Kaffees, Käse etc. die Bezeichnung Premier Cru. Man darf den Begriff also gemeinhin, wenn nicht als Garantie, so doch als Anzeichen gehobener Qualität ansehen.

  • Premium

    Bezeichnung für Weine der höheren Qualitäts- und Preisstufe; jedoch kein tatsächlich an die Qualität gebundener Begriff.

  • pressen

    s. Keltern.

  • Presswein

    Rotwein, der aus der nassen Schalenmasse gepreßt wird, nachdem der Vorlaufwein aus dem Gärbehälter abgeleitet wurde. Man bewahrt ihn getrennt auf und benützt ihn zum Verschneiden.

  • prickeln

    Empfinden von Kohlensäure an der Zungenspitze bei einem Stillwein

  • Primeur

    französisch für der Erste; Bezeichnung für einen sehr jung auf den Markt kommenden Wein, z.B. Beaujolais Primeur.

  • Profumo

    italienisch für Bukett, also der Duft eines Weines

  • Puncheon

    Ein Fasstyp. Aus amerikanischer oder europäischer Eiche hergestellt. Wird auch für Rum- und Sherryfinishes verwendet. Inhalt: 500 Liter.

  • PV

    in kurzen Weinbeschreibungen übliche Abkürzung für die Rebsorte Petit Verdot