Hier finden Sie Informationen, Erklärungen und Übersetzungen von häufig verwendenten Fachbegriffen in der Welt des Weines.
B
  • Bacchus

    Lateinischer Name des Weingottes; seine griechisches Entsprechung ist Dionysos.

    Ferner Name einer Geisenheimer Neuzüchtung aus (Silvaner x Riesling) x Müller-Thurgau.

  • Badisch Rotgold

    Ein Qualitätswein b. A. oder ein Qualitätswein mit Prädikat, der aus einer Trauben- oder Maischemischung von Ruländer (Grauer Burgunder) und Spätburgunder erzeugt wird, die gemeinsam vergoren werden. Eine Spezialität, die ausschliesslich aus Baden kommt.

  • Balaton

    Der ungarische Name für den Plattensee und zugleich für eines der renomiertesten Weinbaugebiete des Landes.

  • Balestard la Tonnelle (Château)

    Einer der ältesten und heute einer der besten Grands Crus Classés von Saint-Emilion.
    Auf weniger als 11 ha Rebfläche (70% Merlot, 25% Cabernet Franc, 5% Cabernet Sauvignon) wird eine traditioneller Wein mit Körper, Fleisch, Struktur und Tannin erzeugt.

    Bereits vor rund 500 Jahren hat François Villon (1412-1485) in einer Ballade von >ce divin nectar/Qui porte nom de Balestard< geschwärmt.

  • Balthazar

    Bezeichnung für eine Großflasche mit 12 Litern Inhalt (=16x0,75l), benannt nach einem der Heiligen Drei Könige.

  • Banyuls

    Bekanntester und vielleicht bester französischer Likörwein, etwa einem leichten Tawny Port vergleichbar.

    Er wird nach den französischen Bestimmungen als Vin doux naturel bezeichnet, da ein erheblicher Teil seines natürlichen Traubenzuckers dadurch erhalten bleibt, daß der Wein aufgespritet, d.h. ihm 5-10% hochprozentiger Branntwein zugesetzt wird. Auf diese Weise erreicht er mindestens 15% vol. Alkohol, oft auch mehr, ist ziemlich süß und verfügt über eine rostbraune Farbe und mit zunehmendem Alter - zumal als Banyuls Grand Cru, der mindestens 2 1/2 Jahre im Faß gelegen haben muß - über ein besonderes Bukett und einen ganz eigentümlichen, als Rancio bezeichneten Altersgeschmack.

    Der Wein wird hauptsächlich aus Grenache erzeugt, darf aber mit kleinen Anteilen anderen Rebsorten verschnitten werden. Die Reben stehen auf terrassierten Steilhängen über dem Mittelmeer. Die Lese ist immer sehr spät, die Trauben sind meist bereits rosinenartig ausgetrocknet.

    Die gleichnamige AC Banyuls deckt sich geographisch mit der AC Collioure, benannt nach dem malerischen Fischer- und Künstlerörtchen nahe der spanischen Grenze.

  • Barbaresco

    `leichter` Bruder des Barolo, Rotwein aus dem Piémont. Reift schneller als der große Bruder und zählt durchaus zu den besten Weinen Italiens.
    Erzeugt wird er in einem rund 500ha großem Anbaugebiet in der Umgebung der Gemeinde gleichen Namens, einschließlich Neive, Treiso und Teilen von Alba, unweit des Barolo-Bereichs.

    Er wird ebenso wie der Barolo aus Nebbiolo erzeugt. Vor dem Verkauf muß er mindestens zwei Jahre, davon eines im Fass, gelagert werden. Bei einer vierjährigen Lagerung und hiervon drei im Fass, darf er sich Barbaresco Riserva nennen.

    Vielleicht erreicht der Barbaresco nicht ganz das Volumen und den Körper eines Barolo, doch kann ein Barbaresco eines erstklassigen Erzeugers nahezu jeden Barolo an Feinheit und Differenziertheit übertreffen und ein wahrhaft überragender Wein von außerordentlichem Charakter, Finesse und Rasse sein. Die besten von ihnen gehören sicherlich zu den bemerkenswertesten Weinen der Welt.

  • Barco Reale

    Rotwein aus der Toscana aus dem Gebiet von Carmignano, der ebenso wie der tatsächliche Carmignano hauptsächlich aus Sangiovese und Cabernet erzeugt wird

    Er erreicht jedoch nicht die Tiefe und Konzentration des Carmignano und als der leichtere, früher zu trinkendere beider Weine gilt.

  • Bardolino

    Guter, leichter Rotwein aus der Gegend nördlich von Verona, den man jung trinken sollte.
    Ähnlich wie sein Pendant der Valpolicella wird er vornehmlich aus Corvina, Rondinella, Molinara und Negrara hergestellt.

    Bardolinos sind oft fruchtig, lebend und heiter und somit hervorragend als Alltagsweine geeignet. Es gibt ihn auch in einer Rosévariante, die als Chiaretto bezeichnet wird.

  • Barolo

    Einer der bemerkenswertesten und bekanntesten Rotweine Italiens. Hergestellt aus der gleichen Rebsorte (Nebbilo) wie der Bruder Barbaresco, jedoch langsamer reifend und mit hervorragendem Alterungspotential.

    Der Barolo wird in der Langhe im Piemont südwestlich von Alba auf knapp 1.300ha um die Dörfer Barolo, La Morra, Castiglione Falletto, Serralunga d'Alba, Monforte erzeugt,
    Je nach Boden, Jahrgang und Ausbauart handelt es sich um robuste Weine mit käftigem Alkohol (um 13-14% vol.).

    Nach den DOCG-Bestimmungen muß der einfache Barolo drei Jahre, die Riserva fünf Jahre gelagert werden, bevor er in den Verkauf kommt. Von dieser Zeit verbingt der Wein zwingend mindestens 2 Jahre im großen Eichen- oder Kastanienholzfass. Den Rest der Zeit reifen Barolos in der Flasche.

    Da er zu den am langsamsten reifenden Weinen überhaupt gehört, wird er aber ab dem Verkauf je nach Jahrgang noch 5-8 Jahre brauchen, um sich vollkommen zu entfalten.

    Zu den Spitzenlagen des Gebiets gehören Cannubi, Brunate, Rocche, Bussia, Monprivato, Vigna Rionda.

  • Barrica

    spanischer Ausdruck für Barrique (siehe dort)

  • Barrique

    Kleines Eichenfaß mit 225 Litern Inhalt, ursprünglich aus Bordeaux stammend. Im Gegensatz zu großen Fässern, besitzt das Barrique eine größere Oberfläche zur gesamten Weinmenge. Deswegen reifen Weine im Barrique schneller, was man auch positive Oxydation nennt.

    Das neue Holz gibt sog. Tertiäraromen in den Wein ab (etwa Vanille, Kakao, Schokolade, Kokosnuss) und erhöht dessen Tanningehalt, was den späteren Wein verändert. Barriques werden meist nicht länger als 3 Jahre benutzt.

    Barriques aus verschiedensten Holzarten werden heute in fast allen Weinbaugebieten der Welt verwendet.

  • Barrique (Whiskyausbau)

    Bestimmt eines der bekanntesten Faßtypen aus der Weinherstellung. Allerdings wird der Begriff Barrique im Whiskysektor etwas gedehnt: ein Barrique muss im Whisky nicht unbedingt 225 Liter Inhalt aufweisen.

  • Barros

    Schwere Lehmböden mit relative hohem Eisengehalt, was sie rötlich färbt.
    Bezeichnung für den zweitbesten oder zweitschlechtesten Boden im Sherry-Gebiet. Verglichen mit den besten, als Albariza bezeichneten Kreideböden enthalten Sie nur wenig Kreide. Sie bringen aber dennoch bessere Weine hervor als die Arena-Böden (Sand).

    In der D.O. Ribera del Guadiana (Extremadura) ist eine ganze Gegend nach diesen Böden benannt: die Tierra de Barros (ca. 16.000ha).

  • basto

    im Spanischen das Gegenteil von fino, sprich grob. Minderwertiger Sherry wurde früher häufig so bezeichnet. Heute ist die Bezeichnung eher ungebräuchlich - ohne daß damit auch der minderwertige Sherry verschwunden wäre.

  • Batailley (Château)

    5eme Cru Classé in Pauillac. 56ha Rebfläche (70% Cabernet Sauvignon, 26% Merlot, 3% Cabernet Franc, 1% Petit Verdot)

    Produziert wird ein tradioneller, robuster Pauillac, der lange reift und über die Jahre sehr solide ist. Trotzdem reicht Batailley nie an die Nachbarn à la Lynch Bages heran, die deutlich mehr Opulenz und Reiz zeigen.

  • Bauernhofgerüche

    Tierische und pflanzliche Düfte, die man bei einem reifen Merlot oder Pinot Noir feststellen kann.

  • Baumé

    französiche Mostgewichtseinheit. 1,2 Grad Baumé entsprechen 10 Grad Oechsle.

  • Beaume de Venise

    Der Name einer kleinen Weinbaugemeinde östlich von Orange im Département Vaucluse. Seit 2005 ist es auch der Name eine kompletten AC unter der sowohl Rot- als auch Weissweine verkauft werden dürfen.
    Hauptsächlich ist Sie jedoch durch Ihren Muscat de Beaume de Venise bekannt, einen nur leicht gespriteten Vin doux naturel, der von vielen Kennern für den besten Frankreichs gehalten wird.

  • Beauregard (Château)

    Name mehrerer Weingüter im Bordeaux-Gebiet.

    Das bekannteste und bedeutenste von ihnen befindet sich in Pomerol mit 17,5 ha Rebfläche (70% Merlot, 30% Cabernet) und einem guten, wenn auch nicht großartigen Wein, der sich eher zu schnelle Trinkfreude denn durch großes Lagerpotential auszeichnet.

  • Beausejour (Château)

    Verbreiteter Weingutsname im Bordeaux-Gebiet.
    Das bedeutendste und bekannteste von ihnen ist ein Saint-Emilion Grand Cru Classé B (knapp 7 ha: 70% Merlot, 20% Cabernet Franc und 10% Cabernet Sauvignon).
    Für Parker gilt er als komplexester und ätherischster Wein Saint-Emilions.

  • Beerenauslese

    Edelsüßer Wein aus am Stock getrockneten Beeren. Diese werden einzeln, sprich Beere für Beere aus der Traube herausgeschnitten. Sehr geringer Ertrag, hoher Preis. Neben Eiswein und Trockenbeerenauslese die Spitze in Deutschland und Österreich in der Reihe der Prädikatsweine.

  • Begrünung (auch Dauerbegrünung)

    Ansaat (oder auch natürlicher Wuchs) von Gras und ähnlichen Pflanzen zwischen den Rebreihen. Dies schützt vor Erosion, begünstigt gleichzeitig das Bodenleben und mindert bei Maschinenbearbeitung den Bodendruck und damit dessen Kompression.

  • Behang

    Bezeichnung für Trauben am Stock.

  • beißend

    Durch ein Übermaß an Schwefel entsteht eine stechende, prickelnde und auch brennende Geschmacks- und Geruchswahrnehmung - siehe auch Schwefeldioxid.

  • Belair (Château)

    Das bekannteste Weingut dieses Namens ist ein Premier Cru Classé B aus Saint-Emilion. Überdies gibt es noch fast 15 weitere Châteaux dieses oder eines sehr ähnlichen Namens im ganzen Bordeaux-Gebiet.

    Oben genanntes Château Belair ist der direkte Nachbar des berühmten Château Ausone liegt mit dessen Qualität aber nur wenig gemein hat. Es verfügt über 12,5 ha Rebfläche, die zu 60% mit Merlot und 40% Cabernet Franc bestockt sind.

  • Belgrave (Château)

    5ème Cru Classé im Haut-Médoc, unmittelbar an der Grenze zu Saint-Julien gelegen; 55ha Rebfläche (55% Cabernet Sauvignon, 32% Merlot, 12 Cabernet Franc und 1% Petit Verdot). Seit dem Besitzerwechsel 1980 geht es auf dem Gut wieder sichtbar aufwärts, Meister Parker fragt sich indes bis heute, ob es denn je wieder gut genug für einen 5ème Cru wird.

  • Bentonit

    Quellfähiges Mineral welches wird zum Schönen/Klären des Weines benutzt wird (zumeist Weißwein): Bentonit-Klärung.

    Im Gegensatz: Eiweißklärung.

  • Bereich

    Ein Bereich ist im Sinne des Weingesetzes die zweitgrößte Weinbauflächen-Einheit. In einem Bereich werden mehrere Groß- oder Einzellagen unter einem Namen zusammengefaßt. Dadurch wurde für große Produzenten die Möglichkeit geschaffen, mehr Wein unter dem selben Namen zu vermarkten.

    Diese 1971 geschaffene Bezeichnung ist heute weithin umstritten, da Sie oft zu Verwirrungen beim Verbraucher führt, sind doch die Bezeichnungen des Bereiches und der von qualitativ höherwertigen Einzellagen oft sehr ähnlich wenn nicht gar identisch.

    Siehe auch: Bereichsname.

  • Bereichsname

    Seit einer 1989 vorgenommenen Änderung des Weingesetzes muss dem Bereichsnamen das Wort 'Bereich' in der gleichen Schriftart, Schriftfarbe und Schriftgröße nur dann noch vorangestellt werden, wenn der Bereichsname mit einer sonstigen geographischen Bezeichnung identisch oder verwechselbar ist.

  • Bergwein

    österreichische Bezeichnung für Weine, die an Hängen mit mehr als 26% wachsen.

  • Beschaffenheit

    Die physikalische Zusammensetzung eines Weines bezüglich Alkohol, Säure, Konzentration an Fruchtigkeit und Tannin.

  • Besenwirtschaft

    Ein zeitlich begrenzter Ausschank selbsterzeugter Weine im eigenen Betrieb, angezeigt durch Aushängen eines Besens.

  • bestimmte Anbaugebiete

    Nach dem deutschen Weingesetz verteilt sich die Erzeugung von Qualitätswein in der Bundesrepublik Deutschland auf 13 bestimmte, geographisch genau abgegrenzte Anbaugebiete.

  • Beychevelle (Château)

    4ème Cru Classé aus Saint-Julien mit 90 ha Rebfläche (62% Cabernet Sauvignon, 31% Merlot, 5% Cabernet Franc, 2% Petit Verdot) und einem roten Bordeaux, der seit Anfang der 1980er wieder beachtlich an Format gewonnen hat.

    Parker attestiert dem Gut jedoch eine starke Jahgangsabhängigkeit. In guten Jahren so gut wie in ein 3ème, in schlechten von guten Cru Bourgeois geschlagen.

    Der Name Beychevelle leitet sich der Legende nach übrigens von baisse voile (eingeholtes Segel). Vorbeifahrende Schiffe sollen früher als Salut an den Hausherren des 1757 erbauten Schlosses, Großadmiral Herzog von Epernon, die Segel kurzzeitig eingeholt haben.

    Das anwesen an sich gehört noch heute zu einem der bemerkenswertesten im ganzen Médoc.

  • Bezeichnungsrecht

    Das Bezeichnungsrecht ist ein Teil des deutschen Weingesetzes und legt Grundsätze für die Auszeichnung von Weinen fest.

  • bianco

    Italienisch für weiss. Inzwischen Namensteil von mehr als 50 italienischen DOC-Weissweinen wie zum Beispiel Bianco Colli Euganei, Bianco di Custoza etc.

  • Bianco di Custoza

    Italienische Weisswein-DOC, im äußersten Südosten des Gardasees westlich von Verona im Veneto. Der trockene, blumig-leichte Weisswein wird hauptsächlich aus Trebbiano und Garganega erzeugt. Den Bianco die Custoza findet man auch als Passito und als Schaumwein.

  • Biferno

    Angenehmer DOC-Wein aus der Molise.

    Bekannt düfte hierzulande hauptsächlich der Rote Biferno sein, der hauptsächlich aus Montepulciano, verschnitten mit Aglianico hergestellt wird.

    Es existieren aber auch Rosé- und Weissweine unter diesem Namen.

  • Bikavér

    Gehaltvoller ungarischer Rotwein, neben dem Tokajer der im Ausland wohl bekannteste ungarische Wein, der aus der Umgebung der Stadt Eger stammt und als Egri Bikavér (Erlauer Stierblut) in den Handel kommt.
    Heute wird er hauptsächlich aus Blaufränkisch hergestellt, mit Cabernet, Portugieser und Merlot verschnitten. Der früher eher verwendete Kadarka kommt inzwischen seltener zum Einsatz.

    Der Bikavér gilt als einer der besten und langlebigsten ungarischen Rotweine.

  • biologischer Säureabbau (BSA)

    auch malolaktische Gärung genannt; durch Milchsäurebakterien (Lactobakterien) wird die in den Trauben enthaltene Apfelsäure in Milchsäure umgewandelt. Apfelsäure wird als frisch, manchmal spitzig empfunden, während die Milchsäure runder und weicher wahrgenommen.

  • Biowein

    ein Wein aus kontrolliert biologischem Anbau.

    Man sollte sich hierbei jedoch keinen Wein vorstellen, der ohne jeden Eingriff in sein Wachstum erzeugt wird. Die hätte sicher keinen guten Einfluss auf seine Qualität.

    Ein biologisch erzeugter Wein wird auch immer einen Anteil Schwefel enthalten, etwas davon entsteht sogar während der Vergärung im Wein selbst. Darüberhinaus wird dem Wein Schwefel zugegeben, um ihn haltbar zu machen. Hier ist immer nur die Frage wieviel Schwefel dem Wein zugefügt wurde.

    Darüberhinaus wird im biologischen Anbau jedoch auf Herbizide und/oder Fungizide verzichtet. Man versucht dies durch pflanzliche Ansätze zu substituieren: der gute alte Brennnesselsud ist hier nur ein Beispiel dafür.

    Weiterhin verzichten Bio-Winzer konsequent auf den Einsatz von Kunstdünger.

    Dies impliziert jedoch, daß die Weine öfter ehandelt werden müssen, da diese Mittel nicht die Effizienz eines chemischen Mittels haben, was sich meist wieder im Preis niederschlägt.

  • bissig

    Attribut eines säurebetonten Weines.

  • Bittermandel(-ton)

    Geruch und Geschmack nach bitteren Mandeln, Fehler im Wein, vor allem wenn dieser bereits gealtert ist, der u.a. durch Fehler während der Schönung hervorgerufen werden kann.

    Bei sehr jungen Weinen kann dies jedoch auch als Anzeichen für noch schlummernde Aromenvielfalt gewertet werden und daher eher als positiv gelten.

  • Blanc

    französisches Wort für Weiss; un (vin) blanc = ein Weisswein.

  • Blanc de Blancs

    wörtlich: `Weisser aus Weissen`. Bezeichnung für Wein oder Schaumwein, zu dessen Herstellung nur weiße Trauben verwendet wurden. Gegensatz: Blanc de Noirs

  • Blanc de Noirs

    wörtlich: `Weisser aus Roten`. Bezeichnung für einen Wein oder Schaumwein, der nur aus roten trauben gekeltert wurde. Durch sanfte Pressung wird aus den Trauben nur der Saft gewonnen und sofort von den Schalen getrennt, die den roten Farbstoff enthalten.

    Diese Art der Herstellung erlebt in den letzten Jahren einen neuen Aufwind; mit teilweise skurilen Auswüchsen wie Trollinger - Blanc de Noirs.

  • Blanquette de Limoux

    Ein weisser Schaumwein aus der gleichnamigen AC in Südfrankreich. Er besteht zu mindestens 70% aus der weissen Rebsorte Mauzac hergestellt, die auch den Namen Blanquette trägt (von den weissbestäubten Blattunterseiten herrührend).

  • blass

    Ausdruck für Wein mit zu blasser Farbe oder sehr schlankem Ausdruck auf der Zunge.

  • blind

    Bezeichnung für einen unzureichend geklärten Wein; die nächstgeringere Stufe ist trüb. Derartige Weine sind infolge von kolloiden oder festen, schwebenden Teilchen nicht klar und gelten als nicht verkehrsfähig.

  • Blindrebe

    ein junger Rebtrieb (1 Jahr alt), der zur Züchtung in den Boden gesteckt wird.

  • Blindverkostung

    mehrere Weine werden nebeneinander verkostet, ohne das die Bewerter die Etiketten und somit die Identitäten der Weine erfahren. Die ehrlichste Art einen Wein zu beurteilen.

  • blitzblank

    Die in der Optik bemerkenswerte Qualität.

  • Blood Tub

    Ein Fasstyp. Auch diese eigentlich ein Bierfass, klein genug um auf dem Pferderücken transportiert zu werden. Inhalt: 40 Liter.

  • Blume

    Jede Rebsorte hat ein unverwechselbares Aroma, das poetisch auch als Blume bezeichnet wird. Muskateller, Sauvignon blanc, Traminer, Riesling, Muskat Ottonel sind Beispiele für Rebsorten mit ausgesprochen intensiver Blume. Siehe auch Bukett.

  • blumig

    Gute Weine weisen in der Regel eine große Zahl von Aromastoffen auf, die man beim Öffnen der Flasche und insbesondere durch Schwenken des Weins in einem entsprechenden Glas feststellt. Alle diese sind durchweg sehr angenehm, und wenn sie nur leicht vorhanden sind, bezeichnet man derartige Weine als duftig, wenn sie stärker ausgebildet sind als blumig. Sollten sie zu aufdringlich wirken, spricht man von einem parfümierten Wein.

  • Blüte

    Wie jede Fruchtpflanze so blühen auch Reben. Die Blüte wird oft als Geschein bezeichnet und ist je nach Sorte relativ empfindlich gegen Kälte und/oder Feuchtigkeit.

    Im Vergleich zu anderen Blüten sind Rebblüten eher unscheinbar.

  • Bocksbeutel

    Flaschenform, sehr flach und sehr bauchig. Wird hauptsächlich für Frankenweine verwendet. Der Name gilt übrigens als vom Hodensack des Ziegenbocks abgeleitet.
    Weitere Beispiele für Flaschenformen: Bordeaux-, Burgunder- und Schlegelflasche.

  • Böckser

    Ausdruck für einen Weinfehler, der den Wein unangenehm nach faulen Eiern riechen läßt (Schwefelwasserstoff). Ungenießbar - aber es besteht eine gute Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fehler mit der Alterung verfliegt.

  • Bocoy

    In Spanien ein 663 Liter Fass, etwa größer als ein Bota.

  • Bodega

    spanischer Begriff für Weinkeller, der in Spanien jeodch meist ebenerdig liegt.
    Ferner Bezeichnung für Weinkellerei mit den entsprechenden Einrichtungen.
    Ebenfalls ist der Begriff als Synonym für Weinschänke in Gebrauch.

  • Bodeguero

    Im Spanischen ein Repräsentant oder Vertreter eines Weingutes, eben einer Bodega, der aber sowohl Angestellter als auch Besitzer oder Kellermeister des Gutes sein kann.

  • Bodengeschmack

    Auf französisch der goût de terroir, auf gut schwäbisch Bodegfährtle. Meint den typischen Geschmack, den der Boden in einem Wein zurückläßt. Besonders deutlich wird dies beispielsweise bei einem Sancerre von normalen Boden, sprich einem Gemisch aus Ton, Kiesel und Kalkstein und einem Sancerre aus einer reinen Feuersteinlage.

    Jedoch wäre es nun zu einfach, zu sagen, dieser Wein schmecke nach Feuerstein. Vielmehr erhält er eine eigene, am Beispiel des Sancerres oftmals mineralischere Note, die dem anderen fehlt. Ob dem Wein das gut steht, ist eine rein subjektive Empfindung.

  • Bodensatz

    auch Depot genannt; Schwebstoffe die im Wein enthalten sind und sich bei längerer Lagerung an der Flasche absetzen. Absolut kein Manko.

    Befindet sich der Wein noch im Ausbau, sprich im Fass, entsteht ebenfalls ein Bodensatz aus abgestorbenen Hefen und anderen Trübstoffen, die sich mit der Zeit am Faßboden ablagern. Durch abziehen, filtern oder klären wird der Wein vor der abfüllung hiervon getrennt.

  • Bollinger

    Eines der bekanntesten Champagnermarken und immernoch eines der besten Champagnerhäuser in diesem Preisbereich.

    Die Jahrgangschampagner von Bollinger (Brut millesimé) gehören zu den sehr guten Standards, der einfache Brut zeichnet sich meist durch große Ausgewogenheit und Rundheit aus.

  • Bommes

    Eine der vier Gemeinden der Appellation Sauternes mit rund 300 ha Rebfläche (die drei anderen sind neben Sauternes selbst Fargues und Preignac, während als fünfte Gemeinde Barsac im landläufigen Sinne zwar ebenfalls Sauternes-Weine erzeugt, aber zu Recht über eine eigene Appellation verfügt). Sechs der insgesamt zwölf premiers crus befinden sich in Bommes: Châteaux Sigalas-Rabaud, Rayne-Vigneau, Lafaurie-Peyraguey, Clos-Haut-Peyraguey, La Tour-Blanche und Rabaud-Promis.

  • Bon Pasteur (Château le)

    Kleines Weingut in Pomerol mit 6,5 ha Rebfläche (80% Merlot, 20% Cabernet Franc).

    Parker hält das Gut für einen der besten Pomerol überhaupt andere Weingurus hingegen sind weniger vom Stil überzeugt, den der Inhaber Michel Rolland auf Bon Pasteur umsetzt: zu schmeichelnd, zu wenig Pomerol an sich...

  • Bontemps

    traditionelle hölzerne Schöpfkelle, wie sie auf Chateaux in Bordeaux zum Einsatz kommt; beispielsweise beim Anrühren des Eiweises zur Weinklärung.

    Ferner dient die Bontemps als Symbol der Vereinigung von Winzern und Weinhändlern im Médoc und im Graves (Commanderie du Bontemps de Médoc et des Graves).

  • Bota

    In Spanien ein 500-650 Liter Fass.

    Danaben wird auch ein Trinkbeutel aus Leder als Bota bezeichnet.

  • Botrytis (Cinerea)

    Botrytis Cinerea ist eine Edelfäule oder ein Edelschimmelpilz. Im deutschen Sprachraum findet man der Farbe der befallenen Trauben wegen häufig die Bezeichnung Grauschimmel.

    Den Trauben wird beim Befall das Wasser entzogen und so die Geschmacksstoffe und der Zucker in den Beeren konzentriert. Bei Rotwein absolut unerwünscht, bei Weissweinen teilweise eine Spezialität, wie zum Beispiel in Sauternes, zum falschen Zeitpunkt aber bedrohlich für die komplette Ernte.

  • botrytisch

    Adjektiv zur Beschreibung des typischen Aromas von edelsüßen Weinen, welcher durch den Befall von Botrytis Cinerea hervorgerufen wird.

    Die Aromen pendeln zwischen einem muffligen Pilzton wie man in von feuchtem Waldboden kennt und karamellartigen süßlichen Noten.

  • Bouches-du-Rhône

    Bouches-du-Rhône - Südostfranzösisches Département am Mittelmeer, zu dem Marseille, Aix-en-Provence, Arles und das Rhône-Delta gehören.

    Der größte Teil des Départements gehört weinbaugesetzlich zur AC Côtes de Provence und AC Aix-en-Provence, es erstreckt sich aber auch über die Mini-AC Palette

    Angebaut werden hauptsächlich ypisch südfranzösische Rebsorten, wie Carignan, Grenache, Cinsault und Syrah.

  • Bouquet

    siehe Bukett

  • Bourgeois (Cru)

    Wörtlich übersetzt der bürgerliche Cru. Sie stellen die späte Revolution des Bürgertums über die Aristokratie im Médoc dar.

    Wurde bereits 1855 der Adel der Weingüter des Médocs in 5 Cru-Stufen klassifiziert, folgte 1932 das Bürgertum mit weiteren 444 Weingütern, die in einen eigene Hierarchie gepreßt wurden. 1962 wurde der Verband der Cru Bourgeois gegründet; zu diesem Zeitpunkt existierte die Hälfte der ehemals klassifizierten Weingüter schon nicht mehr. Es dauerte jedoch bis 1978 um eine Neuklassifizierung anzustoßen, im Jahre 2003 folgte die bisher letzte und wohl auch umstrittenste Neueinteilung. Auf Klage von fast 80 bei der Neuregelung übergangener Weingüter wurde die 2003er Klassifizierung Anfang 2007 vorerst wieder aufgehoben.

    Die Crus Bourgeois wird nochmals aufgegliedert: Cru Bourgeois, Cru Bourgeois Supérieur und Cru Bourgeois Exceptionnel. In der letzten Gruppe gibt es durchaus Châteaux, die es mit einem Cru Classé aufnehmen können oder weniger gute Châteaux aus diesem Bereich übertreffen, zu den bekanntesten gehören Angludet, Chasse-Spleen, Les-Ormes-de-Pez, Poujeaux, Labégorce etc.

    Eine lustige Ausnahme bildet Sociando-Mallet: es wurde auf eigenen Wunsch in der 2003er Klassifizierung überhaupt nicht berücksichtigt (obowhl nomiiert) und steht heute als lachender Dritter im Gerangel um das 2003er Klassement da. Ausdruck für ein selbstbewußtes Bürgertum welches nach Meinung der gängigen Kenner ohnehin zu adeln wäre.

  • Boyd-Cantenac (Château)

    Sehr traditionell arbeitender 3ème Cru Classé aus Cantenac (Margaux) mit 17 ha Rebfläche (6% Cabernet Sauvignon, 25% Merlot, 8% Cabernet Franc, 7% Petit Verdot). Das Gut wird häufig gescholten, seine Klassifizierung nicht zu verdienen, gute Leistungen sind seltener als gute.

  • Brachetto d'Acqui

    Leichter, frischer, lieblicher Rotwein (frizzante oder auch schäumend), der in den Provinzen Asti und Alessandria im südlichen Piemont aus Brachetto erzeugt wird. Neben diesem gibt es, allerdings ohne DOC-Bezeichnung, den Brachetto d'Asti, Brachetto d'Alba, Brachetto di Moirano.

  • Branaire-Ducru (Château)

    4ème Cru Classé aus Saint-Julien im Haut-Médoc mit 50 ha Rebfläche (70% Cabernet Sauvignon, 22% Merlot, 4% Cabernet Franc und 4% Petit Verdot). Parker bescheinigt dem Gut einen Qualitätsanstieg seit Mitte der 1990er Jahre, was er auf eine neuerichtete Kellerei und eine neue Leitung des Weingutes zurückführt.

    Je nach Jahrgang kann es der 4. Cru Branaire Ducru leicht mit einem 3ème Cru ausfnehmen. Der Wein wird auch heute noch zu reelen Konditionen gehandelt!

  • branco

    Portugiesisch für weiß. Ein Weißwein ist dem entsprechend ein vinho branco.

  • brandig

    schmeckt ein Wein vordergründig nach Alkohol, spricht man von brandig.

  • Brane-Cantenac (Château)

    2ème Cru Classé aus Cantenac (Margaux) mit 90 ha Rebfläche (65% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot, 5% Cabernet Franc) und einem altberühmten roten Bordeaux.

    Seit Mitte/Ende der 1990er steigen die Qualitäten der vormals oft uninteressanten Weine ständig. Zu bemerken ist, daß die Preise momentan noch hinter den Qualitäten zurückstehen.

  • Branntwein

    aus Wein hergestelltes Destillat; auch Weinbrand. Cognac ist einer der bekanntesten Vertreter.

  • breit

    Ausdruck für einen Wein mit sehr ausladendem und voluminösem Charakter.

  • Brennwein

    Als Brennwein bezeichnet man Wein, der zu Weinbrand verarbeitet wird oder werden soll.

  • Brix

    das angelsächsische Pendant zum Oechslegrad, also eine Maßeinheit für den Zuckergehalt von Trauben. 80 Oechsle=9,3 Brix.

  • Bruch

    Trübung oder Veränderung in der Farbe bei Most, Wein oder Sekt, der meist durch einen Überschuß an metallischen Salzen hervorgerufen wird.
    Selbst eine sehr kurze Berührung mit Kupfer- oder Eisensalzen kann bei einem ansonsten gesunden Wein zu Bruch führen.

  • Brunello di Montalcino

    Einer der besten Rotweine der Toscana, der südlich von Siena in der Umgebung von Montalcino aus der hier Brunello genannten Sangiovese grosso erzeugt wird.

    Für diesen Wein ist eine vierjährige Lagerung vorgeschrieben, davon mindestens 3 1/2 Jahre im Eichen- oder Kastanienfaß.

    Für einen derart ausgedehnten Ausbau mit nachfolgender Reifezeit nicht geeignete Weine kommen nach ein- bis zweijährigem Faßlager als Rosso di Montalcino auf den Markt - jugendliche, lebendige und charmante Rotweine, die durchaus über Charakter verfügen.

    Der Brunello gilt gemeinhin als gehalt- und charaktervoll, dabei nuancenreich und sehr differenziert und gehört den vorzüglichsten Rotweinen der Toscana, wenn auch die etwas modische Nachfrage der letzten Jahre dazu geführt hat, daß er mitunter überbewertet wird.

  • Brut

    Bezeichnung für einen trockenen Schaumwein, Sekt oder Champagner. Sein Restzucker muß unter 15g/l liegen.

  • BSA

    Abkürzung für biologischen Säureabbau, siehe dort.

  • Bukett

    auch Bouquet; Ausdruck für das gesamte Duftspektrum eines Weines.

  • Burgunder

    im Bezug auf Reben eine kleine Familie. Es gehören Pinot Noir (Blauburgunder), Pinot Gris (Grauburgunder, Ruländer) und Pinot Blanc (Weissburgunder) zu dieser Familie. Pinot Noir ist die Hauptrebsorte der Rotweine aus der Bourgogne. Chardonnay ist ein weitläufiger Verwandter dieser Traubenfamilie.

    Im Bezug auf fertige Weine ein Sammelbegriff für jedweden Wein aus diesen Rebsorten und aus dem französischen Anbaugebiet Burgund.

  • Buschenschank

    In Österreich gebrauchte Bezeichnung für eine Straußwirtschaft, in der der Heurige ausgeschenkt wird.

  • Butte

    größeres, am Rücken getragenes Behältnis (30-40kg) das bei der Weinernte zum Einsatz kommt.

  • buttrig

    Duft nach geschmolzener Butter, der meist bei reichen Chardonnays vorhanden ist.